Gerade diese nicht kegelförmig geradlinige, sondern leicht konkave Röhre erwies sich als optimale Tragstruktur, bei der der relativ dünnwandige Schaft wie bei einem Bambusrohr etwa alle 10 m durch Querschotte ausgesteift wurde. So vermag der Sendeturm den aus allen Richtungen und mit unterschiedlicher Stärke wirkenden Windlasten standzuhalten.
Vom Ingenieur Fritz Leonhard stammte auch die Idee, einen Zweckbau mit einer Aussichtsplattform nebst Café zu ergänzen. Bei der Eröffnung am 5. Februar 1956 sah das Protokoll allerdings für Fritz Leonhardt nicht vor, eine Rede zu halten, obwohl er ausdrücklich darum gebeten hatte. Sogar sein reservierter Platz war besetzt, so dass er im unteren Restaurant Platz nehmen musste. Als Wiedergutmachung veranlasste der damalige SDR-Intendant für Leonhardt einen lebenslang gültigen Ausweis zum kostenlosen Besuch des Turms.
2009 wurde der Stuttgarter Fernsehturm von der Bundesingenieurkammer als „Historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland“ ausgezeichnet (Band 3 „Der Fernsehturm Stuttgart“, 3. Auflage, aus der HWZ-Schriftenreihe kann auf der HWZ-Webseite bestellt werden).
Bereits 1986 war er in die Liste der Kulturdenkmäler aufgenommen worden.
Konstruktion: Stahlbetonturm in vertikaler Kragarmbauweise mit auskragendem Turmkorb
Entwurf und Konstruktion: Prof. Dr.-Ing. Fritz Leonhardt
Künstlerische und technische Leitung: Prof. Erwin Heinle
Baukosten: etwa 4,3 Mio. DM
Bauherr und Eigentümer: Süddeutscher Rundfunk (heute SWR)
Baumaterial: 1.430 t Zement, 5.250 m3 Kies und Sand, 340 t Betonspannstahl, 680 m3 Holz, 55.000 Stück Klinker, 85.000 Ziegelsteine
Turmgewicht über der Erde: 3.000 t
Fundamentgewicht: 1.500 t
Höhe inklusive Sendemast: 217 m
Höhe der großen Plattform: 150 m
Infos über Öffnungszeiten und Veranstaltungen: https://www.fernsehturm-stuttgart.de/
Geburtstagsangebot des SWR Fernsehturms Stuttgart: Besucher:innen des Jahrgangs 1956 genießen die Auffahrten das ganze Jubiläumsjahr 2026 über kostenfrei.