Weltweit führend - Die Feuerverzinkungsindustrie in Europa

Die Intergalva ist mit mehr als 900 Teilnehmern aus über 50 Ländern und rund 65 Ausstellern der Zuliefererindustrie die bedeutendste Konferenz und Fachmesse für das Stückverzinken. Die von der European General Galvanizers Association organisierte Veranstaltung ist auch Sinnbild für die weltweite Führungsposition, die die europäische Feuerverzinkungsindustrie einnimmt. „Kein anderer Kontinent betreibt mehr Forschung und Entwicklung zum Feuerverzinken. Dies betrifft sowohl die Anwendungsforschung als auch die Verfahrenstechnik. Mehr als 80 % der Vorträge der Intergalva-Konferenz kommen aus Europa von Universitäten, Forschungsinstituten oder forschenden Unternehmen“, sagt Martin Kopf, Präsident der EGGA mit Stolz. Bei der Intergalva-Fachmesse sieht es ähnlich aus. Auch hier kommen ca. 80 Prozent der Aussteller aus Europa. Darunter sind Weltmarktführer und Hidden Champions wie beispielsweise die Firma W. Pilling. Rund jeder zweite Verzinkungskessel, der weltweit im Einsatz ist, wurde von dem sauerländischen Kesselspezialisten hergestellt.

Rund 700 Stückverzinkungsunternehmen aus 23 Ländern sind in der European General Galvanizers Association (EGGA) organisiert mit einer Gesamtverzinkungsleistung von ca. 7,4 Millionen Stahl pro Jahr. / Quelle: Institut Feuerverzinken GmbH

Die europäische Stückverzinkungsindustrie

Rund 700 Stückverzinkungsunternehmen aus 23 Ländern sind in der European General Galvanizers Association (EGGA) organisiert mit einer Gesamtverzinkungsleistung von ca. 7,4 Millionen Stahl pro Jahr. Ein Viertel dieser Menge wird in Deutschland verzinkt. Rund 65 % der EGGA-europäischen Tonnage werden von Deutschland, Italien, Großbritannien/Irland, Polen und der Türkei veredelt. Die wirtschaftliche Entwicklung in den einzelnen europäischen Ländern ist sehr heterogen.

Während einige Länder in den letzten 10 Jahren dramatische Mengeneinbußen hinnehmen mussten, haben sich nicht wenige Länder sehr positiv entwickelt und konnten kontinuierlich zulegen. Generell ist festzustellen, dass die Entwicklung der Stückverzinkungsindustrie in den meisten europäischen Ländern zumeist parallel zur gesamtwirtschaftlichen Situation verläuft. In allen EGGA-Ländern gibt es Überkapazitäten. Im europäischen Durchschnitt liegt die Verzinkungsindustrie mit einem Auslastungsgrad von nur 55 Prozent deutlich unter ihren Möglichkeiten. Die bedeutendsten Märkte für die europäischen Verzinker sind die Bauindustrie mit ca. 45 %, Straßenausstattung mit 13,5 %, sowie Landwirtschaft, Ver- und Entsorgung, Industrieausrüstungen und Transport mit jeweils rund 8 % der Tonnage.

Martin Kopf, Präsident der EGGA, eröffnet die Intergalva 2018 in Berlin, die mit mehr als 900 Teilnehmern aus über 50 Ländern die bedeutendste Konferenz und Fachmesse für das Stückverzinken ist. / Quelle: Institut Feuerverzinken GmbH

EGGA und die europäische Zusammenarbeit 

Industriepolitik ist in Europa immer weniger ein nationales Unterfangen, sondern eine zentrale Aufgabe des EU-Parlaments bzw. der EU-Kommission. Ähnlich ist es beim Thema Normung. Auch hier sind europäische Normen vielfach bedeutsamer als nationale Regelungen. Vor diesem Hintergrund ist es für die Feuerverzinkungsindustrie bedeutsam auch europäisch gut aufgestellt zu sein. Die EGGA als Verband der europäischen Verzinkerverbände vertritt die Interessen der europäischen Feuerverzinker. Sie arbeitet schwerpunktmäßig in den Bereichen Umwelt, Technik und Regulierung und bietet eine Plattform für europäische Forschungsaktivitäten und den fachlichen Erfahrungsaustausch mit Kollegen aus anderen Ländern. Zudem koordiniert die EGGA Marketingaktivitäten und andere Initiativen der europäischen Feuerverzinkungsindustrie. Mittel- und langfristig ist ein weiterer personeller Ausbau der EGGA geplant. In Kürze wird die EGGA zudem ein Büro in Brüssel eröffnen. „Auch wenn viele europäische Verzinker nicht wenige industriepolitische Entscheidungen der EU kritisch sehen, bekennt sich die europäische Verzinkungsindustrie klar zu Europa und zur europäischen Zusammenarbeit. Hierdurch werden erhebliche Synergien erschlossen von denen jeder profitiert“, so Martin Kopf.

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