Konstruktion ohne Holzbetonverbunddecke
Das Schulgebäude entsteht inklusive Sporthalle und Mensa vollständig in Holzbauweise – mit Ausnahme der Treppentürme gilt das für alle Bereiche oberhalb der Kellerdecke. Die Dach- und Fassadenarbeiten sowie die konstruktiven Holzbau- und Stahlarbeiten führt die Züblin-Direktion Bayern gemeinsam mit der Holzbauspezialistin Züblin Timber im Auftrag der WBG KOMMUNAL GmbH aus.
Das konstruktive Konzept verzichtet bewusst auf eine Holzbetonverbunddecke – eine Entscheidung mit weitreichenden Konsequenzen. „Mit Ausnahme der Treppentürme entsteht das Gebäude oberhalb der Kellerdecke vollständig in Holzbauweise. Zentrales Merkmal der individuellen Konstruktion ist der bewusste Verzicht auf eine Holzbetonverbunddecke. Dies erfordert innovative statische und brandschutztechnische Detaillösungen, da viele Holzbauteile sichtbar bleiben und keine zusätzliche Brandschutzbekleidung erhalten“, erklärt Michael Weinmann, Projektverantwortlicher der Ed. Züblin AG, Direktion Bayern.
Materialien und Vorfertigung
Die Tragkonstruktion besteht aus massiven Brettschichtholz-Stützen und Unterzügen. In hochbelasteten Bereichen kommt Buche-Furnierschichtholz zum Einsatz, ergänzt durch Holzmodule aus Leno-Brettsperrholz und Baubuchekomponenten. Die Fassade erhält eine Holzrahmenbaukonstruktion mit Holz-Lamellen-Schalung auf einer Fläche von rund 6.000 Quadratmetern. Züblin Timber produziert die Holzelemente im Werk in Aichach vor, was die Bauzeit spürbar verkürzt.
Montageablauf: Präzision im Erdgeschoss, Tempo in den Obergeschossen
Den Holzbauarbeiten gingen mehrere hundert Kernbohrungen voraus, die millimetergenau in die Bodenplatte eingebracht wurden, um die Verankerungsdübel präzise zu setzen. Auf dieser Grundlage montierten die Fachkräfte die ersten Holzstützen des Erdgeschosses. Im nächsten Schritt folgen die Unterzüge, anschließend Brettsperrholzwände und Deckenelemente – größtenteils als Rippendecken – sowie die nichttragenden Außenwände des Erdgeschosses.
Die Montage im Erdgeschoss nimmt aufgrund der hohen Anzahl an Einzelbauteilen und des erforderlichen Toleranzausgleichs zum Beton mehrere Wochen in Anspruch. Ab dem ersten Obergeschoss beschleunigt sich der Baufortschritt deutlich: Dort entfällt der aufwendige Ausgleich zum Betonunterbau, und die Holzrahmenbauwände liefert Züblin Timber mit werkseitig eingebauten Fenstern und teilweise vormontierter Fassade. Das Gymnasium soll nach Fertigstellung rund 1.700 Schülerinnen und Schülern Platz bieten. (mb)