Mit einer Reichweite von bis zu 26 Metern und einer Druckgeschwindigkeit von bis zu 10 Zentimetern pro Sekunde entstehen direkt auf der Baustelle tragende Betonwände Schicht für Schicht. © Aleksej Keksel
Mit einer Reichweite von bis zu 26 Metern und einer Druckgeschwindigkeit von bis zu 10 Zentimetern pro Sekunde entstehen direkt auf der Baustelle tragende Betonwände Schicht für Schicht. © Aleksej Keksel

Weltweit erster Keller aus mobilem 3D-Betondrucker

Weltweit erster Keller aus mobilem 3D-Betondrucker

Weltweit erster Keller aus mobilem 3D-Betondrucker

Konsortium setzt Großraum-Roboter mit 26 Metern Reichweite für tragende Bauteile ein

Konsortium setzt Großraum-Roboter mit 26 Metern Reichweite für tragende Bauteile ein

In Weißenhorn im schwäbischen Landkreis Neu-Ulm in Bayern setzt ein Konsortium aus fünf Unternehmen eigenen Angaben zufolge erstmals weltweit einen mobilen 3D-Betondrucker mit 26 Metern Reichweite für den Bau eines Kellers ein – der Großraum-Roboter fertigt tragende Bauteile schalungslos direkt auf der Baustelle. Den Kern des Bauprozesses bildet der Instatiq P1, ein mobiler Großraum-Roboter für den 3D-Betondruck.

In Weißenhorn im schwäbischen Landkreis Neu-Ulm in Bayern setzt ein Konsortium aus fünf Unternehmen eigenen Angaben zufolge erstmals weltweit einen mobilen 3D-Betondrucker mit 26 Metern Reichweite für den Bau eines Kellers ein – der Großraum-Roboter fertigt tragende Bauteile schalungslos direkt auf der Baustelle. Den Kern des Bauprozesses bildet der Instatiq P1, ein mobiler Großraum-Roboter für den 3D-Betondruck.

Mit einer Reichweite von bis zu 26 Metern und einer Druckgeschwindigkeit von bis zu 10 Zentimetern pro Sekunde entstehen direkt auf der Baustelle tragende Betonwände Schicht für Schicht. © Aleksej Keksel
Mit einer Reichweite von bis zu 26 Metern und einer Druckgeschwindigkeit von bis zu 10 Zentimetern pro Sekunde entstehen direkt auf der Baustelle tragende Betonwände Schicht für Schicht. © Aleksej Keksel

Das System kombiniert Baumaschinentechnik mit hochpräziser Robotik und setzt digitale Entwurfsdaten direkt auf der Baustelle um. Mit einer Reichweite von bis zu 26 Metern und einer Druckgeschwindigkeit von bis zu zehn Zentimetern pro Sekunde entstehen tragende Betonwände Schicht für Schicht ohne Schalung bei millimetergenauer Präzision.

Erstmals weltweit wird ein Keller im mobilen 3D-Betondruckverfahren direkt auf der Baustelle realisiert. © Aleksej Keksel
Erstmals weltweit wird ein Keller im mobilen 3D-Betondruckverfahren direkt auf der Baustelle realisiert. © Aleksej Keksel

„Mit dem ersten mobil 3D-gedruckten Keller zeigen wir, dass 3D-Betondruck nun auch für komplexere und hoch beanspruchte Strukturen bereit ist“, erklärt Markus Frasch, Geschäftsführer von Instatiq. „Unser mobiler 3D-Betondrucker bringt industrielle Fertigungsqualität direkt auf die Baustelle – effizient, nachhaltig und digital.“

Das Projekt vereint die Expertise von Rupp Gebäudedruck als ausführendes Bauunternehmen, Instatiq als Hersteller des mobilen 3D-Betondruckers, Heidelberg Materials für die Betonentwicklung, Remmers für die Bauwerksabdichtung sowie Inotec für Misch- und Pumptechnik. Liebherr stellt die mobile Energieversorgung bereit.

Für den mobil 3D-gedruckten Keller in Weißenhorn kam ein spezieller Beton von Heidelberg Materials zum Einsatz, der eigens für den mobilen 3D-Druck weiterentwickelt wurde. © Aleksej Keksel
Für den mobil 3D-gedruckten Keller in Weißenhorn kam ein spezieller Beton von Heidelberg Materials zum Einsatz, der eigens für den mobilen 3D-Druck weiterentwickelt wurde. © Aleksej Keksel

Transportbeton mit optimierter Rheologie

Heidelberg Materials entwickelte einen speziellen Transportbeton für den mobilen 3D-Druck. Das Material zeichnet sich durch optimale Pumpfähigkeit, hohe Formstabilität und schnelle Festigkeitsentwicklung aus – entscheidende Eigenschaften für den automatisierten Bauprozess mit mobilen Drucksystemen. Das Unternehmen nutzt die Anlagentechnik seines Werkes in Weißenhorn und gewinnt parallel Erkenntnisse zu den Anforderungen künftiger Projekte im mobilen 3D-Betondruck.

Der Drucker Instatiq P1 verbindet bewährte Baumaschinentechnik mit hochpräziser Robotik und setzt digitale Entwurfsdaten direkt auf der Baustelle um. © Aleksej Keksel
Der Drucker Instatiq P1 verbindet bewährte Baumaschinentechnik mit hochpräziser Robotik und setzt digitale Entwurfsdaten direkt auf der Baustelle um. © Aleksej Keksel

Zweikomponentige Abdichtung im Spritzverfahren

Remmers steuerte die Expertise für die Bauwerksabdichtung im erdberührten Bereich bei. Zum Einsatz kam die zweikomponentige, multifunktionale Bauwerksabdichtung MB 2K, die sich flexibel an die Geometrie der gedruckten Betonoberflächen anpasst. Die Applikation erfolgte im Spritzverfahren mit der Förderpumpe inoBEAM M8 von Inotec und gewährleistet eine gleichmäßige und nahtlose Abdichtung.

Die Bauwerksabdichtung von Remmers wurde mit der Förderpumpe inoBEAM M8 von Inotec im Spritzverfahren appliziert. © Aleksej Keksel
Die Bauwerksabdichtung von Remmers wurde mit der Förderpumpe inoBEAM M8 von Inotec im Spritzverfahren appliziert. © Aleksej Keksel

Batteriespeicher ersetzt Dieselaggregat

Der mobile Energiespeicher von Liebherr versorgt auf der Baustelle unter anderem den 3D-Drucker. Im Gegensatz zum permanent laufenden Dieselaggregat gibt der Speicher bedarfsgerecht Energie ab und reduziert dadurch CO₂-Emissionen und Lärmbelastung signifikant. Die komplett elektrifizierte Anlagentechnik und der präzise Materialeinsatz reduzieren den Materialverbrauch auf das tatsächlich Erforderliche und senken den CO₂-Ausstoß gegenüber konventionellem Mauerwerk deutlich.

Der mobile Energiespeicher von Liebherr versorgt auf der Baustelle in Weißenhorn unter anderem den 3D-Drucker – CO₂-Emissionen und Lärmbelastung werden signifikant reduziert. © Aleksej Keksel
Der mobile Energiespeicher von Liebherr versorgt auf der Baustelle in Weißenhorn unter anderem den 3D-Drucker – CO₂-Emissionen und Lärmbelastung werden signifikant reduziert. © Aleksej Keksel

Inbetriebnahme in 60 Minuten

Rupp Gebäudedruck führte den Druck des Kellers innerhalb weniger Tage aus. Der Instatiq P1 war innerhalb von nur 60 Minuten betriebsbereit und druckte die Kellerwände vollautomatisch nach digitalem Modell.

Remmers brachte seine langjährige Erfahrung in bauchemischen Produkten und reaktiver Bauwerksabdichtung ein. © Aleksej Keksel
Remmers brachte seine langjährige Erfahrung in bauchemischen Produkten und reaktiver Bauwerksabdichtung ein. © Aleksej Keksel

„Der Keller ist das Fundament jedes Bauwerks – und jetzt auch das Fundament einer neuen Bau-Ära“, meint Michael Oßwald, Geschäftsführer Rupp Gebäudedruck. „Das Projekt in Weißenhorn zeigt, wie digitale Prozesse und mobile Robotik den Rohbau transformieren – mit höchster Präzision, weniger Material und klar getakteten Abläufen.“

Das Partnernetzwerk demonstriert mit dem weltweit ersten mobil 3D-gedruckten Keller, wie sich digital gesteuerter Betonbau in komplexen Strukturen realisieren lässt. (mb)

https://rupp-gebaeudedruck.de

Objektsteckbrief

Projekt: Keller-Geschoss (Mehrfamilienhaus) in 3D-Betondruck, Weißenhorn
Bauherr: Michael Rupp Immobilien GmbH & Co. KG, Weißenhorn
Bauunternehmen: Rupp Gebäudedruck GmbH, Weißenhorn
3D-Drucker: Instatiq P1, Instatiq GmbH, Stuttgart
Beton: 3D-Druckbeton C25/30, Heidelberg Materials Donau-Iller GmbH & Co.KG, Werk Weißenhorn
Abdichtung: Zweikomponentige, multifunktionale Bauwerksabdichtung MB 2K, Remmers Gruppe SE, Löningen
Energieversorgung: Batterie-basierter Energiespeicher LPO 100, Liebherr
Fertigstellung: 2026

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