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Abstimmungen im Team sind ein wesentlicher Aspekt des QualitätsManagements © QV_PaB/Jutta Weber-Vidal
Abstimmungen im Team sind ein wesentlicher Aspekt des QualitätsManagements © QV_PaB/Jutta Weber-Vidal

ISO 9001 oder branchenspezifisches QM – was Planungsbüros wirklich brauchen

ISO 9001 oder branchenspezifisches QM – was Planungsbüros wirklich brauchen

ISO 9001 oder branchenspezifisches QM – was Planungsbüros wirklich brauchen

TÜV-geprüfte Branchenstandards reduzieren Aufwand und steigern Büroeffizienz

TÜV-geprüfte Branchenstandards reduzieren Aufwand und steigern Büroeffizienz

Architektur- und Ingenieurbüros stehen vor einer grundlegenden Entscheidung: Sollen sie auf die weltweit anerkannte ISO 9001 setzen oder ein branchenspezifisches Qualitätsmanagement wie das QualitätsZertifikat Planer am Bau einführen? Die Frage gewinnt an Brisanz, denn öffentliche Auftraggeber fordern zunehmend den Nachweis strukturierter Prozesse, Bauherren erwarten Kosten- und Termintreue, und die Komplexität der Projekte steigt kontinuierlich.

Architektur- und Ingenieurbüros stehen vor einer grundlegenden Entscheidung: Sollen sie auf die weltweit anerkannte ISO 9001 setzen oder ein branchenspezifisches Qualitätsmanagement wie das QualitätsZertifikat Planer am Bau einführen? Die Frage gewinnt an Brisanz, denn öffentliche Auftraggeber fordern zunehmend den Nachweis strukturierter Prozesse, Bauherren erwarten Kosten- und Termintreue, und die Komplexität der Projekte steigt kontinuierlich.

Abstimmungen im Team sind ein wesentlicher Aspekt des QualitätsManagements © QV_PaB/Jutta Weber-Vidal
Abstimmungen im Team sind ein wesentlicher Aspekt des QualitätsManagements © QV_PaB/Jutta Weber-Vidal

Dem Qualitätsverbund Planer am Bau zufolge zeigen Praxiserfahrungen zertifizierter Büros: Branchenspezifische Systeme reduzieren den Implementierungsaufwand deutlich und steigern die Produktivität messbar – in einzelnen Fällen um bis zu 40 Prozent.

ISO 9001 stammt aus der Fertigungsindustrie

ISO 9001 ist für industrielle Fertigungsprozesse enstanden – für Unternehmen, die in hohen Stückzahlen standardisierte Produkte herstellen. Ihre prozessorientierte Struktur zielt darauf ab, wiederkehrende Abläufe zu optimieren und Qualitätsschwankungen in der Massenproduktion zu minimieren. Die Realität in Planungsbüros sieht anders aus: Jedes Projekt ist ein Unikat, jeder Bauherr hat individuelle Anforderungen, und die Schnittstellen zu Behörden, Fachplanern und Bauunternehmen variieren von Fall zu Fall.

Diese Diskrepanz führt in der Praxis zu Problemen. Planungsbüros berichten von überhöhtem bürokratischem Aufwand bei der Umsetzung der ISO 9001. Die Norm verlangt eine umfangreiche Dokumentation, die für die projektbezogene Arbeit von Architekten und Ingenieuren oft unnötig komplex wird. Ein QM-Handbuch nach ISO 9001 umfasst deutlich mehr Seiten als branchenspezifische Alternativen und erzeugt eine Dokumentationsflut, die später kaum noch jemand liest.

Besonders kritisch zeigt sich die praktische Anwendung: Die ISO 9001 definiert allgemeingültige Anforderungen, die erst mühsam auf die Besonderheiten der Planungsarbeit übersetzt werden müssen. Die HOAI-Leistungsphasen, die spezifischen Anforderungen an Kosten- und Termintreue, der Umgang mit Nachträgen und Planungsänderungen – all das findet in der generischen ISO-Struktur keine direkte Entsprechung.

Praxisnähe statt abstrakte Prozesstheorie

Die erfolgreiche Einführung eines QM-Systems in einem Planungsbüro hängt davon ab, ob es die tatsächliche Arbeitsrealität abbildet. Architekten und Ingenieure arbeiten projektbasiert, kreativ und häufig unter enormem Zeitdruck. Ein QM-System, das in dieser Situation zusätzliche Bürokratie erzeugt, lebt kein Büro – es wird zur lästigen Pflichtübung, die nur für Audits hervorgeholt wird.

Hier liegt der entscheidende Unterschied branchenspezifischer Systeme: Der QualitätsStandard Planer am Bau entstand in enger Zusammenarbeit mit Architektur- und Ingenieurbüros, die sehr genau wussten, welche Standards wirklich relevant sind und welche nur unnötige Hürden aufbauen – von Planern für Planer. Diese Praktiker brachten Themen wie Nachhaltigkeit, Kostenkontrolle und Service in die Kriterienliste ein – Aspekte, die im Bauwesen zentral sind, in der ISO 9001 aber nur abstrakt behandelt werden.

Das Ergebnis ist ein deutlich schlankeres System. Während ISO-Handbücher für Industrieunternehmen oft über 100 Seiten umfassen, kommen branchenspezifische QM-Handbücher für Planer mit einem Bruchteil aus – ohne dabei auf wesentliche Qualitätsstandards zu verzichten. Die Dokumentation beschränkt sich auf das Wesentliche, und die Anforderungen sind direkt auf die Büropraxis zugeschnitten.

Messbare Erfolge im Büroalltag

Die Praxiserfahrungen zertifizierter Büros sprechen eine deutliche Sprache. Dipl.-Ing. Stefanie Welzmüller vom Ingenieurbüro Pertler berichtet von einer Optimierung von 70 Prozent der Prozesse und einer Produktivitätssteigerung von zehn Prozent durch die Einführung des QM-Systems Planer am Bau. Dipl.-Ing. Manfred Finkenberger von GN Bauphysik beziffert die Verbesserung der Büroorganisation und Produktivität auf rund 40 Prozent. Margarete Finkenberger vom selben Büro hatte zuvor schlechte Erfahrungen mit der ISO 9001 gemacht – erst mit dem branchenspezifischen System wurde die Arbeit effektiver und die Bürostruktur entlastend.

Diese Erfolge seien kein Zufall. Branchenspezifische QM-Systeme adressieren dem Qualitätsverbund zufolge gezielt die Kernprobleme von Planungsbüros: Überlastung durch zu viele Projekte, lange Suchzeiten nach Dokumenten, Fehler durch unklare Verantwortlichkeiten und Doppelarbeit. Sie systematisieren und standardisieren die operativen Prozesse, ohne dabei die notwendige Flexibilität und Kreativität einzuschränken. Im Gegenteil: Indem Routineaufgaben optimiert und ein verbindlicher Handlungsrahmen geschaffen wird, entsteht mehr Freiraum für anspruchsvolle Planungsleistungen.

Mehrwert durch QualitätsManagement © QV_PaB
Mehrwert durch QualitätsManagement © QV_PaB

Zertifizierungskriterien mit Planungsbezug

Ein weiterer Vorteil branchenspezifischer Standards liegt in den Zertifizierungskriterien. Das QualitätsZertifikat Planer am Bau umfasst messbare Anforderungen zur Qualität der Leistungserbringung, die direkt für Planungsbüros relevant sind: Kosten- und Termintreue (Projekte müssen nachweislich innerhalb der kalkulierten Budgets und Zeitpläne realisiert werden), mangelfreie Werksübergabe (die Qualität des fertigen Bauwerks steht im Fokus), Einsatz nachhaltiger Baustoffe (ökologische Aspekte werden von Anfang an berücksichtigt), Mitarbeiterqualifikation (systematische Dokumentation von Aus- und Weiterbildungen) sowie Kundenorientierung und Service (die Zufriedenheit der Bauherren ist ein zentrales Ziel).

Diese Kriterien sprechen die Sprache der Branche. Sie beziehen sich auf die originäre Planungsleistung – nicht auf abstrakte Prozesskonformität wie bei der ISO 9001. Öffentliche und private Auftraggeber verstehen sofort, welchen Mehrwert ein solches Zertifikat bietet.

Geringerer Implementierungsaufwand

Die Implementierung eines QM-Systems ist immer mit Aufwand verbunden – doch hier zeigen sich ebenfalls deutliche Unterschiede. Ein branchenspezifisches System lässt sich oft schneller umsetzen. Der entscheidende Unterschied liegt in der Passfähigkeit: Wenn das System von vornherein auf die Bedürfnisse von Planungsbüros zugeschnitten ist, entfällt die aufwändige „Übersetzungsarbeit“ von abstrakten Normanforderungen in die Büropraxis.

Anerkennung durch öffentliche Auftraggeber

Ein häufig geäußertes Argument für die ISO 9001 ist ihre weltweite Anerkennung. Doch für Planungsbüros, die primär im deutschsprachigen Raum tätig sind, relativiere sich dieser Vorteil. Das QualitätsZertifikat Planer am Bau prüft der TÜV Rheinland, und öffentliche Auftraggeber erkennen es in der Regel bundesweit an. Öffentliche Ausschreibungen akzeptierten dieses branchenspezifische Zertifikat in der Regel als gleichwertig zur ISO 9001.

Zudem zeige die Entwicklung der letzten Jahre einen klaren Trend: Die Bedeutung branchenspezifischer Standards nimmt zu. In der Automobilindustrie dominiert die IATF 16949, in der Medizintechnik die ISO 13485, in der Luftfahrt die EN 9100. Diese Normen basieren zwar auf der ISO 9001, ergänzen sie aber um die spezifischen Anforderungen ihrer Branche.

Mehr Freiraum für kreative Planungsleistungen

Ein Vorurteil, das immer wieder auftaucht, ist die Befürchtung, ein QM-System könne die gestalterische Freiheit einschränken. Diese Sorge ist bei richtig implementierten Systemen unbegründet – und sie ist bei branchenspezifischen Ansätzen noch weniger berechtigt als bei der ISO 9001. Denn während Anwender die ISO-Norm mit ihren abstrakten Prozessvorgaben tatsächlich manchmal als Korsett empfinden, fokussieren branchenspezifische Systeme auf die Optimierung von Routineaufgaben und schaffen gerade dadurch Freiraum für kreative Planungsleistungen.

Das Qualitätsmanagement steht nicht in Konkurrenz zum anspruchsvollen Gestalten und Entwerfen – im Gegenteil: Es schafft die Voraussetzungen dafür. Wenn Büros Planung, Umsetzung und Kosten effizienter abwickeln, entsteht Zeit für das Wesentliche: anspruchsvolle Architektur und Ingenieurleistungen.

Passgenaue Alternative für Planungsbüros

ISO 9001 ist ein bewährter Standard mit weltweiter Anerkennung. Doch für Architektur- und Ingenieurbüros sei sie oft zu allgemein, zu industrielastig, zu aufwändig. Branchenspezifische QM-Systeme wie das QualitätsZertifikat Planer am Bau bieten dem Qualitätsverbund zufolge eine passgenaue Alternative: Sie sind demnach schlanker, praxisnäher und kostengünstiger in der Einführung. Sie sprechen die Sprache der Branche, adressieren die tatsächlichen Herausforderungen von Planungsbüros und erleichtern den Büroalltag tatsächlich, heißt es abschließend. (mb)

https://planer-am-bau.de

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