Das Forschungsprojekt „Transformation zu nachhaltigen Quartieren – Strategien im Umgang mit Zielkonflikten“ (NaQZiel) will Wege aufzeigen, diese Konflikte konstruktiv zu bearbeiten.
„Wir wollen zeigen, dass nachhaltige Quartierserneuerung dann besonders wirksam ist, wenn technische Lösungen und die Einbindung sozialer Perspektiven zusammenkommen“, erklärt Jun.-Prof. Dr. Karoline Augenstein. „Nachhaltigkeit bedeutet immer beides: ökologische Wirkung und soziale Gerechtigkeit, denn erst diese Verbindung macht Quartierserneuerung zukunftsfähig“, ergänzt Prof. Dr. Maria Behrens. Die beiden Wissenschaftlerinnen vom Zentrum für Transformationsforschung und Nachhaltigkeit (transzent) der Bergischen Universität Wuppertal leiten das Projekt.
Zwei Reallabore in Wuppertal und Dortmund
Das Projektteam richtet in zwei Quartieren Reallabore ein: im „Wohnpark Schellenbeck“ in Wuppertal und in „Bergmannsgrün“ in Dortmund. Dort setzen die Beteiligten energetische Sanierungsmaßnahmen um und erproben gleichzeitig neue Kommunikations- und Beteiligungsformate. Hinzu kommen Suffizienz-Strategien, die darauf abzielen, den Energiebedarf durch veränderte Verhaltensmuster und Strukturen zu begrenzen – ohne die Lebensqualität zu mindern.
Sozialverträgliche Sanierungen, transparente Entscheidungsprozesse und echte Beteiligungsmöglichkeiten sollen dazu beitragen, dass Bewohner Klimaschutz nicht als Belastung, sondern als gemeinschaftliche Aufgabe wahrnehmen.
Wohnungsunternehmen und Wissenschaft arbeiten zusammen
NaQZiel verfolgt einen transdisziplinären Ansatz: Wissenschaftler, die Wohnungsunternehmen GWG Wuppertal und Vivawest, Mietervereine, lokale Initiativen sowie Bewohner arbeiten eng zusammen. Die systematische Analyse der erprobten Prozesse soll ein übertragbares Modell liefern, das auch andere Städte und Regionen anwenden können.
Förderung über drei Jahre
Die Europäische Union und das Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen fördern das Projekt aus dem EFRE/JTF-Programm NRW 2021–2027 im Rahmen von Regio.NRW-Transformation. Mit rund 1,1 Millionen Euro läuft NaQZiel von Januar 2026 bis Ende 2028. Durch die Vernetzung in der Region Wuppertal-Dortmund und den Wissenstransfer über die Modellquartiere hinaus trägt das Projekt zum Strukturwandel und zur nachhaltigen Stadt- und Regionalentwicklung in Nordrhein-Westfalen bei. (mb)