Für die Fassade entwickelte GIMA in Zusammenarbeit mit bez+kock architekten ein fünfeckiges Sonderformat in Form einer „Bischofsmütze“, das durch seine versetzte Schichtung eine textile Anmutung erzeugt. © Alexander Bernhard
Für die Fassade entwickelte GIMA in Zusammenarbeit mit bez+kock architekten ein fünfeckiges Sonderformat in Form einer „Bischofsmütze“, das durch seine versetzte Schichtung eine textile Anmutung erzeugt. © Alexander Bernhard

Relief aus Recycling-Klinker: Mauerwerk mit Tiefenwirkung

Relief aus Recycling-Klinker: Mauerwerk mit Tiefenwirkung

Relief aus Recycling-Klinker: Mauerwerk mit Tiefenwirkung

Fünfeckiges Formsteinformat mit textilem Fassadenbild in Regensburg

Fünfeckiges Formsteinformat mit textilem Fassadenbild in Regensburg

Für den Erweiterungsbau der Georg-Kerschensteiner-Berufsschule Regensburg hat der Tonbaustoff-Spezialist GIMA einen Sonderformat-Klinker mit Recyclinganteil entwickelt, dessen Bischofsmützen-Profil ein reliefiertes Fassadenbild mit textilem Charakter erzeugt. Das fünfeckige Formsteinformat nimmt dabei den Dialog mit dem Klinkermauerwerk des Bestandsgebäudes aus den 1980er-Jahren auf und übersetzt es in eine zeitgemäße Gebäudehülle.

Für den Erweiterungsbau der Georg-Kerschensteiner-Berufsschule Regensburg hat der Tonbaustoff-Spezialist GIMA einen Sonderformat-Klinker mit Recyclinganteil entwickelt, dessen Bischofsmützen-Profil ein reliefiertes Fassadenbild mit textilem Charakter erzeugt. Das fünfeckige Formsteinformat nimmt dabei den Dialog mit dem Klinkermauerwerk des Bestandsgebäudes aus den 1980er-Jahren auf und übersetzt es in eine zeitgemäße Gebäudehülle.

Für die Fassade entwickelte GIMA in Zusammenarbeit mit bez+kock architekten ein fünfeckiges Sonderformat in Form einer „Bischofsmütze“, das durch seine versetzte Schichtung eine textile Anmutung erzeugt. © Alexander Bernhard
Für die Fassade entwickelte GIMA in Zusammenarbeit mit bez+kock architekten ein fünfeckiges Sonderformat in Form einer „Bischofsmütze“, das durch seine versetzte Schichtung eine textile Anmutung erzeugt. © Alexander Bernhard

Der Neubau im Süden von Regensburg schließt das Schulgelände nach Süden ab und dient als adressbildender Gebäudekopf. Er nimmt städtebaulich Bezug auf das terrassierte Bestandsgebäude. Im Inneren öffnet sich eine dreigeschossige Halle als kommunikatives Zentrum. Eine mit Eichendielen belegte Sitztreppe schafft Aufenthaltsqualität, geschwungene Galerien in den Obergeschossen ermöglichen vielfältige Blickbezüge. Über eine haushohe Glasfassade fällt Tageslicht aus dem begrünten Innenhof tief in die Halle.

Fünfeckiges Sonderformat als Gestaltungsmodul

Die rund 4.300 Quadratmeter umfassende Klinkerfassade basiert auf einem gemeinsam von GIMA und bez+kock architekten entwickelten Sonderformat in der Geometrie einer Bischofsmütze. Die Formsteine in den Maßen 300 x 90 x 71 Millimeter sowie 300 x 125 x 71 Millimeter mauerten die Handwerker lagenweise gegeneinander versetzt. Die ausgeprägte Profilierung dieser Schichtung erzeugt ein feines Relief, das je nach Sonnenstand ein wechselndes Licht-Schatten-Spiel ergibt. Die aufgeraute Oberfläche unterstreicht zusätzlich die haptische Tiefe des Mauerwerks.

Um optische Brüche zu vermeiden, wurden die Klinkervorsätze der Betonfertigteile für den passenden Anschluss an die gemauerte Fassade im versetzten Verband im Werk vorproduziert. © Alexander Bernhard
Um optische Brüche zu vermeiden, wurden die Klinkervorsätze der Betonfertigteile für den passenden Anschluss an die gemauerte Fassade im versetzten Verband im Werk vorproduziert. © Alexander Bernhard

Fertigung in einem Stück – ohne Schneiden und Kleben

Die rund zwölf verschiedenen Formsteinvarianten entstanden jeweils in einem Stück – mit speziellen Werkzeugen, ohne das ansonsten übliche Schneiden und Kleben. Dieses Verfahren sichert Präzision und Dauerhaftigkeit der Klinker. Ein spezielles Brennverfahren verleiht ihnen ihre nuancierte Farbigkeit. Die von den Architekten gewünschte, als „erdig-beige/tonig/leicht orange“ beschriebene Fortführung der bestehenden Materialität mit Splitt-Zuschlag stimmte GIMA im eigenen Labor auf den rötlich-orangen Ton des Bestandsgebäudes ab.

Recyclingmaterial, niedrige Wasseraufnahme, hohe Rohdichte

Bei der Materialentwicklung integrierte GIMA einen Anteil an Recyclingmaterial aus Abfällen der Natursteinverarbeitung. Die Klinker erreichen eine sehr niedrige Wasseraufnahme und eine hohe Scherbenrohdichte – bauphysikalische Kennwerte, die eine dauerhaft robuste und wartungsfreie Fassade im rauen Schulalltag gewährleisten.

Der Erweiterungsbau der Berufsschule in Regensburg ergänzt das bestehende Ensemble um einen prägnanten Baukörper, dessen Fassade durch ein Ziegelrelief und präzise Fensterfaschen aus Sichtbeton gegliedert wird. © Alexander Bernhard
Der Erweiterungsbau der Berufsschule in Regensburg ergänzt das bestehende Ensemble um einen prägnanten Baukörper, dessen Fassade durch ein Ziegelrelief und präzise Fensterfaschen aus Sichtbeton gegliedert wird. © Alexander Bernhard

Betonfertigteile als Kontrapunkt

Betonfertigteile aus dem GIMA-eigenen Werk ergänzen die Klinkerfassade. Markantes Detail sind überdimensionale Fensterfaschen mit Längen von bis zu sechs Metern, die als Sichtbetonbauteile mit speziell abgesäuerter Oberfläche die horizontalen Fensterbänder rahmen und dezent mit dem reliefierten Mauerwerk kontrastieren.

Schwalbenschwanzprofil sichert Verbund an Sturzuntersichten

Besondere Herausforderungen stellten Fertigteile mit Klinkervorsatz dar, etwa an den Sturzuntersichten. Um die Bischofsmützen-Profilierung auch dort ohne optische Brüche fortzuführen, fertigten die Hersteller die Klinker im Werk in den entsprechenden Verbänden vor. Das bewährte Schwalbenschwanzprofil auf der Rückseite der Klinkerschalen sorgt für den dauerhaft sicheren Verbund zwischen Ziegel und Beton – mechanische Verzahnung mit gestalterischer Präzision.

Projektdaten

Projektname: Erweiterungsbau Berufsschule Regensburg
Bauherrin: Stadt Regensburg
Architektur: bez+kock architekten, Stuttgart
Fassade: GIMA Klinker, Sonderformate 300x90x71 und 300x125x71mm, Betonfertigteile mit Klinkervorsatz in den Sonderformaten

In der Verbindung von individuellem Formstein und industrieller Vorfertigung realisierten GIMA und bez+kock architekten eine Fassade, die den handwerklichen Charakter des Ziegelbaus neu interpretiert und durch ihr reliefiertes Erscheinungsbild eine eigenständige architektonische Identität entwickelt. (mb)

www.gima-ziegel.de

Die zwischen beige und orange changierende Sonderfarbe der Fassadenklinker entstand in Zusammenarbeit mit bez+kock architekten und wurde im GIMA-Labor präzise abgestimmt. © Alexander Bernhard
Die zwischen beige und orange changierende Sonderfarbe der Fassadenklinker entstand in Zusammenarbeit mit bez+kock architekten und wurde im GIMA-Labor präzise abgestimmt. © Alexander Bernhard

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