Die Digitalisierung der Deutschen Bahn geht weit über den Einsatz von Building Information Modeling (BIM) hinaus. Im Mittelpunkt steht die durchgängige Nutzung von Daten über den gesamten Lebenszyklus von Anlagen – von der Planung über den Bau und Betrieb bis hin zum Rückbau. Mit ihrer aktuellen Strategie „Von BIM zum digitalen Anlagenlebenszyklus“ setzt die Deutsche Bahn als größter Infrastrukturbetreiber Deutschlands neue Maßstäbe für ein effizientes, transparentes und steuerbares Infrastrukturmanagement.
Seit der ersten BIM-Strategie im Jahr 2015 entwickelt die Deutsche Bahn ihre digitale Ausrichtung kontinuierlich weiter. Die Strategie versteht sich dabei bewusst als lebendiges Dokument, das regelmäßig fortgeschrieben und an neue Anforderungen angepasst wird. Die vierte Fortschreibung aus dem Jahr 2024 rückt Daten und Informationen noch stärker in den Fokus. „Wir müssen die Daten und Informationen über den Medienbruch in den Betrieb hineinbekommen“, beschreibt Candy Friauf die zentrale Herausforderung.
BIM ist dabei ein wichtiger Bestandteil eines umfassenden digitalen Ökosystems. Aber kein alleiniger. Ebenso zählen unter anderem Digitale Zwillinge, Geoinformationssysteme, Künstliche Intelligenz sowie die konsequente Ausrichtung an Nachhaltigkeitszielen dazu. Konkrete Anwendungen wie der Prototyp „InfraMaps“ zur integrierten Datendarstellung oder „BahnGPT“ für KI-gestützte Prozesse verdeutlichen, dass die Strategie nicht nur konzeptionell, sondern auch praktisch vorangetrieben wird. Mit Blick auf das Ziel der Klimaneutralität bis 2040 wird deutlich: Digitale Transparenz, verlässliche Daten und eine effiziente Steuerung der Infrastruktur sind entscheidende Voraussetzungen, um die ambitionierten Vorhaben der Deutschen Bahn erfolgreich umzusetzen.