Deutschlands beste Ziegelbauten prämiert

Foto: Ziegel Zentrum Süd e.V./ G. Kürzinger

Bei der Verleihung des Deutschen Ziegelpreises 2017 wurden zwei Hauptpreise, fünf Sonderpreise und zwölf Anerkennungen für herausragende Architektur in Ziegelbauweise vergeben.

Am 3. Februar fand die Verleihung des Deutschen Ziegelpreises im Technischen Rathaus in München statt. In Kooperation mit dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) sowie weiteren Partnern schrieb das Ziegel Zentrum Süd e.V. (ZZS) bundesweit den Deutschen Ziegelpreis 2017 mit einer Preissumme von insgesamt 20.000 Euro aus. Die beiden Hauptpreise, mit jeweils 5.000 Euro dotiert, gingen an Bruno Fioretti Marquez Architekten aus Berlin für das beispielhafte Wohnungsbauprojekt Schillerpark in Berlin und an das sehr gelungene  Besucherzentrum Kärcher in Winnenden der Stuttgarter  Architekten Reichel Schlaier. Fünf Sonderpreise wurden für die Kategorien Nachwuchs, Einfaches Bauen, Kostengünstiger, energieeffizienter Geschosswohnungsbau, Detail und Bauen im Bestand verliehen. Zwölf Anerkennungen erhielten herausragende Projekte in monolithischer und mehrschaliger Bauweise aus verschiedenen Gebäudekategorien.

In feierlichem Rahmen nahm Ministerialdirektorin Monika Thomas, BMUB, gemeinsam mit dem Vorstandsvorsitzenden des ZZS, Thomas Thater, und dem Juryvorsitzenden, Professor Dr. Thomas Jocher, die Verleihung vor. Die Ausstellung zum Deutschen Ziegelpreis 2017 wurde im Anschluss an die Übergabe der Preise eröffnet.

Zwei Hauptpreise an herausragende Projekte:

Wohnungsbau am Schillerpark, Berlin
Professor Piero Bruno nahm als Hauptpreisträger, stellvertretend für das Architekturbüro Bruno Fioretti Marquez aus Berlin, die  Keramikplakette, die Urkunde und das Preisgeld für das Wohnungsbauprojekt Schillerpark in Berlin von Ministerialdirektorin Monika Thomas und dem Vorstandsvorsitzenden des ZZS, Thomas Thater, entgegen. Die Jury – unter Vorsitz von Professor Dr. Thomas Jocher – lobte die hohe Funktionalität dieses Wohnprojekts der Berliner Bau- und Wohnungsgenossenschaft, die gestalterische Souveränität und den sensiblen Umgang mit den heute wesentlichen Bedürfnissen der Bewohnerschaft. Die ehrgeizigen Vorgaben der Auftraggeber, der Bebauung der benachbarten „Englischen Siedlung“ von Bruno Taut und Franz Hoffmann auf Augenhöhe und mit einem „zeitgemäßen und beispielhaften Konzept“ begegnen zu wollen, wurden hier überzeugend erfüllt. Sie beglückwünschten das Architekturbüro zur hohen Qualität dieses zukunftsweisenden Planungskonzepts, das den gekonnten, kreativen Umgang mit monolithischen Außenwandkonstruktionen aus hochwärmedämmenden Ziegeln bei diesem bemerkenswerten Wohnungsbauprojekt mit vier Geschossen unter Beweis stellt.

Besucherzentrum der Firma Kärcher, Winnenden
Das überaus anspruchsvoll gestaltete Bauensemble des neuen Besucher- und Kundenzentrums für die Firma Kärcher in Winnenden von Reichel Schlaier Architekten aus Stuttgart wurde von der sechsköpfigen Jury des Deutschen Ziegelpreises 2017 zum Hauptpreisgewinner für herausragende Architektur mit mehrschaligen Ziegelaußenwandkonstruktionen gekürt. Das wahrhaft einladende Herzstück dieser sehr geschickt platzierten Gebäudegruppe aus Besucherzentrum, Bürogebäude und Auditorium schafft über das Material der rotbunten, beige geschlämmten Handschlagziegel und den weithin sichtbaren, historischen Kamin den Bezug zur ehemaligen Ziegelei. Zugleich stieß die sehr gelungene Neuordnung dieses Stadtrandgebietes dort nicht nur eine positive Entwicklung an, sondern vermittelt darüber hinaus eine überaus heitere, lebendige Atmosphäre. Elke Reichel und Peter Schlaier freuten sich über die öffentliche Wertschätzung ihrer im wahrsten Sinne herausragenden Arbeit, die ihnen im festlichen Rahmen der Preisverleihung überbracht wurde.

Fünf Sonderpreise:

Wohnhaus Reinbek
Die große Zahl an bemerkenswerten Einreichungen bewog die Jury zur Schaffung von fünf Sonderpreisen. Die Förderung des Nachwuchses war dabei wieder einer der Schwerpunkte. Die jungen Leipziger Architekten, Michael Schoener und Fabian Panzer, erhielten den Sonderpreis Nachwuchs für die geschickte Erweiterung und Sanierung des Hauses Reinbek, bei dem ein sehr interessanter gestalterischer Ansatz gewählt wurde. Das zur Straßenseite nahezu unveränderte Einfamilienhaus wurde zur Gartenseite hin deutlich ablesbar erweitert. Das zusätzliche Volumen unterscheidet sich durch die geschlämmten Außenwände aus großformatigen Ziegeln, die großzügige Öffnung zum Garten und durch sein flacheres Dach vom Bestandsbau. Die einfachen Mittel und sehr niedrigen Baukosten dieses modernen Bedürfnissen angepassten, thermisch aufgewerteten Altbaus wurden zudem besonders lobend erwähnt.

Atelier Werkstatt Lager, Gleißenberg
Das simple, sehr zurückhaltend gestaltete Atelier- und Werkstattgebäude des Künstlers Peter Lang in Gleißenberg veranlasste die Jury dazu, einen Sonderpreis Einfaches Bauen zu kreieren. In einen dörflichen Kontext eingefügt zeigt sich das unterteilbare Gebäude mit seinen drei Satteldächern und den grob verputzten Ziegelfassaden mit sorgfältig gesetzten Öffnungen fast karg, jedoch bietet es eine keineswegs spartanische Raumästhetik. Wohl durchdacht, mit hervorragendem Raumklima ausgestattet, garantiert dieses einfache und doch repräsentative Gebäude ungestörten Kunstgenuss und eine hervorragende Arbeitsumgebung.

Genossenschaftliches Wohnen, Kempten
Der Sonderpreis Kostengünstiger, energieeffizienter Geschoßwohnungsbau ging an das Architekturbüro F64 aus Kempten, das sich in Kempten und Umgebung durch anspruchsvolle Wohnbauten bereits einen Namen gemacht hat. Der Neubau von 25 öffentlich geförderten Mietwohnungen in zwei um ein kommunikatives Zentrum angelegten Baukörpern für die Bau- und Siedlungsgenossenschaft BSG Allgäu wirkt der Vermutung von „billigem Bauen“ erfolgreich entgegen. Solide und in der Gestaltung traditionell anmutend, gelang es den Architekten sehr gut, die kubischen Bauten in das stark abfallende Gelände einzufügen. Die unkomplizierte Ausführung mit monolithischen Ziegelaußenwänden, gegliedert durch gut gewählte, mit Faschen betonte Fensterformate und sorgfältig gesetzte, großzügige Einschnitte, gewährleistet diesen Wohnbauten ein wartungsarmes, langes Leben.

Empfangsgebäude Drägerwerke, Lübeck
Das herausragende Empfangsgebäude der Drägerwerke in Lübeck vom Architekten Max Dudler aus Berlin wurde von der Jury einstimmig aufgrund seiner anspruchsvollen Gestaltung für den Sonderpreis Detail auserkoren. Das sehr gelungene, mit Wasserstrichziegeln verkleidete Gebäudeensemble mit seinen kräftigen Klinkerpfeilern zeigt sich als modernes Exponat in der Tradition der expressionistischen Backsteinarchitektur Norddeutschlands. Die in den beiden obersten Stockwerken mitsamt der Verglasung komplex gefaltete Fassade bekrönt den geschickt überhöhten achtgeschossigen Eckpunkt dieses eindrucksvollen Verwaltungsgebäudes.

Evangelisches Gemeindehaus, Finsterwalde
Habermann Architekten aus Finsterwalde gelang der entscheidende Wurf für den Neubau des Gemeindehauses der Evangelischen Kirchengemeinde in Finsterwalde, das ihnen den Sonderpreis Bauen im Bestand einbrachte. Dieser bemerkenswerte Erweiterungsbau wurde zum attraktiven Zentrum der Gemeinde und fügt sich behutsam zwischen dem bestehenden Pfarrhaus und einem der ältesten Häuser in Finsterwalde ein. Präzise detailliert, mit klarer Formensprache und gut proportionierter Backsteinfassade setzt dieses vorbildliche Gebäude im Ensemble der Bestandsgebäude einen freundlichen, zeitlosen Akzent. Auch im Innenraum überzeugt die hohe Qualität der Ausgestaltung.

Zwölf Anerkennungen

Die hohe Qualität der Einreichungen brachte die Jury zu der Entscheidung, die Anzahl der Anerkennungen in 2017 auf zwölf festzulegen. Alle preisgekrönten Projekte inklusive der zwölf Anerkennungen, den neun Projekten der Engeren Wahl und weiteren ausgewählten Projekten werden auf der neu geschaffenen Online-Plattform www.deutscher-ziegelpreis.de ab sofort ausführlich dargestellt.

Anerkennungen erhielten am 3. Februar folgende zwölf Projekte:

  • Christine Remensperger für das „Haus für Kinder“ in Stuttgart
  • Architekturbüro Schildhammer für „Das kleine Haus“ in Passau
  • Georg Scheel Wetzel Architekten für die „Feuerwehr Tuttlingen“
  • Wirth Architekten für den „Remisenpavillon“ in Affinghausen
  • Bayer & Strobel Architekten für das „Wohnhaus Z“ in Frankfurt
  • Meck Architekten für die „Neugestaltung der Ortsmitte mit Rathaus Maitenbeth“
  • Palais Mai für die „Wohnbebauung und Kita Braystraße“ in München
  • Neun grad Architektur für den „Neubau Verbrauchermarkt“ in Oldenburg
  • Gerber Architekten für das „Berufskolleg am U-Turm“ in Dortmund
  • Rüthnick Architekten für die Gedenkstätte „Wald der Erinnerung“ in Schwielowsee
  • Harris + Kurrle Architekten für den Neubau Ganztageseinrichtung mit Mensa und Gymnastikraum Grundschulareal Ludwigsburg
  • Su und z Architekten für „Wohnen am Auwald“ in Ingolstadt

Die Online-Plattform zum Deutschen Ziegelpreis www.deutscher-ziegelpreis.de wurde gestaltet von Professor Kilian Stauss, stauss processform, und bildet sowohl die cross-mediale Basis für zukünftige Auslobungen und Jurierungen des Deutschen Ziegelpreises als auch für die Präsentation und Archivierung aller Wettbewerbsergebnisse Auch die ausführliche Dokumentation der prämierten Arbeiten ist auf dieser Online-Plattform zu finden.

Festlicher Empfang und Ausstellungseröffnung
Ein festlicher Empfang schloss sich an die Verleihung des Deutschen Ziegelpreises 2017 an. Die Ausstellung der preisgekrönten Arbeiten und einer Auswahl der 94 eingesandten Projekte wurde im Foyer des Baureferats der Landeshauptstadt München nach der Übergabe der Preise feierlich eröffnet. Dort ist sie bis zum 24. Februar für die Öffentlichkeit zugänglich. Die Preisträgerinnen und Preisträger feierten mit dem Fachpublikum und den zahlreich erschienenen Architekturbegeisterten, die der Einladung des Ziegel Zentrum Süd und seiner Kooperationspartner gefolgt waren.

Nähere Informationen zum Ziegel Zentrum Süd e. V. finden Sie auf der Internet-Seite: www.ziegel.com.

Anzeige

Live und vernetzt: ISH digital // 22.–26.3.2021

Die Branche trifft sich digital…

Die Weltleitmesse für Wasser, Wärme und Klima bringt die weltweite SHK-Branche digital zusammen – mit Pro­dukt­inno­vationen und einem umfangreichen Kon­fe­renz­pro­gramm in Live-Streamings oder On-Demand-Übertragungen.

Jetzt Newsletter abonnieren und Ihr kostenfreies Ticket sichern!

Trends, Themen, Innovationen: ISH Energy

Der Green Deal und seine Klimaziele oder moderne Lüftungstechnologien im Kampf gegen Aerosole – die ISH digital 2021 greift die Themen auf, die die Branche aktuell bewegen.

Lesen Sie mehr…

Die Top-Themen ISH Water

Trends für die Badgestaltung, intelligente Sanitärkonzepte, Trinkwasserhygiene:
Freuen Sie sich auf Produktshows und Expertenvorträge und treten Sie direkt mit Ausstellern und Besuchern in Kontakt.

Lesen Sie mehr…

Anzeige

Eine Software für alle Bauprozesse

Beenden Sie Ihre Doppel-Arbeit – bauen Sie digital!

Indem Sie sich ewig mit dem Abtippen händischer Notizen beschäftigen, verlieren Sie wertvolle Zeit für die Aufgaben, die Ihnen das Geld in die Kasse spielen. Capmo nimmt Ihnen die stumpfen Ablage-Arbeiten ab, sodass Sie Zeit haben für das was zählt – erfolgreich planen & bauen.

Arbeiten Sie mit Ihren Nachunternehmern zusammen!

Mangelnde Erreichbarkeit, fehlende Rückmeldungen, ungeklärte Arbeitsaufträge: Bevor Bauleiter mit ihrer Arbeit beginnen können, müssen sie viele Stunden in die Abstimmung mit Nachunternehmern investieren. Sparen Sie sich diese Arbeit und steuern Sie Ihre Nachunternehmer digital!

Behalten Sie den Überblick – einfach & intuitiv!

Von Transparenz & Überblick fehlt am Bau meist jede Spur. Indem Sie Ihre Baustellen mit Capmo steuern können Sie sich sicher sein, dass Sie Ihre Bauprojekte im Blick haben und keine Informationen verloren gehen – ohne, dass Sie stundenlang händische Notizen digitalisieren müssen.

Digitalisierung in der Geotechnik

Geotechnik-Anwendungen stellen Lösungen für den Import und die Verwaltung geotechnischer Daten, den Entwurf robuster 2D- und 3D-Modelle, die Analyse...

Weiterlesen

Blanke Rostabdeckung 2.0 rahmenlos F

Linienentwässerungen erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Neben der Technik überzeugt in den allermeisten Fällen auch die zu erwartende Optik....

Weiterlesen

Natursteinfassade in der Schweiz

Wie selbstverständlich steht der Schiefermonolith im Schweizer Ort Schwyz. Das neu errichtete Einfamilienhaus ist geradlinig gestaltet und mit seiner...

Weiterlesen

R+T Innovationspreis 2021 für klemmbaren Sonnenschutz

Das klemmbare Sonnenschutzsystem heroal VS Z EM wurde mit dem R+T Innovationspreis 2021 Gold in der Kategorie „Textiler Sonnenschutz“ ausgezeichnet.

Weiterlesen

Das neue Gebäudeenergiegesetz

Eine wertvolle Arbeitshilfe für jeden, der beruflich mit dem GEG befasst ist.

Weiterlesen

ESD-Böden in der Elektrofertigung

Insbesondere Bereiche, in denen empfindliche Elektrogeräte stehen, wie Server oder Produktionsmaschinen mit hochsensiblen mikroelektronischen...

Weiterlesen

Dämmschichtdickenrechner KaiCalc von Kaimann optimiert

Mit dem optimierten Online-Kalkulationstool KaiCalc (www.kaicalc.com) etabliert die Kaimann GmbH erneut einen Dämmschichtdickenrechner für die wärme-...

Weiterlesen

Neue Broschüre „Bemessung von Ziegelmauerwerk nach DIN EN 1996-3/NA“

Die neue Broschüre des Bundesverbandes der Deutschen Ziegelindustrie fasst die wichtigsten Neuerungen des vereinfachten Berechnungsverfahrens für...

Weiterlesen

Einrichtung eines Hybrid-OPs

OP-Säle sind komplexe, interdisziplinäre Raumsysteme. Die Verbände ZVEI und SPECTARIS haben deshalb als strategischen Lösungsbeitrag für alle...

Weiterlesen