Wichtig war eine möglichst neutrale und harmonische Farbgebung der Gläser, sowohl bei den planen als auch bei den gebogenen Scheiben. © Olaf Rohl/Saint-Gobain Glass
Wichtig war eine möglichst neutrale und harmonische Farbgebung der Gläser, sowohl bei den planen als auch bei den gebogenen Scheiben. © Olaf Rohl/Saint-Gobain Glass

32 Meter Naturstein an der Spree: Berliner Bürobau verbindet Travertin und Hightech-Glas

32 Meter Naturstein an der Spree: Berliner Bürobau verbindet Travertin und Hightech-Glas

32 Meter Naturstein an der Spree: Berliner Bürobau verbindet Travertin und Hightech-Glas

Komplexe Anforderungen an Sonnenschutz, Schallschutz und Gestaltung mit 15 Glastypen

Komplexe Anforderungen an Sonnenschutz, Schallschutz und Gestaltung mit 15 Glastypen

15 verschiedene Glasvarianten, gebogene Scheiben und eine durchgehende Travertin-Fassade über gerundete Ecken: Das Architekturbüro Maske + Suhren löste beim Bürogebäude AXIS an der Rummelsburger Bucht in Berlin eine anspruchsvolle Aufgabe an der Schnittstelle von Naturstein und Hightech-Glas.

15 verschiedene Glasvarianten, gebogene Scheiben und eine durchgehende Travertin-Fassade über gerundete Ecken: Das Architekturbüro Maske + Suhren löste beim Bürogebäude AXIS an der Rummelsburger Bucht in Berlin eine anspruchsvolle Aufgabe an der Schnittstelle von Naturstein und Hightech-Glas.

Wichtig war eine möglichst neutrale und harmonische Farbgebung der Gläser, sowohl bei den planen als auch bei den gebogenen Scheiben. © Olaf Rohl/Saint-Gobain Glass
Wichtig war eine möglichst neutrale und harmonische Farbgebung der Gläser, sowohl bei den planen als auch bei den gebogenen Scheiben. © Olaf Rohl/Saint-Gobain Glass

Neues Quartier am Bahnhof Ostkreuz

Zwischen Bahnhof Ostkreuz und Rummelsburger See entsteht derzeit ein gemischtes Gewerbe- und Wohnquartier – mit Wohnungen und dem Meerespark-Aquarium Ocean Berlin. An der Ecke zum Bahnhof plante die Streletzki Gruppe das 32 Meter hohe Bürogebäude AXIS als weithin sichtbaren Solitär mit Natursteinfassade aus Travertin. Das Berliner Büro Maske + Suhren hat für das Eckgrundstück einen L-förmigen Baukörper mit zwei langen Schenkeln entworfen. Der südliche folgt, leicht abgeknickt, der Paul-und-Paula-Promenade bis zum Seeufer.

Auf rund 11.300 Quadratmetern verteilen sich Gewerbeflächen für Handel und Gastronomie im Erdgeschoss sowie flexibel organisierbare Büros mit 870 Arbeitsplätzen in den Obergeschossen. Eine begrünte Dachterrasse dient als Treffpunkt und bietet Blick über die Stadt und den Rummelsburger See. An der Südseite ergänzen Balkone und weitere Dachterrassen das Raumprogramm. Zum Bahnhof hin erschließt ein Vorplatz das Gebäude mit Läden, Gastronomie und einem Foyer mit Pförtnertresen und Backoffice. Die Tiefgarage erreichen Nutzer über eine Zufahrt auf der Ostseite.

Der hohe Gestaltungsanspruch galt auch für die Wahl der Verglasung, die stark variierende Anforderungen zu erfüllen hatte. © Olaf Rohl/Saint-Gobain Glass
Der hohe Gestaltungsanspruch galt auch für die Wahl der Verglasung, die stark variierende Anforderungen zu erfüllen hatte. © Olaf Rohl/Saint-Gobain Glass

Horizontale Gliederung mit gerundeten Ecken

Die Fassade folgt einer konsequent horizontalen Gliederung – mit gerundeten Ecken, großflächiger Verglasung und hellen Kalksteinbändern aus Travertin Classico. Präzise Fugenraster und schmale Profilierungen der 40 Millimeter starken Travertinplatten an den Fensteröffnungen unterstreichen den handwerklichen Anspruch. Schmale, ebenfalls mit Travertin verkleidete Pfeiler trennen die großformatigen Fenster, ohne die horizontale Bandwirkung zu unterbrechen. Die abgerundeten Ecken verleihen dem Baukörper eine ruhige Eleganz und prägen den Ort. Die vierachsigen Fensterelemente verfügen jeweils über zwei Öffnungsflügel. Fensterbänder, Glaselemente und Travertinplatten folgen auch an den Rundungen der Kurve – gebogen und bündig.

Die Aluminiumprofile der Fenster tragen eine bronzefarbene Pulverbeschichtung, ebenso die Brüstungsbleche. Denselben Braunton nehmen die Markisenstoffe des außenliegenden Sonnenschutzes auf. Dessen aufgesetzte Führungsschienen werfen feine Schatten und betonen die filigrane Wirkung der schmalen Profile.

Das AXIS Office an der Rummelsburger Bucht wurde von der Streletzki Gruppe entwickelt, die das Hochhaus auch langfristig im Bestand hält. © Olaf Rohl/Saint-Gobain Glass
Das AXIS Office an der Rummelsburger Bucht wurde von der Streletzki Gruppe entwickelt, die das Hochhaus auch langfristig im Bestand hält. © Olaf Rohl/Saint-Gobain Glass

15 Glastypen – funktional differenziert, visuell einheitlich

Besondere Sorgfalt forderte die Auswahl der Verglasungen. „Uns war das Zusammenspiel von Naturstein und Glas besonders wichtig. Die Verglasung sollte absolut homogen wirken und farblich gut mit dem hellen Travertin harmonieren. Und das überall gleich, obwohl die Gläser sehr hohe und sehr unterschiedliche Anforderungen erfüllen sollten“, erinnert sich die Architektin Anna Maske.

Je nach Himmelsrichtung variieren die Anforderungen an Wärme- und Sonnenschutz sowie die Schallschutzstandards. Einige Gläser mussten darüber hinaus besondere Sicherheitsanforderungen erfüllen: durchwurfhemmend nach P2A und P4A oder absturzsichernd, etwa an den Fenstern im Dachgeschoss. Im Zwischengeschoss kam nur eine Dreifachverglasung infrage, da die Öffnungstechnik dieser Fenster keinen außenliegenden Sonnenschutz zuließ. Trotz all dieser Unterschiede sollten sämtliche Gläser – plane wie gebogene Scheiben – eine ausgewogene, neutrale Farbigkeit zeigen.

Objektdaten

Objekt: AXIS Office
Standort: Rummelsburger Seeblick 1, 10317 Berlin
Bauherr: SGI Ostkreuz GmbH, Berlin
Architektur: Maske + Suhren Architekten und Designer GmbH, Berlin
Fassadenbau: H.O. Schlüter GmbH, Lübz
Glaslieferanten: Planglas: Glaszentrum Magdeburg VertriebsGmbH, Hohe Börde, in Zusammenarbeit mit Thiele Glas Werk GmbH, Wermsdorf
Curved Glass: Doering Glass GmbH, Berlin
Gläser: SGG CLIMAPLUS COOL-LITE XTR 70/33, COOL-LITE XTR 70/33 II, COOL-LITE XTR 61/29, SGG EMALIT Evolution
Zertifizierungen: DGNB in Gold, angestrebt
Fertigstellung: 2024

Bemusterung im Maßstab 1:1

Auf Basis dieser Kombinationsanforderungen typisierten die Architekten gemeinsam mit dem ausführenden Unternehmen schließlich 15 verschiedene Glasscheibenvarianten, die die jeweiligen Vorgaben erfüllen. Alle Verglasungen kombinierte das Team so, dass sie nahezu gleiche Farbigkeit und Anmutung bieten. Eine Bemusterung im Maßstab 1:1 und die präzise Materialabstimmung stellten sicher, dass die Fensterbänder trotz unterschiedlicher Scheibenaufbauten ausgewogen wirken. Die Isolierverglasungen bestehen aus Sonnenschutzgläsern der Cool-Lite XTREME Familie von Saint-Gobain Glass. Den Ausschlag gaben die farbneutrale Außenansicht und die Kombinierbarkeit mit allen erforderlichen Funktionen – vom Schall- bis zum Absturzschutz. Die gebogenen Scheiben brachte Doering Glass in Berlin in die gewünschten, unterschiedlichen Radien. (mb)

www.saint-gobain-glass.de

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