Die Wärmewende im Gebäudesektor gehört zu den zentralen Herausforderungen der deutschen Energie- und Klimapolitik. Gebäude verursachen einen erheblichen Anteil der CO₂-Emissionen – gleichzeitig gelten Effizienzsteigerungen beim Energieverbrauch seit Jahren als Schlüssel zur Senkung von Betriebskosten und Emissionen. Doch welche Strategie führt zum Ziel: Fokus auf Energieeffizienz oder eine konsequente Ausrichtung an den tatsächlichen CO₂-Emissionen?
Während Effizienzstandards häufig auf aufwendige Sanierungen und hohe Investitionen setzen, argumentieren andere Ansätze für eine stärkere CO₂-Orientierung – etwa durch den Einsatz klimafreundlicher Heizungsanlagen und Energieträger. Doch stehen sich diese Ansätze tatsächlich im Weg? Oder braucht es einen pragmatischen Mittelweg, der sowohl Energieeinsparung als auch Emissionsreduktion sinnvoll miteinander verbindet?
Die Veranstaltung der Bundesingenieurkammer bringt Expertinnen und Experten aus Politik, Wirtschaft und Praxis zusammen, um genau diese Fragen zu diskutieren. Im Mittelpunkt steht die Suche nach tragfähigen Lösungen für eine erfolgreiche Wärmewende: Wie können Investitionen in Gebäudemodernisierung finanziert werden? Welche Rolle spielen staatliche Förderung und regulatorische Rahmenbedingungen? Und wie lässt sich sicherstellen, dass die Transformation sozialverträglich bleibt und breite gesellschaftliche Akzeptanz findet?
Nicht zuletzt stellt sich die Frage, welchen Beitrag das neue Gebäudemodernisierungsgesetz zu diesen Zielen leisten kann. Setzt es die richtigen Anreize – besteht Nachbesserungsbedarf? Gemeinsam wollen die Teilnehmenden des Diskussionsforums Perspektiven ausloten, Zielkonflikte beleuchten und Wege aufzeigen, wie die Wärmewende im Gebäudesektor bis 2045 erfolgreich gelingen kann.
Begrüßung: Wilhelmina Katzschmann, Bundesingenieurkammer e. V.
Wilhelmina Katzschmann hat an der Hochschule Mannheim studiert. Danach arbeitete sie als Entwicklungsingenieurin im Bereich militärische Funktechnik und Navigation in Mannheim sowie als Leiterin der Abteilung Fachbereich Elektrotechnik am Berufsbildungszentrum Neckargemünd. Anschließend war sie u. a. selbständig tätig in der Projektentwicklung und als Planungsingenieurin für Gebäudetechnik und übernahm das Ingenieur-Büro IGB Bonsch, dessen Leitung sie 2020 abgab. Seither ist sie freiberuflich als Consulter tätig.
Seit 2020 ist sie Vorstandsmitglied der Bundesingenieurkammer, zudem ist sie 2022 in ihrem Amt als Vizepräsidentin der Ingenieurkammer Rheinland-Pfalz bestätigt worden. Des Weiteren ist sie im Vorstand des Bauforums Rheinland-Pfalz tätig, Beiratsmitglied bei BIM-Deutschland sowie Beisitzerin der Vergabekammer Rheinland-Pfalz.
Impulsvortrag: Michael Kießling, MdB der CDU/CSU-Fraktion
Michael Kießling, geboren am 29. Mai 1973 in der Schweiz, wuchs in Marnbach bei Weilheim in Oberbayern auf und lebt seit 1994 im Landkreis Landsberg am Lech. Er ist verheiratet und Vater von zwei erwachsenen Töchtern.
Nach seiner Zeit bei der Bundeswehr, wo er eine Ausbildung zum Krankenpflegehelfer sowie die Unteroffiziers- und Offizierslehrgänge an der Sanitätsakademie in München absolvierte, begann Kießling 1993 ein Studium des Bauingenieurwesens, das er 1998 als Diplom-Bauingenieur (FH) abschloss. Von 1998 bis 2014 war er in verschiedenen Tochterunternehmen der Nemetschek AG tätig, einem führenden Anbieter von Software für Architekten, Ingenieure und die Bauindustrie. Berufsbegleitend absolvierte er einen MBA in Zürich und Boston. 2014 wurde Kießling zum Ersten Bürgermeister der Gemeinde Denklingen gewählt, bevor er 2017 als Direktkandidat für den Bundestagswahlkreis Starnberg-Landsberg-Germering in den Deutschen Bundestag einzog.
Im 19. Deutschen Bundestag war Michael Kießling ordentliches Mitglied im Ausschuss für Bau, Wohnen, Stadtentwicklung und Kommunen, im Ausschuss für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit sowie im Unterausschuss Bürgerschaftliches Engagement. Zudem wurde er 2019 als Mitglied in den zweiten Untersuchungsausschuss der 19. Wahlperiode zur Pkw-Maut berufen. Seit 2017 ist er im Parlamentskreis Mittelstand der CDU/CSU-Bundestagsfraktion aktiv.
Bei den darauffolgenden Bundestagswahlen 2021 und 2025 verteidigte Michael Kießling sein Direktmandat; bei der Wahl 2025 erhielt er 42,9 Prozent der Erststimmen. Derzeit ist er Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Tourismus der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Er ist zudem weiterhin ordentliches Mitglied im Ausschuss für Wohnen, Stadtentwicklung, Bauwesen und Kommunen sowie Sprecher der CSU im Bundestag für Bauen und Wohnen. Seine Schwerpunkte umfassen die Themen Baurecht und die Digitalisierung des Bauens. Seit vier Jahren ist Kießling Erster Stellvertretender Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Kommunalpolitik der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.
Michael Kießling engagiert sich seit 2014 ehrenamtlich als Kreisrat und Mitglied des Kreisausschusses. Außerdem ist er seit 2019 Vorsitzender des CSU-Kreisverbandes Landsberg am Lech.
Darüber hinaus ist er seit 2014 Mitglied des Landesvorstandes der Kommunalpolitischen Vereinigung der CSU (KPV).
Seine politischen Anfänge machte Kießling 1988 mit dem Eintritt in die Junge Union und später in die CSU. Er bekleidete seine ersten politischen Ämter als Stellvertretender Vorsitzender (2009-2011) und Vorsitzender (2011-2014) des CSU-Ortsverbandes Pürgen. Von 2015 bis 2019 war er Vorsitzender des CSU-Ortsverbandes Denklingen-Fuchstal-Unterdießen.
Michael Kießling ist seit 2023 Mitglied des Kreisvorstands des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) Starnberg und war von 2017 bis 2021 im Vorstand des BRK Landsberg am Lech. Zudem gehört er dem Stiftungsrat der Bundesstiftungen Bauakademie und Baukultur an. Seit 2018 ist er stellvertretendes Mitglied im Kuratorium des Fonds zur Finanzierung der kerntechnischen Entsorgung (KENFO) und seit 2021 ordentliches Mitglied im Programmkomitee der BIM World Munich. Seit 2023 engagiert sich Kießling im Klimabeirat von solid UNIT, einem Netzwerk für nachhaltiges Bauen. Kießling ist seit 2025 Präsident des Deutschen Instituts für Reines Bier e.V. (DIRB). Von 2007 bis 2014 war er Stellvertretender Vorsitzender des Sportvereins Lengenfeld.
https://www.cducsu.de/abgeordnete/dipl-ing-fh-michael-kiessling
Podiumsdiskussion
Christine Mörgen, Ingenieurkammer des Saarlandes
Nach ihrem Studium des Bauingenieurwesens an der TU Karlsruhe mit Schwerpunkt Konstruktiver Ingenieurbau absolvierte sie Weiterbildungen zur Schweißfachingenieurin (1982), Qualitätsfachingenieurin (1992), Fachingenieurin für Energieeffizienz (2010) und wurde 2022 DGNB Registered Professional.
Beruflich war sie zunächst von 1981 bis 1987 in einem Ingenieurbüro und einer Stahlbaufirmen tätig. Seit 1987 arbeitet sie selbstständig in einer Werkgemeinschaft mit Architekten. Seit 2000 führt sie ihr eigenes Ingenieurbüro für Tragwerksplanung und Bauphysik in Saarlouis (www.moergen-Ingenieure.de).
Ehrenamtlich engagiert sie sich im Bereich Bildung und Berufsvertretung: Bis 2005 war sie Elternvertreterin im Saarland und Mitglied im Bundeselternrat. Ab 2006 war sie Beisitzerin im Vorstand der Ingenieurkammer des Saarlandes (bis 2021) und ist seit 2016 stellvertretende Vorsitzende des Arbeitskreises Nachhaltigkeit und Energieeffizienz der BIngK.
Seit 2021 ist sie Präsidentin der Ingenieurkammer des Saarlandes.
Florian Munder, Verbraucherzentrale Bundesverband e. V.
Florian Munder leitet das Team Energie und Bauen beim Verbraucherzentrale Bundesverband. Zuvor hat er als Referent dort die Themen Gasmarkt, Fernwärme und Energieverbraucherrechte verantwortet. Nach dem Studium europäischer Politik und Wirtschaft in Passau, London und Krakau hat Florian seine berufliche Karriere im Feld der strategischen Politikberatung in Brüssel und Berlin begonnen. Anschließend war er bei der Verbraucherzentrale Berlin als Regionalmanager für die Energieberatung beschäftigt.
Alexandra Halkenhäuser, MVV Energie AG
Alexandra Halkenhäuser ist mit ihrem Team für Netzstrategie und Konzessionen bei der MVV Energie AG zuständig. Sie bringt die Perspektive des Geschäftsfelds Netze in die Leitung des Programms Wärmewende ein. Dieses schafft die infrastrukturseitigen Voraussetzungen, um die kommunale Wärmeplanung in Mannheim umsetzen zu können. Ihre berufliche Laufbahn begann Alexandra Halkenhäuser 2002 nach ihrem Diplom-Abschluss in Kommunikationswissenschaft.
Andreas Beulich, Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen e. V.
Bundesgeschäftsführer
https://www.bfw-bund.de/ueber-uns/die-bundesgeschaeftsstelle
Melden Sie sich rechtzeitig für Ihre kostenfreie Online-Teilnahme an – die Plätze sind begrenzt:
ENERGIETAGE 2026
Programm & kostenfreie Anmeldung: www.energietage.de
LinkedIn: www.linkedin.com/company/energietage | #ENERGIETAGE
YouTube: www.youtube.com/berliner-energietage
Die Bundesingenieurkammer ist Partner und das Deutsche Ingenieurblatt ist Medienpartner der ENERGIETAGE 2026.
Unter dem Motto „Gemeinsam Lösungen schaffen – Sicher. Wirtschaftlich. Klimafreundlich.“ bringen die ENERGIETAGE 2026 zentrale Akteure der Energiewende zusammen. Die ENERGIETAGE sind der größte Fachkongress im Energie- und Klimaschutzbereich und der jährliche Treffpunkt für Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft.
Mit rund 100 Fachveranstaltungen bieten sie ein umfassendes Update zu aktuellen energie- und klimapolitischen Debatten, technologischen Innovationen sowie wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen. Mehr als 400 Referierende aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft sind Teil der ENERGIETAGE 2026.
Inhaltlich spannen die ENERGIETAGE 2026 einen breiten Bogen: von Energie- und Klimapolitik über Wärmewende, Versorgungssicherheit und Resilienz bis hin zu Finanzierung, Regulierung sowie sozialer Akzeptanz und Beteiligung. Übergeordnete strategische und rechtliche Fragestellungen auf nationaler und europäischer Ebene stehen dabei ebenso im Fokus wie praxisnahe Beispiele aus Industrie, Wohnungswirtschaft, Kommunen und Quartieren.
Die ENERGIETAGE 2026 finden sowohl digital als auch in Präsenz im Ludwig Erhard Haus in Berlin statt. Während die digitalen Formate eine bundesweite Teilnahme ermöglichen, bieten die Präsenzveranstaltungen Raum für intensive Diskussionen, persönliche Vernetzung und informellen Austausch. Eine begleitende Fachmesse präsentiert innovative Lösungen und Praxisbeispiele.
