Forschungsprojekt untersucht Robotik-Einsatz bei Sanierung und Umbau

Neue Lösungen für kleine und mittelständische Betriebe

Kleine und mittelständische Handwerksbetriebe stehen unter Druck: Umbau- und Sanierungsprojekte werden komplexer, Fachkräfte fehlen, Terminpläne verdichten sich. Ein Forschungsteam der Bauhaus-Universität Weimar untersucht nun, wie digitale Werkzeuge und Robotik diese Betriebe im Arbeitsalltag entlasten können. Digitale Bestandserfassung, vernetzte Planung und kollaborative Robotik werden erschwinglicher. Planung und Ausführung lassen sich direkt verzahnen, Arbeitsprozesse beschleunigen, bauliche Tätigkeiten automatisieren. Doch autonome Bauverfahren scheitern oft an der Realität.
Statt Menschen durch digitale Verfahren und Robotik zu ersetzen, stehen die Bedürfnisse, Kenntnisse und Kompetenzen der Handwerker im Mittelpunkt des Projektes "Handwerk der Zukunft". © Dr. Michael Braun
Statt Menschen durch digitale Verfahren und Robotik zu ersetzen, stehen die Bedürfnisse, Kenntnisse und Kompetenzen der Handwerker im Mittelpunkt des Projektes "Handwerk der Zukunft". © Dr. Michael Braun

Das Forschungsteam nimmt daher die Handwerkerinnen und Handwerker in den Fokus und entwickelt digitale Anwendungen gemeinsam mit Planungsbüros und Betrieben aus deren Perspektive.

Vom Aufmaß bis zur Ausführung

Architektinnen, Bauingenieure, Designerinnen und Informatiker der Bauhaus-Universität Weimar arbeiten eng mit Planungsbüros und Handwerksbetrieben zusammen. Sie betrachten den gesamten Prozess – von der Bestandsaufnahme über die Planung bis zur Ausführung. Bis 2028 entsteht eine Reihe von Lösungen, die sich flexibel in bestehende Arbeits- und Bauabläufe integrieren lassen. Die Forschenden testen die Ansätze mit kollaborativen Industrierobotern und demonstrieren Einsatzmöglichkeiten: von der Analyse des Bauwerkszustands über das Markieren von Wandöffnungen bis zum Materialabtrag.

Schnittstellen für die Praxis

Digitale Technologien scheitern auf der Baustelle häufig an fehlenden Standards, mangelnder Anwendungspraxis oder unzureichendem Wissen in den Betrieben. Das Forschungsteam analysiert alle notwendigen Arbeitsschritte und entwickelt praxisnahe Schnittstellen. Die Bedürfnisse, Kenntnisse und Kompetenzen der Handwerkerinnen und Handwerker bilden dabei einen integralen Bestandteil des Projekts. Die Wissenschaftler konzentrieren sich besonders auf Umbau- und Sanierungsmaßnahmen im Bestand.

Projektinformationen

Projekt: Handwerk der Zukunft: Datengestützte Planung und Mensch-Roboter-Interaktion im Baubestand
Gesamtförderung: 999.958,60 EUR, Europäischer Sozialfonds (ESF)
Laufzeit: 2026–2028

Potenzial für kleine und mittlere Betriebe

Kleine und mittelständische Betriebe sollen von den Ergebnissen profitieren. Digitale Verfahren und robotische Systeme können körperlich belastende Arbeiten reduzieren und den Arbeits- und Gesundheitsschutz verbessern. Auch kleine Teams bewältigen dadurch größere Auftragsvolumen. Präzise, datenbasierte Planungs- und Bauprozesse vermeiden Fehler und Nacharbeiten, der Materialeinsatz lässt sich effizienter planen. Eine solche Digitalisierung hält Betriebe handlungsfähig und erhöht die Attraktivität des Berufsfeldes für junge Nachwuchskräfte. Eine Vielzahl von Industriepartnern unterstützt das Projekt, ein Industriebeirat befindet sich in Gründung.

Der europäische Sozialfonds fördert das Projekt „Handwerk der Zukunft“ von 2026 bis 2028 mit rund einer Million Euro. (mb)

www.uni-weimar.de

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