Industrieller Wohnungsbau

Quelle: DOM Publishers

Das Bauen mit vorgefertigten Bauteilen bedeutet längst nicht mehr die Verunstaltung der urbanen Landschaft mit monotonen grauen Kisten. Im Gegenteil: Die Methode bietet heute eine Vielzahl an ästhetischen und konstruktiven Möglichkeiten. Durch moderne Fertigungstechniken und eine 100-jährige Erfahrung des Planens von Plattenbauten und des Bauens in Großtafelbauweise erlebt sie inzwischen fast weltweit eine Renaissance – auch angesichts des erhöhten Bedarfs an bezahlbarem Wohnraum. 

Der Titel Industrieller Wohnungsbauaus der Reihe „Handbuch und Planungshilfe“ von DOM publishers untersucht die Potenziale des industriellen Wohnungsbaus unter baukonstruktiven, bauhistorischen und architektonischen Aspekten. Er führt in die Geschichte und Theorie ein und untersucht die Potenziale, die sich daraus für das heutige Bauen ergeben.

Darüber hinaus fasst er die Typologien des industriellen Wohnungsbaus überschaubar zusammen und entwickelt zehn Parameter für den architektonischen Entwurf: Gebäudetypologie, Konstruktionsweise, Transport und Logistik, Elementierung und Formate, Materialität, Probleme der ecke, Fuge und Fügung, Oberflächengestaltung, Farbe und Komposition sowie Gebäudetechnik.

Schließlich präsentiert er die Konstruktionen in Holzbauweise, Beton und Stahl sowie hybride Konstruktionen. Neben diesem Einblick in die Gestaltungsmöglichkeiten, Herstellungstechniken und Montagemethoden werden fünfzehn Beispiele rund um den Globus  von Vancouver und New York, nach London und Berlin bis Moskau und Singapur vorgestellt. Ergänzt wird der Band mit einem Gespräch mit dem Moskauer Stadtarchitekten Sergey Kuznetzsov, der einen Einblick in Kontext und Umsetzung des derzeit wohl größten Wohnungsbauprogramms in Europa gibt. 

Trotz globalisierter Massenproduktion und der Normierung unseres gesamten Lebens betrachten wir den Wohnungsbau in unserer Kultur als Disziplin, die bei jeder Aufgabe eine individuelle Lösung hervorbringen muss. Das mehrfache Bauen von gut durchdachten Gebäuden hat in Deutschland kaum eine Lobby. Dieser Band will dazu beitragen, dass der industrielle Wohnungsbau für Architekten, deren Berufsverbände und Architektenkammern kein Tabu mehr darstellt. Er will Architekten dazu ermutigen und befähigen, die bislang von Ingenieuren weitgehend dominierte Technologie in einem humanen Maßstab mit zeitgenössischem gestalterischem Ausdruck auszuformulieren. Das Handbuch setzt darum an der Schnittstelle  zwischen entwerfendem Baukünstler und konstruierendem Ingenieur an. Es zeigt auf, welche bautechnischen Rahmenbedingungen beim Bauen mit vorgefertigten Bauteilen erst gar nicht infrage gestellt werden müssen und wo dabei im Rahmen des Entwurfs die Gestaltungsfreiheit ihren wichtigen Platz hat.

Industrieller Wohnungsbau Handbuch und Planungshilfe 
mit Beiträgen von Jutta Albus, Anatoly Belov und Sergey Kuznetsov Erschienen November 2018 bei DOM publishers, Berlin 432 Seiten, 22,5×28,0 cm, 870 Abbildungen, Hardcover mit Gummiband
ISBN 978-3-86922-419-0 (deutsch)
98,- EUR

Weitere Informationen unter: www.dom-publishers.com

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