Mit einer Warmwasser-Wärmepumpe sinkt dieser Wert auf nur 450 Kilowattstunden Strombezug. Matthias Goebel von der Initiative Wärme+ erläutert: „Sie nutzt die kostenlose Energie aus der Umgebungsluft und arbeitet dabei hocheffizient.“ Besonders während der Sommermonate, wenn die Zentralheizung außer Betrieb ist, zeigt sich der Vorteil der entkoppelten Warmwasserbereitung.
Technisches Funktionsprinzip
Die Geräte entziehen der Raumluft thermische Energie und erhitzen damit das Speicherwasser auf 55 bis 60 Grad Celsius. Dabei nutzen sie auch Abwärme von Haushaltsgeräten wie Kühlschränken, Waschmaschinen oder Wäschetrocknern. Die Installation gestaltet sich unkompliziert: Steckerfertige Geräte erfordern lediglich Anschlüsse an die Trinkwasserleitung und das Stromnetz. Goebel führt aus: „Der Strombedarf ist überschaubar, weil der größte Teil der benötigten Energie aus der Umgebung kommt und das Wasser meist nur kurzzeitig benötigt wird.“ Die Zeitspanne zwischen den Entnahmen reicht für die Nacherwärmung aus. Haushalte mit erhöhtem Warmwasserbedarf können auf Speichervolumina von 200 oder 300 Litern zurückgreifen. Bei eingeschränkten Platzverhältnissen ermöglichen Splitgeräte eine getrennte Aufstellung von Wärmepumpe und Speicher.
Optimale Positionierung im Gebäude
Kellerräume und Hauswirtschaftsräume weisen häufig erhöhte Temperaturen auf – durch Heizkessel oder elektrische Geräte mit hoher Wärmeabstrahlung. Goebel empfiehlt: „Diese Energie sollte man nicht ungenutzt lassen.“ Die Warmwasser-Wärmepumpe entzieht der Umluft bis zu 70 Prozent der zur Warmwasserbereitung benötigten Energie. Diese thermische Leistung speist das System in den integrierten Behälter ein und versorgt Ein- oder Zweifamilienhäuser mit Warmwasser. Der Wärmeentzug führt zu einer Absenkung der Raumtemperatur. Die kühlere Luft bindet weniger Feuchtigkeit – dies verhindert Schimmelbildung, verlängert die Haltbarkeit gelagerter Lebensmittel und beschleunigt die Wäschetrocknung.
Energiebilanz und Betriebskosten
Der jährliche Strombezug für die Warmwasserbereitung beträgt 450 Kilowattstunden. Bei einem Strompreis von 0,33 Euro pro Kilowattstunde entstehen jährliche Kosten von etwa 150 Euro. Die restliche Wärmeenergie gewinnt das Gerät aus der Raumluft. Dies entspricht einer Reduktion des Netzbezugs um 75 Prozent gegenüber konventionellen elektrischen Warmwasserbereitern.
Integration von Photovoltaik-Anlagen
Die Kombination mit einer Photovoltaikanlage steigert die Wirtschaftlichkeit deutlich. Matthias Goebel erklärt: „Das rechnet sich doppelt. Einerseits erhöhen Hausbesitzer ihren Eigenverbrauch, andererseits erhalten sie eine nahezu kostenlose Warmwasserbereitung.“ Die Kennzeichnung „SG-ready“ (Smart Grid ready) weist darauf hin, dass das Gerät mit der Photovoltaikanlage kommunizieren kann. Das System erwärmt dann automatisch Wasser, wenn ausreichend Solarstrom verfügbar ist. Viele Modelle verfügen bereits über diese Funktion. Hauseigentümer nutzen den selbst erzeugten Strom und senken ihre Energiekosten ohne manuellen Steuerungsaufwand. (mb)