Drei Bausteine ermöglichen den energieeffizienten Betrieb: die Holz-Hybridbauweise, ein Niedertemperaturnetz, das Abwärme nutzt, sowie eine Photovoltaikanlage auf dem Dach. Mehr als 4.400 Sensoren erfassen den Energieverbrauch in Echtzeit. Ein digitales System steuert und dokumentiert, ob und wie die Laborgeräte besetzt sind. Das Gebäude bietet Platz für 1.000 Mitarbeitende. Mitte Februar 2026 haben Projektbeteiligte sowie Gäste aus Politik und Wirtschaft den Neubau eröffnet.
Früherkennung durch Blutdiagnostik
Alzheimer, Multiple Sklerose und Herz-Kreislauf-Erkrankungen bleiben im menschlichen Körper oft lange unbemerkt. Weltweit leiden mehr als 3,5 Milliarden Menschen an neurodegenerativen und chronischen Erkrankungen – Tendenz steigend. Roche will dem mit neuen Testverfahren begegnen: „Mit ihnen können Ärztinnen und Ärzte über eine Blutprobe bereits kleinste Veränderungen bei Betroffenen frühzeitig nachweisen und Therapien passgenauer auswählen“, sagt Thomas Schinecker, CEO von Roche.
3,5 Milliarden Euro für deutsche Standorte seit 2020
Das Zentrum gehört zu einer breiten Investitionsreihe: Seit 2020 steckte das Pharmaunternehmen mehr als 3,5 Milliarden Euro in seine deutschen Standorte – rund die Hälfte davon floss nach Penzberg. „Mit dem neuen Entwicklungszentrum stärken wir nicht nur unseren Forschungs- und Wirtschaftsstandort in Deutschland“, betont Schinecker. „Wir schaffen gleichzeitig wichtige Voraussetzungen, um unsere internationale Wettbewerbsfähigkeit weiter auszubauen und medizinische Lösungen weltweit anbieten zu können.“
Lean Construction Management taktet den Bauablauf
Drees & Sommer verantwortete das Construction Management und steuerte sämtliche Schritte vor, während und nach der Bauausführung. Projektleiter Adrian Schwarz koordinierte mit einem 30-köpfigen Team die Vergaben an Generalübernehmer und Einzelunternehmer, überwachte die Baustellenlogistik und integrierte digitale Planungsmethoden wie Building Information Modeling in den Bauablauf. In der Fertigstellungsphase begleitete das Team die Inbetriebnahme des Gebäudes.
Bei der Terminplanung setzte das Team auf Lean Construction Management. „Alle Projektschritte haben wir auf den Tag genau durchgetaktet und auf einer Projekttafel für alle transparent visualisiert“, sagt Schwarz. „Wir haben die Bau- und Terminabläufe so koordiniert, dass alle Gewerke nahtlos ineinandergreifen konnten – Angefangen bei der Planung über die Abläufe auf der Baustelle bis hin zum Vorbereiten des späteren Betriebs“, erklärt der Projektleiter.
Automatisierung im Laboralltag
Zusätzlich beschleunigen ein Pipettierroboter und das vollautomatisierte Probenlager Cube die Laborabläufe, sodass den Mitarbeitenden mehr Zeit für ihre wissenschaftlichen Kernaufgaben bleibt. (mb)