Die Brücke unterstützt den klimaneutralen Rad- und Fußverkehr und ist auch selbst durch eine besondere Holzbauweise nachhaltig konstruiert. Darum wurde der Bau vom Bundesministerium für Verkehr (BMV) vollständig in Höhe von rund neun Millionen Euro im Rahmen der „Förderrichtlinie zur Förderung innovativer Projekte zur Verbesserung des Radverkehrs in Deutschland“ gefördert. Das Bundesamt für Logistik und Mobilität (BALM) fungiert als Bewilligungsbehörde für das Förderprogramm.
Mit dem von der Mannheimer Wohn- und Stadtentwicklung Projektentwicklungsgesellschaft (MWSP) umgesetzten Franklin-Steg hat Mannheim jetzt eine direkte, sichere und für den Rad- und Fußverkehr barrierefreie Überquerung der Bundesstraße 38. Die Brücke schafft eine Verbindung zwischen den neuen Angeboten im Stadtteil Franklin und den bestehenden Infrastrukturen im Stadtteil Vogelstang. Auf der Franklin-Seite beginnt der Steg mit einer Rampe im grünen Freiraum von Columbus, auf der Vogelstang-Seite ist eine Helix an der Thüringer Straße entstanden.
Die Brücke zeichnet sich durch ein nachhaltiges Design und die überwiegende Verwendung von Holz als Baumaterial aus. Der Entwurf des Franklin-Stegs stammt von der Arbeitsgemeinschaft Knippers Helbig GmbH aus Stuttgart und dem Londoner Büro DKFS Architects und wurde im September 2020 im Rahmen eines europaweiten, nicht offenen Planungswettbewerbs aus 15 eingereichten Beiträgen ausgewählt.
Das Brücken- und Rampenbauwerk ist ein eigenständig und konsequent nachhaltig entwickeltes Ingenieurbauwerk. Der nachwachsende Brückenbauwerkstoff Holz bildet das Primärtragwerk, während der innovative Werkstoff Carbonbeton für den Gehbelag und das Sekundärtragwerk genutzt wird.
Patrick Schnieder, Bundesminister für Verkehr: „Der Franklin-Steg ist ein Leuchtturmprojekt der innovativen Radverkehrsförderung des Bundes. Die Brücke ist nicht nur eine praktische Verbindung zweier Stadtteile, sie ist auch sehr hochwertig und bewusst aus nachhaltigem Material hergestellt. Hier ist ein Stück Infrastruktur entstanden, das die Lebensqualität verbessert und Menschen sowie der Umwelt zugutekommt. Der Franklin-Steg ist damit ein Vorbild für eine moderne Mobilitätspolitik und dient als Modell für Kommunen in ganz Deutschland. Mir ist es ein wichtiges Anliegen, Länder und Kommunen dabei zu unterstützen, ihre Verkehrswege entsprechend weiterzuentwickeln.“
Oberbürgermeister der Stadt Mannheim Christian Specht: „Jetzt ist es soweit: Der Franklin-Steg überwindet die seit Jahrzehnten bestehende Barrierewirkung der Bundesstraße 38. Er verbindet die rund 12.500 Einwohner des etablierten Stadtteils Vogelstang mit dem neuen und wachsenden Stadtteil Franklin, in dem heute schon rund 7.500 – und bald über 10.000 – Bürgerinnen und Bürger wohnen. Die attraktiv gestaltete Rad- und Fußwegverbindung ermöglicht ihnen gegenseitig den direkten Zugang zu Nahversorgungsangeboten, Bildungseinrichtungen und Naherholungsmöglichkeiten in beiden Stadtteilen. Wir sind sehr dankbar, dass uns der Bund bei diesem wichtigen Projekt für nachhaltige und klimafreundliche Mobilität so großzügig unterstützt hat.“
Achim Judt, Geschäftsführer der MWSP: „Franklin-Steg ist mehr als eine Verbindung zweier Stadtteile. Entstanden ist ein hybrides Bauwerk, das traditionelle und moderne Materialien intelligent kombiniert. Es steht für ökologische Verantwortung, technische Innovation und effiziente Ressourcennutzung. Der Franklin-Steg zeigt, wie nachhaltiges Bauen heute aussehen kann – und setzt Maßstäbe für zukünftige Infrastrukturprojekte.“