Königspark Königs Wusterhausen: 2.500 Wohnungen mit dezentralem Regenwassermanagement

Quartiersentwicklung auf 56 Hektar setzt auf 15-Minuten-Stadt-Konzept und Rigolensysteme

Auf rund 56 Hektar entsteht im Norden von Königs Wusterhausen ein Quartier mit dezentralem Regenwassermanagement und 2.500 Wohnungen. Der Investmentberater Periskop Development plant gemeinsam mit der Stadt die Entwicklung des Königsparks nach dem 15-Minuten-Stadt-Konzept. Die Quartiersentwicklung verknüpft Wohnen, Arbeiten und Nahversorgung miteinander und setzt auf Rigolensysteme zur Regenwasserbewirtschaftung.
Quartiersentwicklung Königspark im Norden von Königs Wusterhausen. © Tchoban Voss Architekten
Quartiersentwicklung Königspark im Norden von Königs Wusterhausen. © Tchoban Voss Architekten

Das Beratungsunternehmen Drees & Sommer SE aus Stuttgart unterstützt die Berliner Periskop Development GmbH bei Planung und Umsetzung.

Gemischte Nutzung statt reiner Gewerbeflächen

Königs Wusterhausen liegt im wirtschaftlich starken Südost-Korridor der Region. Die 40.000-Einwohner-Stadt nahe dem Flughafen Berlin Brandenburg kämpft mit einem erheblichen Mangel an bezahlbarem Wohnraum. Das Quartier Königspark soll neuen Bewohnern langfristige Lebensqualität sichern und Anwohnern durch zusätzliche Infrastruktur einen spürbaren Mehrwert bieten. „Wir planen rund 2.500 Wohnungen für alle Alters- und Einkommensschichten, dazu eine Kita, eine Schule, Einkaufsmöglichkeiten, medizinische Versorgung, eine Feuerwache und obendrauf knapp 100.000 Quadratmeter Park- und Grünflächen“, sagt Petra Müller, Head of Development bei Periskop Development.

Seit den 1990er Jahren existiert ein Bebauungsplan für das Areal, der jedoch ausschließlich Gewerbeflächen vorsieht. Periskop Development schlägt nun einen Nutzungsmix vor, der den Bedürfnissen einer wachsenden Stadt gerecht wird.

Kurze Wege im Alltag

Das Konzept folgt dem Leitbild der 15-Minuten-Stadt: Alle Wege des Alltags lassen sich künftig im Quartier in weniger als 15 Minuten zurücklegen. „Egal ob von der Haustür zum Supermarkt oder vom Kindergarten zum Spielplatz; alles soll künftig bequem und schnell erreichbar sein“, betont Müller. Eine Verknüpfung mit dem öffentlichen Nahverkehr sichert die Anbindung nach Berlin. Mobilitätshubs ermöglichen einen flexiblen Umstieg zwischen verschiedenen Verkehrsmitteln.

Dezentrales Regenwassermanagement als Planungsschwerpunkt

Die Quartiersentwicklung rückt den Umgang mit Ressourcen in den Mittelpunkt. Das dezentrale Regenwassermanagement spielt eine zentrale Rolle in der Planung. „Wir müssen das Niederschlagswasser direkt dort auffangen, wo es fällt“, erklärt Max Vogel, Leading Consultant und Experte für Quartiersentwicklung bei Drees & Sommer. „Damit können wir flexibel steuern, wie sich das Wasser im Quartier verteilt.“ Im Königspark entstehen oberirdische Rigolen und Retentionsflächen. Begrünte Dächer, wasserdurchlässige Pflasterbeläge und Feuchtwiesen als temporäre Überflutungszonen tragen zur Regenwasserbewirtschaftung bei. „Wir befinden uns derzeit noch in der frühen Planungsphase“, so der Quartiersexperte. „Erste Überlegungen zielen darauf ab, Füllraumrigolen unter den zukünftigen Parkplatzflächen zu integrieren. Über Zuleitungsrigolen gelangt das Regenwasser dorthin. Gleichzeitig ist geplant, die Rigolen als gestalterisches Element harmonisch in den Freiraum des Königsparks einzubinden.“

Klimatische und ökologische Effekte

Die geplanten Parkflächen bieten Max Vogel zufolge weitere Vorteile: „Mit ihnen fördern wir die Biodiversität, indem wir Lebensräume für Insekten, Vögel und Kleintiere schaffen. Gleichzeitig erhöhen die Parkflächen die Aufenthaltsqualität und bieten Erholungsräume für das Quartier.“ Die begrünten Flächen wirken wie natürliche Klimaanlagen: „Sie kühlen die Umgebung an heißen Sommertagen, filtern Feinstaub aus der Luft und verbessern das städtische Mikroklima“, erklärt Vogel.

Beteiligung der Anwohner von Beginn an

Drees & Sommer und Periskop Development arbeiten nicht nur beim Königspark zusammen, sondern bündeln ihre Expertise in weiteren großangelegten Quartiersentwicklungsprojekten bundesweit, darunter in Duisburg und in Lenningen im Landkreis Esslingen. „Die langjährige und vertrauensvolle Zusammenarbeit zeigt, wie wichtig eine professionelle Projektsteuerung für erfolgreiche Flächenentwicklungen ist. Nachhaltige Quartiersentwicklung gelingt nur im engen Schulterschluss mit allen Beteiligten“, betont Nicolas Sauerwein, Senior Projektentwickler und Projektleiter des Königsparks seitens Periskop Development. „Und das nicht nur mit Partnern aus Planung, Architektur und Bau, sondern vor allem mit den Menschen vor Ort. Wir wollen die Anwohnenden und Entscheidungstragenden von Anfang an abholen und in das Projekt einbeziehen. In Königs Wusterhausen suchen wir deshalb den direkten Austausch“, sagt Sauerwein. „So konnten wir bereits lokale Besonderheiten in die Planung integrieren und gleichzeitig Akzeptanz für das Quartier schaffen“, ergänzt Max Vogel.

In den kommenden Wochen konzentriert sich das Planungsteam auf die Zusammenführung des Städtebaus mit Freiraum, Verkehrsplanung und technischer Infrastruktur. Bis Ende Juni 2026 soll das weitere Bebauungsplanverfahren beginnen. (mb)

www.koenigspark.de

Quelle: BYD Europe B.V.

NEWSLETTER

Nach Anmeldung versorgt Sie der Newsletter kostenfrei 14-tägig mit einer redaktionellen Auswahl aktueller Nachrichten und Berichten des Deutschen Ingenieurblatts.

Ihre E-Mail-Adresse wird ausschließlich zur Versendung des Newsletters verwendet und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können sich jederzeit per Abmeldelink im Newsletter abmelden (Datenschutzerklärung des Dienstleisters CleverReach).

Ihre E-Mail-Adresse:

Als Ingenieurkammer-Mitglied bitte nicht anmelden – Sie erhalten bereits exklusiv unseren umfassenderen „Mitglieder-Infoservice“ bzw. können diesen über Ihre Kammer bestellen.

BAUPLANER NEWS

Bleiben Sie auf dem Laufenden mit dem Bauplaner-Newsletter, unserem 14-tägigen E-Mail-Service, der Bauingenieure und Planer über die neuesten Entwicklungen in der Branche informiert. 

Ihre E-Mail-Adresse wird ausschließlich zur Versendung des Bauplaner-Newsletters verwendet und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können sich jederzeit per Abmeldelink im Bauplaner-Newsletter abmelden (Datenschutzerklärung des Dienstleisters CleverReach).

Ihre E-Mail-Adresse:

NEUE BEITRÄGE

Anzeige: Lesen Sie jetzt das neue ✶ ALLPLAN Whitepaper ✶