Eike Becker Architekten hatten das Gebäude 2002 entworfen. Bei der Generalüberholung optimierten die Fachplaner Dach, Fassade und Tiefgaragendecke energetisch und installierten Wärmepumpen sowie Photovoltaik-Anlagen. Dabei kam das sogenannte Generative Design zum Einsatz. Diese datenbasierte Entwurfsmethode erzeugt mit Hilfe von Parametern und Algorithmen in kurzer Zeit eine Vielzahl von Alternativen, die bei herkömmlicher Planung möglicherweise unberücksichtigt geblieben wären.
Kompletter Austausch der Fensterbänder
Die umlaufenden Fensterflächen des Z2 ließen sich nicht ertüchtigen. Die Ausführenden ersetzten sie in den Stockwerken 1 bis 5 durch das System AWS 75.SI+ optimized von Schüco. Das hochwärmedämmende Fenstersystem mit 75 Millimetern Bautiefe steht in verschiedenen Öffnungsvarianten zur Verfügung.
Die Fensterbänder setzen sich aus einzelnen, überwiegend 1350 Millimeter breiten Festverglasungen zusammen, die mit Lüftungsflügeln des Typs AWS VV und opaken Flächen kombiniert wurden. Das absturzsichernde Dreifachisolierglas erreicht einen Ug-Wert von 0,6 Watt pro Quadratmeter und Kelvin. Der Uw-Wert der Elemente liegt im Durchschnitt bei 0,85 Watt pro Quadratmeter und Kelvin.
Das Unternehmen Forster Fassadentechnik fertigte und montierte über 2500 Quadratmeter Fensterfläche über alle fünf Stockwerke hinweg. Um den statischen Anforderungen an die 2400 Millimeter hohen Elemente gerecht zu werden, ließ Forster die Raffstore-Führungsschienen bei Schüco direkt auf die Fensterprofile aufpressen. Das begrenzt die Durchbiegung der Profile infolge der auftretenden Lasten.
Pfosten-Riegel-Konstruktion im Erdgeschoss
Im Erdgeschoss wurden in einer Gebäudehälfte rund 340 Quadratmeter Pfosten-Riegel-Fassade FWS 60.SI von Schüco verbaut. Das System mit Ansichtsbreiten von 60 Millimetern bietet verschiedene Glasandruckprofile und Fassadendeckschalen und lässt sich mit Fenster-, Tür- und Schiebesystemen kombinieren. Die Eingänge entstanden im Türsystem AD UP 75 mit barrierefreier Nullschwelle nach DIN 18040 und elektrischen Türantrieben. Die andere Gebäudehälfte erhielt eine Fassade in Holz-Aluminium-Konstruktion, für die Forster passgenaue Schüco Einsatzelemente lieferte.
Für Fenster und Fassaden bestellte Züblin insgesamt 38 Tonnen Schüco Ultra Low Carbon-Aluminium (ULC). ULC besteht zu mindestens drei Vierteln aus Post-Consumer-Recyclingmaterial und weist einen GWP-Wert von 1,99 Kilogramm CO₂-Äquivalente pro Kilogramm Aluminiumprofil auf. Damit spart es im Vergleich zu Standard-Aluminium rund 72 Prozent CO2 ein.
Gebogene Photovoltaik-Module an der Brüstung
Eine besondere Herausforderung stellte die Sanierung der umlaufenden Brüstungsverkleidungen aus Aluminiumblech auf Höhe der Zwischendecken dar. Neben der vollständigen Demontage und Aufarbeitung der Elemente tauschten die Fachleute beschädigte Bleche durch neue aus und ertüchtigten die Unterkonstruktion statisch und bauphysikalisch. Zur regenerativen Energieerzeugung versahen sie die Brüstungen teilweise mit bauwerkintegrierter Photovoltaik (BIPV).
Schüco entwickelte in Zusammenarbeit mit Forster Fassadentechnik ein projektspezifisches, dezentes Halteprofil. Der Form der Brüstungsverkleidungen folgend, kamen neben üblichen flachen PV-Modulen auch eigens angefertigte konvexe und konkave PV-Module von Schüco zum Einsatz.
Brandschutztüren mit minimalem Profil
Bei den im Gebäudeinneren verbauten Türen mussten die Planer die Anforderungen des Brand- und Schallschutzes (SSK 3) berücksichtigen. Zum Treppenhaus hin sorgen zweiflügelige Brandschutztüren ADS 90 FR30 von Schüco für die Sicherheit der Nutzerinnen und Nutzer. Sie sind nach EN 1634/EN 1364 und DIN 4102 geprüft und gewährleisten einen dreißigminütigen Feuerwiderstand. Die Elemente sind mit automatischem Antrieb ausgestattet.
In den Fluren setzten die Handwerker zweiflügelige Türen des Typs ADS 90 FR90 mit neunzigminütigem Feuerwiderstand in der Brandwand in der Gebäudemitte ein. Sie verfügen über eine elektrische Offenhaltung. Insgesamt kamen siebzehn Elemente der FireStop-Systemplattform von Schüco zum Einsatz. Schmalste Profilansichten schaffen größtmögliche Transparenz, integrierte Schließer sowie verdeckt liegende Türbänder unterstützen die minimalistische Optik.
Objekt: Z2
Standort: Campus der Ed. Züblin AG, Stuttgart
Bauherr: Züblin AG, Teil der Strabag-Gruppe
Metallbau: Forster Fassadentechnik GmbH, Mitterteich
Brandschutz: Schwend Metallbau Wertheim GmbH & Co. KG, Wertheim
Verwendete Schüco Systeme:
Fenstersystem AWS 75.SI+ optimized (C2C Silber zertifiziert)
Lüftungsflügel AWS 75 VV.SI+ (C2C Silber zertifiziert) mit absturzsicherndem Dreifachisolierglas (VSG/Float/Float bzw. VSG/Float/VSG)
Pfosten-Riegel-Fassade FWS 60.SI (C2C Silber zertifiziert)
Türsystem AD UP 75 mit barrierefreier Nullschwelle (C2C Silber zertifiziert)
Bauwerksintegrierter Photovoltaik (BIPV)
Brandschutztüren FireStop ADS 90 FR 30 (C2C Silber zertifiziert) und ADS 90 FR 90 (C2C Bronze zertifiziert)
Fertigstellung: Dezember 2024
Kreislauffähige Materialien im Innenausbau
Für den Innenausbau fertigte ein mobiler 3D-Drucker Betonelemente. Zur weiteren Raumaufteilung entstand in einem Raumbereich im Erdgeschoss ein Prototyp von wiederverwendbaren Trockenbauwänden. Wo immer es möglich war, setzte Züblin kreislauffähige und Cradle to Cradle-zertifizierte Materialien und Bauteile ein.
Mit dem Erhalt des Rohbaus, der Aluminiumbrüstungsverkleidungen, der Erschließungskerne samt Aufzügen und Tiefgarage sowie eines Großteils der Sanitäranlagen demonstriert das Z2 ressourcenschonendes Bauen im Bestand.
Platin-Zertifizierung der DGNB
Die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) begleitete das gesamte Projekt einschließlich des Bauprozesses. Das Gebäude wird mit dem DGNB-Zertifikat in Platin ausgezeichnet werden und zudem das QNG-Siegel „Premium“ erhalten. Für die Ed. Züblin AG als Teil der Strabag-Gruppe ist das Projekt ein weiterer Schritt in Richtung Klimaneutralität. (mb)