Das Ergebnis: Verantwortlichkeiten verschwimmen, Dokumentversionen divergieren, und der Überblick über Fristen und Abnahmen geht verloren.
RIB Software hat dieses Problem zum Ausgangspunkt eines neuen Produkts gemacht. Auf der digitalBAU 2026 in Köln hat das Unternehmen RIB Unify vorgestellt – ein Ökosystem, das die Aufgabenbereiche vom Auftraggeber über den Planer bis zum Bauunternehmen auf der Baustelle und im Büro zusammenführt, über den gesamten Projektzyklus hinweg.
Zentrale Datenbasis statt verteilter Informationsinseln
Das Kernprinzip von RIB Unify ist eine cloudbasierte Umgebung, in der sämtliche projektrelevanten Dokumente abgelegt, geteilt und versioniert werden. Mitarbeitende auf der Baustelle greifen damit auf dieselben aktuellen Fotos, Änderungswünsche und Aufgaben zu wie ihre Kolleginnen und Kollegen im Büro. Laut Hersteller lassen sich dadurch Nacharbeiten, Koordinationsaufwand und Materialverschwendung reduzieren.
Das Prozessmanagement innerhalb der Plattform unterstützt Kommunikation und Aufgabenzuweisung: Beobachtungen, Fehler und deren Korrekturen, Abnahmen sowie Wiedervorlagen werden unmittelbar auf der Baustelle erfasst und automatisch über die Cloud mit dem Büro synchronisiert. Über eine mobile App können Baustellenteams und Nachunternehmer Rückfragen dokumentieren, Aufgaben abrufen und den Baufortschritt direkt vor Ort festhalten.
Unternehmensübergreifende Vernetzung als Zielsetzung
RIB Unify erweitert das bestehende Portfolio von RIB um unternehmensübergreifende Dokumentensteuerung sowie Prozessmanagement. Rolf Helmes, Chief Product Officer bei RIB, zur Entstehung des Produkts: „Unsere Kunden fordern integrierte Daten statt Datensilos und eine nahtlose Koordination zwischen Baustelle und Büro, auch unternehmensübergreifend. Genau daraus ist RIB Unify entstanden. Durch die direkte Integration von Projektdokumentation, Aufgaben- und Prozessmanagement sowie der mobilen Anbindung der Baustellenteams schaffen wir die Grundlage für ein deutlich einfacheres und effizienteres Management von Projektinformationen, Verantwortlichkeiten und Entscheidungen.“
Martin Muth, Geschäftsführer der RIB Deutschland GmbH und Head of DACH Region, benennt den wirtschaftlichen Druck, der hinter der Nachfrage steht: „Bauunternehmen in Deutschland haben ständig mit dem Druck steigender Kosten, enger Zeitspannen, knapper Budgets und außerdem einer komplexen Projektkoordination zu kämpfen. Diese Komplexität entsteht häufig auch durch projektspezifische Anforderungen von Auftraggebern – etwa individuelle Berichtsformate, die Voraussetzung für die Rechnungsstellung und Zahlung sind.“
Muth weiter: „Wenn Projektdaten, Abnahmen oder auch Verantwortlichkeiten in unterschiedlichen Softwaretools gepflegt werden, kann das das Projekt bremsen und es passieren oftmals auch Fehler. RIB Unify vernetzt Baustellenteams und Verantwortliche im Büro über den gesamten Projektzyklus hinweg, reduziert Mehrarbeit auf ein Minimum und erleichtert so die Einhaltung von Zeit- und Budgetvorgaben und das auch unternehmensübergreifend, einschließlich der Einbindung von Nachunternehmern.“
KI-Assistent und kontinuierliche Weiterentwicklung
Die Plattform bindet RIB Omni ein, einen integrierten KI-Assistenten, der beim Auffinden relevanter Dokumente und Projektinformationen sowie bei der kontextbasierten Aufgabenidentifikation unterstützen soll. Laut RIB soll die KI-Unterstützung den Zeitaufwand für administrative Tätigkeiten senken.
Den Funktionsumfang plant RIB mit drei Releases pro Jahr auszubauen. Parallel dazu soll schrittweise eine tiefere Integration des bestehenden Portfolios für eine durchgängige Vernetzung erfolgen. (mb)