19.03.2018 | Ausgabe 03/2018

BIM geht immer

Glossar *

Experten sind sich einig: BIM geht immer! Doch viele Planer tun sich noch schwer, BIM anzuwenden. Ich möchte Ihnen den Einstieg bei der Implementierung der BIM-Methode in Ihrem Unternehmen erleichtern und stelle Ihnen einige wichtige Begriffe des Building Information Modeling vor.

AIA / BAP
Die Auftraggeber-Informations-Anforderungen (AIA) legen als eine Art Pflichtenheft fest, welche Daten der Auftragnehmer dem Auftraggeber zu welchem Zeitpunkt des BIM-Projektes als Ergebnis liefern muss. Inhalt und Detaillierungsgrad (Level of Detail – LoD) des erwarteten Planungsmodells werden ebenfalls im Vorhinein festgelegt. Der BIM-Abwicklungs-Plan (BAP) ist die Antwort des Auftragnehmers, der Verantwortlichkeiten festlegt und Liefer-Inhalte und -Termine gemäß AIA bestätigt.

BCF
Das BIM Collaboration Format (BCF) ist eine Datenschnittstelle zum vereinfachten Austausch von Informationen während des Arbeitsprozesses zwischen verschiedenen Softwareprodukten. Es ermöglicht eine modellbasierte Kommunikation zwischen verschiedenen Anwendern und informiert über Status, Ort, Blickrichtung, Bauteil, Bemerkung, Anwender und Zeitpunkt eines möglichen Konfliktpunktes im 3D-Datenmodell.

BIM
Building Information Modeling oder Building Information Management beschreibt eine neue kooperative Arbeitsweise im Hoch- und Tiefbau. Eine Besonderheit beim BIM ist es, dass alle am Projekt beteiligten Gewerke in ein gemeinsames Koordinationsmodell hineinarbeiten, damit Konflikte zwischen den Gewerken frühzeitig erkannt werden. Die Grundlage zur Kommunikation, Koordination und Konflikterkennung ist in der Regel ein dreidimensionales Modell, bei dem die einzelnen Bauteile mit Terminen (4D) und Kosten (5D) verknüpft werden. Durch frühzeitige bindende Festlegungen im BIM-Prozess und einen Mehraufwand in der Planungsphase erreicht man das Ziel „Erst Planen, dann Bauen“. Dies führt zu einer erhöhten Termin-, Kosten- und Qualitätssicherheit.

buildingSMART
Der Verein buildingSMART International entwickelt offene Standards, etwa das IFC- und BCF-Format, sowie weitere Spezifikationen für die Arbeitsmethode BIM. Das buildingSMART German Speaking Chapter ist der deutschsprachige Zusammenschluss, der die nationalen Interessen erarbeitet und auf internationaler Ebene vertritt. Jeder Interessierte kann an den Arbeiten des buildingSMARTs mitwirken.

CDE
Common Data Environment. Eine einzige Informations-und Datenquelle, die relevante, genehmigte Projektdokumente und -modelle für multidisziplinäre Teams in einem verwalteten Prozess sammelt, verwaltet und verbreitet. Eine gemeinsame Datenumgebung (CDE) wird typischerweise von einem Dokumentenmanagementsystem oder Projektraum bedient, das die gemeinsame Nutzung von Daten/Informationen unter den Projektteilnehmern erleichtert.

CPIXML
Das CPIXML-Format ist ein proprietäres XML-Format. CPI bedeutet Construction Process Integration. Analog zum IFC-Standard wurden geometrische Objekte u.a. für Straßen- und Tiefbauprojekte definiert, die den Austausch von Planungsmodellen und Trassenkörpern in 3D zwischen Planungssoftware und Programmen zur BIM-Koordination oder der 4D- und 5D-Planung, wie DESITE MD PRO, ermöglicht. Neben der geometrischen Ausprägung enthalten die Baukörper Informationen über ihre Bedeutung, z.B. Mutterbodenabtrag, Tragschicht, Frostschutzschicht, spezifische Attribute und Mengen. Somit ist eine einfache BIM-Kommunikation mit einem BIM-Viewer, wie CARD/1 DESITE SHARE, möglich.

IDM
Die Anforderungen zum Datenaustausch werden allgemein in den IDM-Beschreibungen, dem Information Delivery Manual, zusammengefasst. Es beschreibt grundlegend den Umfang und die Spezifikationen der Informationen, die ein Anwender zu einem bestimmten Zeitpunkt bzw. Arbeitsprozess in einem BIM-Projekt zur Verfügung stellen muss.

IFC
Das buildingSMART-Datenmodell, auch bekannt unter der Bezeichnung Industry Foundation Classes (IFC), stellt ein allgemeines Datenschema dar, das einen Austausch von Modellen und ergänzenden Informationen zwischen verschiedenen proprietären Software-Anwendungen ermöglicht. Dieses Datenschema umfasst Informationen aller am Bauprojekt mitwirkender Disziplinen über dessen gesamten Lebenszyklus.
Man unterscheidet hierbei zwischen der IFC-Datei, die als Container zur Datenübergabe im STEP-Format verwendet wird, und dem IFC-Datenschema, das die Spezifikationen im EXPRESS-Datenformat definiert.
Die IFC ist das primäre Datenmodell für Bauwerksmodelle des buildingSMART. Die IFC ist seit dem Release IFC4 ein offizieller ISO-Standard– ISO16739:2013.

MVD
Die Modellansichtsdefinitionen, sogenannte Model View Definitions, beschreiben die Teilmengen des IFC-Datenmodells, die notwendig sind, um die spezifischen Datenaustausch-Anforderungen im Bauwesen während eines Bauvorhabens zu unterstützten. Die Modellansichtsdefinition stellt eine Anleitung für alle IFC-Ausdrücke zur Verfügung, etwa Klassen, Attribute, Beziehungen, Eigenschaftssätze und Mengendefinitionen, die in einem bestimmten Anwendungsbereich verwendet werden und vorhanden sein müssen. Sie beschreibt auch das Pflichtenheft für die Umsetzung der IFC-Schnittstelle in einer bestimmten Software.

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* Nachdruck mit freundlicher Genehmigung der IB&T Ingenieurbüro Basedow & Tornow GmbH, Norderstedt