Beengte Verhältnisse erfordern neue Lösungen
Das alte Gebäude aus dem Jahr 1785 musste nach einem Hagelschaden weichen. An seiner Stelle sollte ein zeitgemäßes Wohn- und Geschäftshaus entstehen – mitten in der Altstadt, wo jeder Quadratmeter zählt. „Wir hatten hier mitten in der Altstadt nur wenige Quadratmeter für die Baustelleneinrichtung und konnten keinen Kran aufstellen“, erzählt Architekt Prof. Michael Meyer. „Daher fiel schon früh die Entscheidung, die gesamte Gebäudehülle ab dem ersten Obergeschoss mit Liapor-Fertigelementen zu errichten, die sich problemlos per Autokran über drei Häuser hinweg einschwenken ließen.“
Dämmung bereits im Element integriert
Das Unternehmen Kastell aus Veringenstadt fertigte die Wandelemente und montierte sie vor Ort. Die Bauweise beschleunigte den Rohbau erheblich, da die Elemente bereits eine integrierte Wärmedämmung mitbringen. Eine nachträgliche Außendämmung entfällt damit ebenso wie die damit verbundenen Arbeitsschritte und Schnittstellen zwischen verschiedenen Gewerken. „Die Liapor-Energiesparwand ist ein 40 Zentimeter starkes Verbundwandsystem mit einem U-Wert von 0,196 W/m²K, das raumseitig eine 20 Zentimeter mächtige Schicht aus zementgebundenen Liapor-Blähtonkugeln aufweist“, erklärt Bernhard Schmid, Bauleiter bei Kastell. „Liapor-Blähton macht unsere Wandelemente energieeffizient, widerstandsfähig und langlebig, aber auch besonders leicht und druckfest.“
Material aus 180 Millionen Jahre altem Ton
Der Blähton besteht aus gebranntem Lias-Ton, der rund 180 Millionen Jahre alt ist. Das Material reguliert Feuchtigkeit und trägt so zu einem angenehmen Raumklima bei. Zugleich erfüllt es die Anforderungen an den Schallschutz und verfügt über eine F90-Zulassung für den Brandschutz. Als Naturprodukt lässt sich Blähton recyceln.
Acht Wochen für die gesamte Gebäudehülle
Die Montage der Gebäudehülle oberhalb des Erdgeschosses dauerte lediglich zwei Monate. Die Bauarbeiter errichteten jedes Geschoss innerhalb einer Woche. Diese Geschwindigkeit resultiert aus dem hohen Vorfertigungsgrad der bis zu zwei mal drei Meter großen Elemente. Diese kamen bereits innenseitig gespachtelt auf die Baustelle und benötigten nur noch einen Außenputz. Alle Öffnungen für Türen und Fenster sowie Rohre und Schlitze für Haustechnik und Elektroinstallation waren bereits eingebaut. (mb)