Digitalisierung: KI

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Kooperation statt Konkurrenz

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Wie KI und Menschen sich ergänzen

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Interview mit Dipl.-Ing. Markus Kramer, Vorsitzender des Arbeitskreises Digitalisierung der Bundesingenieurkammer zur Bedeutung von Künstlicher Intelligenz (KI) im Bauingenieurwesen

Interview mit Dipl.-Ing. Markus Kramer, Vorsitzender des Arbeitskreises Digitalisierung der Bundesingenieurkammer zur Bedeutung von Künstlicher Intelligenz (KI) im Bauingenieurwesen

Dipl.-Ing. Markus Kramer © tsew. Christian Köhler
Dipl.-Ing. Markus Kramer © tsew. Christian Köhler

Wie blicken Sie als Ingenieur auf das Zusammenspiel von künstlicher Intelligenz und menschlicher Expertise in Ihrem Berufsalltag?

Kramer: „KI wird in der täglichen Arbeit zunehmend zu einem unterstützenden Werkzeug. Besonders bei Routineaufgaben, die in jedem Planungsbüro anfallen, kann die generative KI heute schon gute Dienste leisten, z. B. beim Verfassen von E-Mails oder Baubeschreibungen. Auch datenintensive, wiederholbare Aufgaben wie Simulationen, Variantenvergleiche oder automatisierte Mengenermittlungen sind mit Hilfe von KI schnell und präzise zu erledigen. Das entlastet die Fachkräfte und schafft Freiräume für ingenieurtypische Leistungen. Es geht in gewisser Weise um eine Arbeitsteilung, ein hybrides Arbeitsmodell. Der kreative Geist von Ingenieurinnen und Ingenieuren für die besten Lösungen dringt wieder stärker in den Vordergrund. Am Ende bringt das, ganz nebenbei, auch mehr Freude am Job.“

Wie blicken Sie als Ingenieur auf das Zusammenspiel von künstlicher Intelligenz und menschlicher Expertise in Ihrem Berufsalltag?

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Wie sieht es aus, wenn künstliche und natürliche Intelligenz miteinander verzahnt sind? Welche Aufgaben delegieren wir an die KI, was macht der Mensch? Gerade im Bauwesen gibt es ja viele sicherheitsrelevante Bereiche.

Kramer: „Diese Fragestellung ist im Prinzip der Ausgangspunkt, warum wir ein KI-Positionspapier verfasst haben. KI-basierte Systeme sind mächtige Werkzeuge, sie können schnell Lösungen für komplexe Aufgabenstellungen liefern. Aber inwieweit kann ich der Lösung trauen? Will ich mich beim Brandschutz oder der Standsicherheit von Gebäuden auf Ergebnisse einer KI verlassen, die unter Umständen nicht mehr gänzlich nachvollziehbar sind? Zur Risikominimierung braucht es am Ende immer Ingenieurinnen und Ingenieure, die mit technischem Sachverstand die Ergebnisse mit einer Plausibilitätsprüfung kontrollieren. Das ist unsere Verantwortung gegenüber den Bauherren und der Gesellschaft. Diese Verantwortung ist und bleibt mit einzelnen, verantwortlichen Personen verknüpft. Dies spiegelt sich auch in unserem, kammerseitig gestützten System der persönlichen Qualifikationen wie beispielsweise bei Prüfingenieuren wider. Diese Verantwortung kann nicht an die KI delegiert werden.“

Wie wird sich das Bauingenieurwesen durch KI zukünftig ändern?

Kramer: „Die Arbeit von Ingenieurinnen und Ingenieuren hat sich mit zunehmender Digitalisierung bereits in den letzten 50 Jahren stetig geändert und weiterentwickelt, KI ist und wird hier nochmal ein Beschleuniger sein. Anforderungen an den Job werden sich ändern. Ingenieurinnen und Ingenieure müssen künftig stärker mit digitalen Tools umgehen können, Daten interpretieren und Entscheidungen auf Basis von KI-generierten Informationen treffen. Ein grundlegendes ingenieurtechnisches Verständnis bleibt unersetzlich und darauf sollte auch im Zeitalter von KI ein besonderes Augenmerk in der Aus-, Fort- und Weiterbildung gelegt werden. Wirklich neu ist dieser Aspekt für die Arbeit der Bauingenieurinnen und -ingenieure allerdings nicht. Es gibt wohl keinen anderen technischen Beruf, der so viel Erfahrung mit dem Einsatz digitaler Werkzeuge in der täglichen Arbeit hat, wenngleich diese bislang nicht die Komplexität der KI hatten.

Gleichzeitig bleibt die menschliche Komponente entscheidend – also Führung im Büro oder auf der Baustelle, Kommunikation mit Bauherren und Projektpartnern sowie beim Lösen von unerwarteten Problemen in Echtzeit. Denn kein Algorithmus kann die Erfahrung und die zwischenmenschliche Komponente ersetzen, die es in kritischen Momenten braucht.“

Kramer: „KI wird in der täglichen Arbeit zunehmend zu einem unterstützenden Werkzeug. Besonders bei Routineaufgaben, die in jedem Planungsbüro anfallen, kann die generative KI heute schon gute Dienste leisten, z. B. beim Verfassen von E-Mails oder Baubeschreibungen. Auch datenintensive, wiederholbare Aufgaben wie Simulationen, Variantenvergleiche oder automatisierte Mengenermittlungen sind mit Hilfe von KI schnell und präzise zu erledigen. Das entlastet die Fachkräfte und schafft Freiräume für ingenieurtypische Leistungen. Es geht in gewisser Weise um eine Arbeitsteilung, ein hybrides Arbeitsmodell. Der kreative Geist von Ingenieurinnen und Ingenieuren für die besten Lösungen dringt wieder stärker in den Vordergrund. Am Ende bringt das, ganz nebenbei, auch mehr Freude am Job.“

Wie sieht es aus, wenn künstliche und natürliche Intelligenz miteinander verzahnt sind? Welche Aufgaben delegieren wir an die KI, was macht der Mensch? Gerade im Bauwesen gibt es ja viele sicherheitsrelevante Bereiche.

Kramer: „Diese Fragestellung ist im Prinzip der Ausgangspunkt, warum wir ein KI-Positionspapier verfasst haben. KI-basierte Systeme sind mächtige Werkzeuge, sie können schnell Lösungen für komplexe Aufgabenstellungen liefern. Aber inwieweit kann ich der Lösung trauen? Will ich mich beim Brandschutz oder der Standsicherheit von Gebäuden auf Ergebnisse einer KI verlassen, die unter Umständen nicht mehr gänzlich nachvollziehbar sind? Zur Risikominimierung braucht es am Ende immer Ingenieurinnen und Ingenieure, die mit technischem Sachverstand die Ergebnisse mit einer Plausibilitätsprüfung kontrollieren. Das ist unsere Verantwortung gegenüber den Bauherren und der Gesellschaft. Diese Verantwortung ist und bleibt mit einzelnen, verantwortlichen Personen verknüpft. Dies spiegelt sich auch in unserem, kammerseitig gestützten System der persönlichen Qualifikationen wie beispielsweise bei Prüfingenieuren wider. Diese Verantwortung kann nicht an die KI delegiert werden.“

Wie wird sich das Bauingenieurwesen durch KI zukünftig ändern?

Kramer: „Die Arbeit von Ingenieurinnen und Ingenieuren hat sich mit zunehmender Digitalisierung bereits in den letzten 50 Jahren stetig geändert und weiterentwickelt, KI ist und wird hier nochmal ein Beschleuniger sein. Anforderungen an den Job werden sich ändern. Ingenieurinnen und Ingenieure müssen künftig stärker mit digitalen Tools umgehen können, Daten interpretieren und Entscheidungen auf Basis von KI-generierten Informationen treffen. Ein grundlegendes ingenieurtechnisches Verständnis bleibt unersetzlich und darauf sollte auch im Zeitalter von KI ein besonderes Augenmerk in der Aus-, Fort- und Weiterbildung gelegt werden. Wirklich neu ist dieser Aspekt für die Arbeit der Bauingenieurinnen und -ingenieure allerdings nicht. Es gibt wohl keinen anderen technischen Beruf, der so viel Erfahrung mit dem Einsatz digitaler Werkzeuge in der täglichen Arbeit hat, wenngleich diese bislang nicht die Komplexität der KI hatten.

Gleichzeitig bleibt die menschliche Komponente entscheidend – also Führung im Büro oder auf der Baustelle, Kommunikation mit Bauherren und Projektpartnern sowie beim Lösen von unerwarteten Problemen in Echtzeit. Denn kein Algorithmus kann die Erfahrung und die zwischenmenschliche Komponente ersetzen, die es in kritischen Momenten braucht.“

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„ZERO.“ – Bauvorhaben für die Internationale Bauausstellung: Für die Errichtung der aufgehenden Obergeschosse wurden 286 Raummodule samt Fenstern und Anschlussöffnungen vorgefertigt und zum Teil technisch vorinstalliert.

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© Markus Guhl

AUS DEM INHALT:

Deutsches Ingenieurblatt Ausgabe 4-2025

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