Normarbeit als Ergebnis jahrelanger Vorarbeit
Dass viele der über Jahrzehnte in den GUP entwickelten Material- und Produkteigenschaften mittlerweile Eingang in die DIN EN 15334-4 gefunden haben, wertet die QGH als Bestätigung ihrer fachlichen Vorarbeit. Mit der Novelle 2025 bezieht sich die Gemeinschaft auf die Normanforderungen, setzt in vielen Prüfkriterien jedoch höhere Grenzwerte an. So hat die QGH Prüfmethodiken aktualisiert, Prüfzyklen angepasst und deutlich verschärfte Anforderungen speziell für massive und coextrudierte Dielen formuliert. Ergänzend zur Norm legt das Regelwerk Vorgaben für die Rohstoffqualität, eine verpflichtende Fremdüberwachung sowie Nachhaltigkeitsaspekte fest.
Definierte Rohstoffe als Voraussetzung
Die QGH schreibt unter anderem einen Holzanteil von mindestens 50 Prozent (trocken) im Kernmaterial vor, ausschließlich aus nachhaltiger Forstwirtschaft und nachgewiesen über FSC- oder PEFC-Zertifikate. Für Polymerkomponenten gelten erhöhte Qualitätsanforderungen einschließlich REACH-Konformität. Auch an den nachhaltigen Anbau sonstiger Naturfasern stellt das Regelwerk Anforderungen. Zudem verpflichtet die QGH ihre Mitglieder, gebrauchte Dielen aus der eigenen Produktion zurückzunehmen und diese bei technischer Eignung zur Herstellung neuer Dielen einzusetzen.
Eigen- und Fremdüberwachung im Zusammenspiel
Die Qualitätssicherung stützt sich auf ein zweistufiges Verfahren: Hersteller führen mindestens zweimal täglich werkseigene Prüfungen zahlreicher Eigenschaften durch und dokumentieren die Ergebnisse. Alle drei Jahre überprüfen akkreditierte Prüfinstitute sowohl die Produkteigenschaften und alle weiteren Vorgaben als auch die Durchführung der Eigenüberwachung. Die in den GUP festgelegten Grenzwerte staffelt die QGH nach Dielenart und geht bis auf wenige Ausnahmen deutlich über die Normanforderungen hinaus.
Die geprüften Eigenschaften umfassen unter anderem Biegefestigkeit, Rutschhemmung, Wasseraufnahme, Quellverhalten, Farbstabilität und thermisches Materialverhalten. Zusätzliche Grenzwerte gelten für Belastungswechsel, Kriechverhalten, Schlagbeständigkeit und Dauerhaftigkeit.
EPD-Nachweis schafft Transparenz über Umweltwirkungen
Im Rahmen des Qualitätszeichens dokumentieren Hersteller über Umweltproduktdeklarationen (EPD) nach ISO 14025 oder DIN EN 15804 unter anderem das Treibhauspotenzial (GWP), den Energieverbrauch und weitere Umweltindikatoren. Diese Angaben fließen in die ökologische Gebäudebewertung und nachhaltige Beschaffung ein. Die QGH erkennt sowohl Verbands-EPDs – etwa die aktuelle WPC-Terrassendielen-EPD des VHI – als auch produktspezifische EPDs einzelner Mitgliedsunternehmen an.
Kreislaufwirtschaft als Materialprinzip
WPC-Terrassendielen nutzen Nebenprodukte der Forst- und Sägeindustrie und lassen sich stofflich mehrfach recyceln. Der Holzanteil bindet langfristig Kohlenstoff, die Polymerkomponente erhöht die Beständigkeit gegen Feuchtigkeit, UV-Einwirkung sowie Insekten- und Pilzbefall. Ein Anstrich mit Holzschutzöl entfällt, was Pflegeaufwand und Umweltbelastung reduziert.
„WPC‑Terrassen sind durch ihre Langlebigkeit, Ressourcenschonung und Wiederverwertbarkeit ein praktisches Beispiel gelebter Kreislaufwirtschaft“, erklärt Anemon Strohmeyer, Geschäftsführerin der Qualitätsgemeinschaft Holzwerkstoffe (QGH). Sie betont: „Unser Qualitätszeichen Holzwerkstoffe bietet Verbraucherinnen und Verbrauchern Klarheit und Sicherheit – nur Produkte, die unsere strengen Kriterien erfüllen, erhalten es.“
„Das Qualitätszeichen Holzwerkstoffe der QGH stellt sicher, dass nur Produkte, die nachweislich strenge ökologische und technische Anforderungen erfüllen, ausgezeichnet werden. Es bietet Endkunden eine klare Orientierung beim Kauf und ist ein starkes Qualitätsversprechen der heimischen Hersteller innerhalb der Branche.“, so QGH-Obmann für den Qualitätsfachbereich WPC Michael Mette.
Hintergrund: Qualitätsgemeinschaft Holzwerkstoffe e.V.
Die Qualitätsgemeinschaft Holzwerkstoffe vergibt das „Qualitätszeichen Holzwerkstoffe“ an Produkte, die den Qualitätskriterien der Gemeinschaft entsprechen. Unabhängige Prüflabore überprüfen sämtliche Anforderungen. In der Gemeinschaft sind drei Produktgruppen vertreten: Spanplatten, Sperrholz und Holz-Polymer-Werkstoffe (WPC). (mb)