Dasgupta verknüpft in ihrem Forschungsprogramm maschinelles Lernen mit Satellitendaten und physikalischem Prozesswissen. Ihr Ziel: KI-Systeme, die sich durch Präzision, Transparenz und Fairness auszeichnen und sich unmittelbar in Entscheidungsprozessen einsetzen lassen – etwa bei der Hochwasser- und Dürreprävention, im Schutz kritischer Infrastrukturen oder im Katastrophenmanagement. Einen Schwerpunkt ihrer Arbeit bildet die Datenassimilation: die intelligente Echtzeit-Verknüpfung von Beobachtungsdaten und Modellen.
Mehrfachgefahren systemisch berücksichtigt
Zudem berücksichtigt sie systemisch Mehrfachgefahren, bei denen unterschiedliche Gefahrenketten miteinander interagieren. Ihre Forschung konzentriert sich auf die Analyse hydrologischer Extreme und der Wechselwirkungen zwischen natürlichen und anthropogenen Katastrophen. Die Arbeit trägt zur Klimaanpassung und zur Stärkung der Resilienz von Gesellschaft und Umwelt bei.
Von Neu-Delhi über Luxemburg nach Aachen
Die 1990 in Neu-Delhi geborene Wissenschaftlerin hat eine Juniorprofessur mit Tenure Track für Data-Driven Computing inne. Ihre Arbeit verbindet Erdbeobachtung, Datenassimilation und Deep Learning, um zentrale Herausforderungen der Hydrologie sowie des Managements von Natur- und Klimarisiken zu adressieren. Am Luxembourg Institute of Science and Technology leitete sie zuvor Projekte zur Entwicklung digitaler Zwillinge für die Hochwasserbewertung. Als Postdoktorandin forschte sie an der Universität Osnabrück im Bereich der KI-gestützten Hydroinformatik. Industrieerfahrung sammelte sie als leitende Radarwissenschaftlerin bei Floodbase in den USA, wo sie operative Verfahren zur satellitengestützten Hochwasserkartierung entwickelte. Ihre Promotion schloss sie 2020 an der IITB–Monash Research Academy ab.
Stipendium ermöglicht interdisziplinären Austausch
Die Aufnahme in das Junge Kolleg stellt für die neuen Mitglieder eine besondere Auszeichnung dar. Das Programm bietet ihnen finanziellen Freiraum für die eigene Forschung und künstlerische Arbeit in Form eines jährlichen Stipendiums von 10.000 Euro sowie vielfältige Möglichkeiten zum interdisziplinären Austausch mit anderen Forschenden und Kunstschaffenden.
Die Mitgliedschaft eröffnet zudem die Möglichkeit zur Teilnahme an allen Veranstaltungen der Akademie. Hier begegnen sich Vertreterinnen und Vertreter ihrer Disziplinen – junge wie etablierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ebenso wie Künstlerinnen und Künstler. Vertreten sind die Geistes- und Naturwissenschaften, die Medizin, die Ingenieur- und Wirtschaftswissenschaften sowie die Künste.
Kooperation für Nachhaltigkeit
Drei der Stipendienplätze ermöglicht in diesem Jahr die Zusammenarbeit der Akademie mit der Landesrektorenkonferenz unter dem Dach der Nachhaltigkeitsinitiative Humboldtn. Die Kooperationsvereinbarung zwischen den Universitäten eines Bundeslandes und seiner Wissenschaftsakademie im Bereich der Nachwuchsförderung sieht vor, im Jungen Kolleg bis zu zwölf zusätzliche Stipendiatinnen und Stipendiaten aufzunehmen, die neue Impulse zu Fragen der Nachhaltigkeit im Kontext von Forschung und Hochschulorganisation setzen sollen. Antara Dasgupta gehört zu diesen drei Kandidatinnen und Kandidaten. (mb)