Südschleuse startet, Nordschleuse übernimmt Verkehr
Die Arbeiten beginnen mit der Südschleuse und dauern dort sechs Jahre. Während dieser Zeit leitet die Nordschleuse den gesamten Schiffsverkehr. Anschließend wechseln die Rollen: Die Nordschleuse geht in die Sanierung, die Südschleuse übernimmt den Betrieb.
Guido Zander, Leiter des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Donau MDK, erläutert die Bedeutung: „Mit seiner fast 100-jährigen Betriebszeit ist die Staustufe Kachlet ein beeindruckendes Beispiel für großartige Ingenieurskunst. Mit der anstehenden erforderlich gewordenen Modernisierung und Grundsanierung wird das Bauwerk für die nächsten 100 Jahre ‚fit‘ gemacht. Damit wird ein wichtiger Beitrag geleistet, die internationale Rhein-Main-Donau-Verbindung auch in der Zukunft sicher und verlässlich für den umweltfreundlichen und energiesparenden Verkehrsträger Schifffahrt bereitzuhalten.“
Spezialfräsen bearbeiten Schleusenmauern vom Ponton
Die Arbeitsgemeinschaft steht vor anspruchsvollen technischen Herausforderungen. Bagger mit Spezialfräsen schneiden vom Ponton aus Schlitze in die bestehenden Schleusenmauern. In diese Vertiefungen bohren die Arbeiter Anker ein und verschließen die Nischen anschließend wieder mit Beton. Die drei Unternehmen ergänzen sich mit spezifischen Fachkenntnissen: Porr steuert Spezialtiefbau sowie Ingenieur- und Erdbauleistungen bei. Habau bringt ebenfalls Ingenieur- und Erdbaukompetenz ein. Felbermayr trägt Hebetechnik und langjährige Wasserbauerfahrung bei.
335 Meter Länge und 24 Meter Breite im Endausbau
Die Dimensionen des Projekts sind beachtlich: Jede Schleuse erreicht im Endausbau eine Länge von etwa 335 Metern und eine Breite von 24 Metern. Bis zu 100 Mitarbeiter arbeiten gleichzeitig auf der Baustelle. Die Arbeiten umfassen Abbruch- und Erdbauarbeiten, Betonbau, Leitungsbau und Stahlwasserbau.
Projektart: Grundinstandsetzung Schleuse
Leistungsumfang: Rückbau bestehender Bauwerke bis auf die Grundsohle, Neuerrichtung von zwei Schleusenkammern, Installation moderner Schleusentortechnik
Auftraggeberin: Wasserstraßen-Neubauamt Magdeburg
Auftragnehmerin: Arbeitsgemeinschaft GI Schleuse Kachlet: Porr (40 Prozent), Habau (40 Prozent), Felbermayr (20 Prozent)
Projektdauer: 13 Jahre (2026 – 2038)
Auftragsvolumen: ca. EUR 290 Mio. (Arbeitsgemeinschaft)
Die bestehenden Bauwerke bauen die Unternehmen bis auf die Grundsohle zurück und errichten sie vollständig neu. Neben dem Neubau der Schleusenkammern nach aktuellen technischen Standards installiert die Arbeitsgemeinschaft eine neue Schleusentortechnik mit Stemmtoren, hydraulischen Antrieben sowie Steuerungs-, Automatisierungs- und Sicherheitstechnik. Die Maßnahmen sollen die Betriebssicherheit erhöhen, die Anlage an heutige Anforderungen der Binnenschifffahrt anpassen und ihre Funktionsfähigkeit für die kommenden Jahrzehnte sicherstellen. (mb)