Der Handlungsdruck ist erheblich: In gewerblichen Gebäuden in den USA gehen im Schnitt 30 Prozent der eingesetzten Energie verloren, in der EU weisen 75 Prozent des Gebäudebestands eine schlechte Energieperformance auf.
„Der Betrieb von Gebäuden wird weltweit zunehmend komplexer. Mit einer wachsenden Vielfalt an Energieanlagen und sich verändernden regionalen regulatorischen Anforderungen sind digitale Werkzeuge unverzichtbar, um das Energiemanagement zu vereinfachen und zu verbessern“, sagte Mark Roces, Vice President Digital Offer Management bei Eaton. „Als zentraler Bestandteil unseres digitalen Ökosystems für Gebäude umfasst Brightlayer Energy bewährte Energiespeicherlösungen, Microgridsteuerung und Lösungen für das Laden von Elektrofahrzeugen. Die Software bildet die Grundlage für die Optimierung von Infrastrukturinvestitionen und unterstützt eine zuverlässige Versorgung mit kostengünstiger und nachhaltiger Energie bei gleichzeitiger Einhaltung regulatorischer Anforderungen.“
Die Plattform ist Teil von Eatons Buildings-as-a-Grid-Konzept, das Gebäude als dynamische Energiezentren begreift. Ziel ist es, Effizienz zu steigern, Kosten zu senken und die Versorgungsresilienz zu erhöhen.
Fallbeispiele aus Amsterdam und South Carolina
Erste Implementierungen in Europa und Nordamerika belegen konkrete Ergebnisse. Das Florian Hotel in Amsterdam senkte seine Stromkosten um mehr als 25 Prozent und die Emissionen um 27 Prozent – bei gleichzeitigem Aufbau von neun Ladepunkten für Elektrofahrzeuge. In einem Eaton-Logistikzentrum in Spartanburg, South Carolina, sanken die Energiekosten um insgesamt 17 Prozent; die Kosten für das Laden von Gabelstaplern reduzierten sich um 66 Prozent, da die Software hohe Lastspitzen zuverlässig vermied.
Algorithmen wandeln Rohdaten in Steuerungsentscheidungen um
Technisch stützt sich Brightlayer Energy auf Algorithmen, die Echtzeitdaten in steuerungsrelevante Erkenntnisse übersetzen und Energieprognosen mit einer Genauigkeit von 99 Prozent liefern. Durch die Integration aktueller Wetterdaten prognostiziert das System die standortbezogene Solarstromerzeugung und leitet überschüssige Energie automatisch in Batteriespeicher um, sobald der Bedarf steigt. Das mehrstufige Management auf Standort-, Campus- und Unternehmensebene ermöglicht eine proaktive Überwachung über mehrere Liegenschaften hinweg.
Die Plattform übernimmt außerdem die Aggregation von Scope-1- und Scope-2-Emissionsdaten, steuert das Laden von Elektrofahrzeugen, setzt Strategien zur Lastspitzenglättung um und integriert tarifbasierte Lastverschiebung. Energiemarktdaten fließen in die Steuerung der Eigenerzeugung ein; Empfehlungen zur Betriebsoptimierung sowie Berichte für Nachweispflichten gegenüber Regulierungsbehörden runden den Funktionsumfang ab. (mb)