Nachhaltige Entwicklung in deutschen Kommunen wichtiger als Agenda 2030

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Lokales Handeln mit globalen Auswirkungen

Das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) stellt gemeinsam mit der Bertelsmann Stiftung "Halbzeitbilanz zur Umsetzung der Agenda 2030 in deutschen Kommunen" vor. Die Ergebnisse zeigen Fortschritte, machen aber auch sichtbar, dass es schneller vorangehen muss.

17 einzelne Nachhaltigkeitsziele (SDGs) wurden in der Agenda 2030 der Vereinten Nationen mit dem Ziel verabschiedet, unseren Planeten für künftigen Generationen lebenswert zu erhalten. Wie weit die Kommunen in Deutschland bei der Umsetzung der Agenda 2030 sind, zeigt nun eine Studie, die das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) im Auftrag der Bertelsmann Stiftung erarbeitet hat. Die Halbzeitbilanz wurde am 5. und 6. Juni 2023 im Rahmen des Kommunalkongresses 2023 "Nachhaltigkeit aktiv gestalten – die Kommunen gehen voran" in Potsdam vorgestellt.

Verkehrswende, Klimawende und Flächenwende nur mit Engangement der Kommunen möglich

Grundsätzlich spielen die Kommunen eine entscheidende Rolle für das Erreichen der Nachhaltigkeitsziele. Die Ergebnisse der Halbzeitbilanz zeigen, dass sie bei der Umsetzung einzelner Nachhaltigkeitsziele Fortschritte gemacht haben, aber noch nicht am Ziel sind. In verschiedenen Bereichen wie Verkehrswende, Klimawende und Flächenwende tragen die Kommunen maßgeblich dazu bei. Ohne ihr Engagement wird es nicht gelingen.

Fortschritte

Die Studienergebnisse verdeutlichen, dass die Kommunen in den Bereichen Armutsbekämpfung, bezahlbare und saubere Energie, menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum, Industrie, Innovation und Infrastruktur sowie Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen erhebliche Fortschritte erzielt haben. Zudem messen die Kommunen den Zielen hochwertige Bildung, bezahlbare und saubere Energie sowie Maßnahmen zum Klimaschutz besonders hohe Relevanz bei.

Allerdings müssen die Kommunen deutlich schneller werden, um die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen zu erreichen, da die Zeit drängt. Die Difu-Studie identifiziert jedoch auch negative Langzeittrends wie Schulabbrecherquoten und eine übermäßige Flächeninanspruchnahme. Daher schlägt das Difu-Forschungsteam zehn konkrete Maßnahmen vor, um die Nachhaltigkeitsziele in den Kommunen schneller zu erreichen. Dazu gehören eine Ressourcenwende für mehr Klimaschutz, eine deutliche Reduzierung der Flächenneuinanspruchnahme zur Erhaltung der Biodiversität, aber auch eine verstärkte soziale Gesellschaftswende.

Weitere Informationen

Die Publikation "Halbzeitbilanz zur Umsetzung der Agenda 2030 in deutschen Kommunen" steht zum Download bereit unter repository.difu.de

Der Vortrag "Halbzeitbilanz und Schlussfolgerungen zur Umsetzung der Agenda 2030" (Kommunalkongress 2023) ist als Download verfügbar unter difu.de

Difu-Studienleiter Oliver Peters kommentiert die Ergebnisse: "Damit wir die Nachhaltigkeitsziele erreichen können, müssen bewährte Instrumente der nachhaltigen Entwicklung angewendet und strategische Steuerung, Wirkungsmessung, Erfahrungsaustausch und Netzwerke gestärkt werden. Lokales Handeln hat globale Auswirkungen, und deshalb ist es wichtig, dass die Kommunen weiterhin an ihrer Umsetzung arbeiten – und dabei auch unterstützt werden."

Auch die Kommunen bewerten das Thema nachhaltige Entwicklung als sehr wichtig, sind jedoch laut Studie selbst unzufrieden mit den Fortschritten der letzten Jahre. Sie wünschen sich eine schnellere Umsetzung vor Ort und eine stärkere Unterstützung von Bund und Ländern. Laut Difu-Untersuchung ist zur Zielerreichung eine verstärkte politische Rückendeckung durch Bund und Länder sowie eine Bündelung und Verstetigung der Förderprogramme notwendig. Darüber hinaus ist eine umfassende Nachhaltigkeitsberichterstattung durch die Schließung von Datenlücken von großer Bedeutung. Es ist entscheidend, bewährte Instrumente der nachhaltigen Entwicklung anzuwenden, die strategische Steuerung und Wirkungsmessung auszubauen, Erfahrungen zu teilen und Netzwerke zu nutzen.

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