Die niedrige Holzfeuchte verhindert späteres Schwinden. Die Bauteile eignen sich für tragende und nicht tragende Holzrahmenbauwände.
Anforderungen an Präzision steigen
Der Holzrahmenbau unterliegt wachsendem Effizienzdruck. Verkürzte Bauzeiten, strengere Anforderungen an Präzision und Maßhaltigkeit sowie dauerhafte Konstruktionssicherheit fordern Planer und Ausführende heraus. Vollholzbauteile erreichen bei Schwelle und Rähm häufig ihre Leistungsgrenzen.
Drei-Millimeter-Lagen mit Querverbindung
Metsä Wood fertigt Schwelle und Rähm aus Kerto L mit einem Drei-Millimeter-Lagenaufbau. Die integrierten Querlagen erzeugen Formstabilität auch bei extremen Dimensionen. Dies vereinfacht dem Unternehmen zufolge die Wandherstellung und ermöglicht präzisere automatisierte Fertigungsprozesse.
Das Material weist keine Holzfehler auf. Statiker können es – anders als Brettsperrholz und Drei-Schichtplatten – als homogenes Bauteil berechnen. Beim Sägen, Fräsen oder Verschrauben verhält sich das Material gleichmäßig, unerwartete Spannungen entfallen. Die Querlagen und Materialhomogenität erlauben randnahe Verschraubungen ohne Aufplatzen oder Rissbildung. Der Zwingeneinsatz sinkt auf ein Minimum.
Materialeinsatz halbiert sich
Der Lagenaufbau von Kerto L reduziert den Materialeinsatz gegenüber herkömmlichen Schwellen um bis zu 50 Prozent. Das geringere Gewicht erleichtert das Baustellenhandling und beschleunigt die Verarbeitung durch kürzere Verbindungsmittel – bei unveränderter Tragfähigkeit und Steifigkeit. Für Schwellen empfiehlt sich eine Querschnittsstärke zwischen 33 und 57 Millimetern, wobei sich 45 Millimeter in der Praxis bewährt haben. Dieses Maß entspricht den Anforderungen vieler Verbindungsmittel. Selbst bei zusätzlicher Pfosteneinfräsung von fünf bis zehn Millimetern bleibt bei 45 Millimetern Stärke ausreichend Restquerschnittsfläche für statische Sicherheit und Stabilität erhalten.
Geringe Holzfeuchte verhindert Nachschwinden
Die geringe Holzfeuchte von Kerto L verhindert späteres Schwinden oder Verformen durch Nachtrocknung. Dies vermeidet Rissbildungen in der Wand. Die Kalibrierung im Herstellungsprozess erzeugt Toleranzen von nur plus null bis minus zwei Millimeter. Kerto L ermöglicht formstabile Übergänge im Bodenplattenbereich – auch bei auskragenden Schwellenlösungen. Die querverleimten Furniere minimieren das Quell- und Schwindverhalten in der Breite und vereinfachen die Planung anspruchsvoller Anschlüsse.
Einsatz in verschiedenen Bauteilen
Kerto LVL findet Anwendung in Wand-, Decken- und Dachelementen sowie in Sturzlösungen, Top-Plate-Auflagern und im Ständerwerk. Die Kombination aus Maßhaltigkeit, Formstabilität und Ressourceneffizienz erzeugt schlanke und präzise Konstruktionen für die werksseitige Vorfertigung und die Baustellenverarbeitung. Das Material deckt verschiedenste Bauprojekte ab. (mb)