Schon während des Studiums an der damaligen FH Lübeck arbeitete Grimm für verschiedene Ingenieurbüros und führte eigenständig Versuche in der Materialprüfanstalt Schleswig-Holstein durch. „Das hat wirklich sehr viel Spaß gemacht – besonders das eigenständige Erarbeiten von Versuchsaufbauten für die Untersuchung eines Anschlusses von Kaltprofilen.“ Diese experimentelle Arbeit in der Bachelor- und Masterarbeit legte den Grundstein für seinen weiteren wissenschaftlichen Weg. An der Technischen Universität Darmstadt vertiefte Grimm seine Expertise als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Promovend im Fachgebiet Stahlbau. Er betreute Lehrveranstaltungen, hielt Vorlesungen und begleitete Abschlussarbeiten.
Forschung zu Sandwichelementen: Werkstoffe in Schichten
Seinen Forschungsschwerpunkt fand Grimm in sogenannten Sandwichelementen – Bauteilen, die aus verschiedenen Werkstoffen in Schichten zusammengesetzt sind. Er leitete ein Projekt, das die Allianz für Industrie und Forschung förderte, und schloss seine Promotion zum Tragverhalten von Flächentragwerken aus gekrümmten Sandwichelementen ab. Das Thema treibt ihn weiter um: „Im Bereich Sandwichbau ist noch viel Entwicklungspotential. Ich würde mich freuen, wenn ich interdisziplinär mit den Fachrichtungen Architektur, Maschinenbau sowie anderen Disziplinen des Bauingenieurwesens an der TH Lübeck zusammenarbeiten kann.“
Brückenbau: Wenn das Tragwerk sichtbar wird
Nach seiner Promotion spezialisierte sich Grimm in verschiedenen Ingenieurbüros auf den Brückenbau – ein Feld, das ihn aus einem bestimmten Grund fasziniert: „Während das Tragwerk im Hochbau meist möglichst unsichtbar und filigran sein soll, ist es bei Brücken immer Teil des Designs. Das Schöne daran ist, dass die eigene Arbeit sichtbar ist“, sagt der Bauingenieur.
Stahl als berechenbarer Werkstoff
In der Lehre will Grimm seine Begeisterung für den Werkstoff Stahl weitergeben: „Ich freue mich, wenn ich die Begeisterung für die Berechnung von Tragwerken -insbesondere aus dem tollen und zukunftsfähigen Werkstoff Stahl – weitergeben kann. Das Schöne am Stahlbau ist, dass man die Tragwerke in der Regel sehr genau berechnen kann. Die Herausforderung ist, dass man auch wirklich alles genau berechnen beziehungsweise berücksichtigen muss“, sagt Grimm.
Offene Wege statt fester Pläne
Grimm selbst arbeitete schon während des Studiums in der Praxis, um das Gelernte direkt anzuwenden. Sein Rat an Studierende: „Ich würde wirklich jedem empfehlen sich auszuprobieren und nicht mit zu festen Zielen durch das Studium zu gehen. Ich war mir damals sicher, dass ich Bauleiter werden möchte und heute bin ich Professor für Stahlbau.“ (mb)