Um den Holzschaum im Schichtaufbau zu zeigen, präsentieren die Forschenden des Fraunhofer WKI gemeinsam mit Butterweck Holzstoffe eine Tür der Rodenberg Türsysteme AG, die längs aufgeschnitten wurde. Butterweck liefert Holzschaumplatten für die biologisch abbaubare Haustürfüllung „Organic Door Panel“ an Rodenberg. Diese Füllung stammt aus rein pflanzlichen Rohstoffen und lässt sich zu 100 Prozent recyceln.
„Das große Potenzial des Holzschaums im industriellen Einsatz zeigen wir gemeinsam mit unseren Partnern in diesem Jahr auf der Hannover Messe“, sagt Dr. Nina Ritter, Gruppenleiterin am Fraunhofer WKI. Der Einsatz des Holzschaums als Strukturelement in der Tür sei ein Beispiel für die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten des Materials. „Er kann mit klassischen Holzwerkstoffen, Metallen, Beton, Kunststoffen oder auch WPC als Decklage kombiniert werden. Dadurch entstehen leichte Hybridmaterialien mit höherer Funktionalität. Solche Sandwichmaterialien können beispielsweise auch im Automobilbau, als Möbelplatte oder als Fassadenelement eingesetzt werden“, erklärt Ritter.
Bindemittelfrei durch holzeigene Bindungskräfte
Die am Fraunhofer WKI entwickelten Holzschäume bestehen zu 100 Prozent aus Holz, da sie keine Bindemittel benötigen. Als Leichtwerkstoff erreichen sie eine Dichte zwischen 45 und 200 Kilogramm pro Kubikmeter bei offenporiger Struktur. Ihre Festigkeit entsteht durch holzeigene Bindungskräfte, sodass der Einsatz synthetischer Klebstoffe entfällt. Damit kommen sie als Verpackungsmaterial sowie zur Wärme- und Schalldämmung infrage und lassen sich problemlos recyceln.
Von der Vorlaufforschung zur Marktreife
Das Verfahren zur Herstellung von Schaumstoffen aus reinen Holzfasern ist in einem institutsinternen Vorlaufforschungsprojekt am Fraunhofer WKI entstanden. Im Zuge der Kooperation mit Butterweck Holzstoffe stand die Überführung in den industriellen Verarbeitungsprozess im Mittelpunkt. In den vergangenen Jahren arbeiteten die Kooperationspartner daran, den Holzschaum als Plattenwerkstoff bis zur Marktreife weiterzuentwickeln. Das Fraunhofer WKI begleitet Butterweck Holzstoffe dabei weiterhin beratend. (mb)