15.06.2018 | Ausgabe 06/2018

Holzbauwohnprojekt in der Schweiz Zellulose-Einblasdämmung statt mineralischer Dämmstoff

Quelle: Isofloc AG

Das Minergie-Label erhalten neue Gebäude, die für Heizung und Warmwasser maximal 38 kWh/m² im Jahr verbrauchen. Das entspricht in etwa den Anforderungen eines KfW Effizienzhauses 40, dessen maximaler Jahresprimärenergiebedarf bei 40 kWh/m² liegt. Sowohl in der Schweiz als auch in Deutschland steht dabei eine gut gedämmte Gebäudehülle im Zentrum der Planung, kombiniert mit kontrollierter Be- und Entlüftung der Wohnungen sowie einer effizienten Energieversorgung auf Basis erneuerbarer Quellen.

Gleichzeitig entspricht das Objekt den Zielender 2000-Watt-Gesellschaft, denen zufolge der Energieverbrauch in der Schweiz bis 2050 um rund 45 Prozent, die Treibhausgasemissionen sogar um drei Viertel vermindert werden sollen. Dabei orientiert sich die Planung am SIA-Effi zienz pfad Energie, der den Primärenergie bedarf und dieTreibhausgas emissionen über den gesamten Lebenszyklus von Neubauten und Sanierungen in die Betrachtung einbezieht. Um die Einhaltung der strengen Nachhaltigkeitskriterien zu gewährleisten, entschieden die Planer, das sechsgeschossige Projekt in Holzbauweise auszuführen. Aufgrund technologischer Fortschritte gilt der Holzbau dem Massivbau mittlerweile sowohl in brandschutztechnischer Hinsicht als auch bezüglich seiner Robustheit durchau sals ebenbürtig, bietet diesem gegenüber jedoch speziell in energetische rHinsicht viele Vorteile: Der Baustoff ist umweltfreundlich, als nachwachsender Rohstoff wird Holz als CO2-neutral bewertet. Da außerdem Tragwerk und Dämmung aus einer Schicht bestehen, sind die Wände von Holzbauten in der Regel schlanker als diejenige massiver Konstruktionen. So gelingt es gerade beim Minergie-Standardein Maximum an Wohnfläche bei gleichzeitig guter Wärmedämmung zu erreichen.

Bezüglich der Verwendung von Holz als Baustoff sind die neuen Brandschutzvorschriften in der Schweiz deutlich pragmatischer als in Deutschland. Der Einsatz von Holz für die Tragkonstruktion war in Deutschland in der Vergangenheit bei Gebäuden geringerer Höhe mit bis zu drei Vollgeschossen möglich. In der neuen Gebäudeklasse 4 sind nunmehr hoch feuerhemmende Holztragkonstruktionen (F 60-BA) zulässig, sofern ausschließlich nicht brennbare Dämmstoffe verwendetwerden und die Bauteile allseitig eine brandschutztechnisch wirksame Bekleidung erhalten (Kapselkriterium). Abweichungen sowohl bezüglich der Höhe als auch in Bezug auf den eingesetzten Dämmstoff sind im Einzelfall denkbar, wenn ein individuelles, ganzheitliches Brandschutzkonzept erstellt wird.

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