Schälverfahren als Schlüssel zur Rohstoffnutzung
Konventionelle Massivholzverarbeitung erzeugt erhebliche Verschnittverluste. Das Schälverfahren, auf dem Kerto LVL basiert, funktioniert anders: Der entrindete Fichtenstamm liefert durchgehend etwa drei Millimeter starke Furnierlagen über seinen gesamten Querschnitt – auch krumme oder astige Abschnitte bleiben nutzbar. Das Ergebnis ist eine deutlich höhere Ausbeute pro Stamm gegenüber klassischen Schnittholzverfahren.
93 Prozent des von der gesamten Metsä Group eingesetzten Holzes tragen eine PEFC- oder FSC-Zertifizierung. 84 Prozent des Rohstoffs stammen aus Finnland, überwiegend aus den Wäldern der mehr als 90.000 finnischen Forstbesitzer. Für jeden geernteten Baum kommen vier neue hinzu. Totholz, Biotopbäume und sensible Flächen bleiben dabei erhalten.
Mehrlagiger Aufbau als konstruktive Grundlage
Die Leistungsfähigkeit des Materials beruht auf seinem schichtweisen Aufbau aus verleimten Furnierlagen, deren Fasern überwiegend in Längsrichtung orientiert sind. Diese gezielte Ausrichtung, kombiniert mit einer industriell kontrollierten Verleimung, erzeugt eine hohe und gleichmäßige Festigkeit bei gleichzeitig geringem Eigengewicht.
Die mehrlagige Furnierstruktur reduziert Quellen, Schwinden und Verdrehen gegenüber Massivholz deutlich – ein entscheidender Vorteil bei großformatigen Bauteilen und engen Anschlusstoleranzen. Für vorgefertigte Elemente und industrielle Fertigungsprozesse ergibt sich daraus eine verlässliche Maßhaltigkeit und Formstabilität.
Gewicht als Berechnungsgröße: Vergleich mit Stahlbeton
Das Verhältnis von Festigkeit zu Gewicht erlaubt besonders schlanke Querschnitte bei großen Spannweiten. Eine Kerto-Ripa-Deckenkonstruktion kommt auf rund 34 Kilogramm pro Quadratmeter – eine Stahlbetondecke vergleichbarer Funktion bringt etwa 675 Kilogramm auf die Waage. Das entspricht einer Einsparung von über 90 Prozent.
Einsatzbereiche im konstruktiven Holzbau
Metsä Wood liefert Kerto LVL in verschiedenen Dimensionen an holzverarbeitende Betriebe zur Weiterverarbeitung. Die Anwendungsgebiete umfassen Dachbeplankungen, -schalungen und konstruktive Dachplatten, Deckenscheiben, Rippen- und Kastendeckenelemente sowie Ständer für Wandelemente, Schwellen und Rähme. Als Ständer im Holzrahmenbau, als Sturz oder als Platte fügt sich das Material in unterschiedlichste Tragwerkslösungen ein. (mb)