Lehmputz nach DIN 18947 im Praxistest

Einfamilienhaus kombiniert Mauerziegel und Naturmaterial

Ein Neubau in Furth im Wald liefert Praxisdaten zur Verarbeitung von Lehmputz nach DIN 18947 – LPM 0/4 m – S II – 2,0. Auf rund 1.000 Quadratmetern kombinierten die Verarbeiter den Lehmputz mit holzgefüllten Mauerziegeln in 42,5 Zentimetern Wandstärke. Bauherr Andreas Kiefl setzte etwa 15 Tonnen des Naturmaterials ein und erreichte mit dem zweigeschossigen Gebäude den KfW-40-Standard.
Die Verarbeitung des Lehmputzes erwies sich als unkompliziert. Zum Einsatz kam handelsübliches Baustellenequipment. © Rolf Sturm
Die Verarbeitung des Lehmputzes erwies sich als unkompliziert. Zum Einsatz kam handelsübliches Baustellenequipment. © Rolf Sturm

Materialeigenschaften und Zusammensetzung

Der eingesetzte Lehmputz besteht aus Natur-Baulehm sowie gemischtkörnigem, gewaschenem oder gebrochenem Sand. Das Material wirkt holzkonservierend, feuchtigkeitsregulierend und dampfdiffusionsfähig. Zudem speichert und reguliert es Wärme. „Dazu gehört natürlich auch eine optimierte Zusammensetzung und Verarbeitbarkeit auf der Baustelle. Denn am Ende zählt, wie das Produkt in der Praxis performt“, erklärt Thomas Bader, Geschäftsführer von Leipfinger-Bader.

Verarbeitung mit handelsüblicher Technik

Die Verarbeitung erfolgte mit handelsüblichen Putzmaschinen und Equipment. Der Untergrund aus Mauerziegeln musste fest, sauber, ausreichend rau, saugfähig, tragfähig und trocken sein, da der Lehmputz nur mechanisch haftet. Die Verarbeiter passten die Wassermenge direkt auf der Baustelle an den Untergrund, die Verarbeitungsart und die Auftragsstärke an. Die Einlage von Armierungsgewebe verhinderte Risse. Bei bestimmten Untergründen unterstützten Trocknungsgeräte den Prozess technisch. Die Putzarbeiten verliefen ohne Unterbrechungen.

Der Untergrund aus Ziegelmauerwerk erwies sich als besonders geeignet, da in diesem Fall eine komplette Austrocknung der ersten Schicht nicht unbedingt nötig ist und wertvolle Zeit eingespart wird. © Rolf Sturm
Der Untergrund aus Ziegelmauerwerk erwies sich als besonders geeignet, da in diesem Fall eine komplette Austrocknung der ersten Schicht nicht unbedingt nötig ist und wertvolle Zeit eingespart wird. © Rolf Sturm

Konstruktion und Gebäudetechnik

Das Gebäude am Ortsrand von Furth im Wald verfügt über 400 Quadratmeter Wohnfläche, eine 75 Quadratmeter große Garage und eine Dachterrasse im ersten Stockwerk. Die Dachgestaltung erfolgte mittels Attika. Innen bleibt sibirisches Lärchenholz sichtbar, das LED-Strahler akzentuieren.

Die Außenwände bestehen aus Silvacor-Mauerziegeln, gefüllt mit 100 Prozent sortenreinen Nadelholzfasern. Bei diesem Untergrund muss die erste Putzschicht nicht komplett austrocknen, bevor die Verarbeiter die zweite Schicht auftragen können. Das Ziegelmauerwerk erreicht ohne zusätzliches Wärmedämm-Verbundsystem den KfW-40-Standard.

Bei dem neuen Einfamilienhaus von Andreas Kiefl in Furth im Wald kam der Universal- und Grundputz von Leipfinger-Bader im ganzen Haus zum Einsatz. © Rolf Sturm
Bei dem neuen Einfamilienhaus von Andreas Kiefl in Furth im Wald kam der Universal- und Grundputz von Leipfinger-Bader im ganzen Haus zum Einsatz. © Rolf Sturm

Integrierte Lüftungstechnik

Leichtbau-Rollladenkästen aus hochverdichtetem geschlossenzelligem EPS ergänzen das Konzept. Sie sind hochwärme- und schallgedämmt sowie selbsttragend und eignen sich für das Energieeffizienzhaus 40 und 40plus. Ein integriertes Lüftungssystem sorgt für Zu- und Abluft, bleibt von außen jedoch unsichtbar. Schallschutz und Geräuschdämmung minimieren Lüftungsgeräusche und Luftströme.

Schichtaufbau: Der Lehmputz wird direkt auf das Ziegelmauerwerk aufgetragen, die weiteren Schichten folgen. © Leipfinger-Bader
Schichtaufbau: Der Lehmputz wird direkt auf das Ziegelmauerwerk aufgetragen, die weiteren Schichten folgen. © Leipfinger-Bader

Raumklima und Materialeigenschaften

Bauherr Andreas Kiefl und seine Familie entschieden sich bewusst für den Innenausbau mit Lehm. Das Naturmaterial neutralisiert Luftschadstoffe und Gerüche und zeigt sich immun gegen Schimmel. Es reduziert das Beschlagen von Fensterscheiben. Lehmgruben bauen das Material regional ab, was die Transportwege verkürzt.

Der Neubau zeigt, wie sich Naturbaustoffe wie Lehmputz und holzgefüllte Mauerziegel in der Praxis verarbeiten lassen und dabei hohe Energieeffizienz mit regulierendem Raumklima verbinden. (mb)

www.leipfinger-bader.de

Quelle: ALLPLAN Deutschland GmbH

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