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Sylvia Reyer-Rohde, Vizepräsidentin der Bundesingenieurkammer © BIngK
Sylvia Reyer-Rohde, Vizepräsidentin der Bundesingenieurkammer © BIngK

Tradition ist keine Strategie

Tradition ist keine Strategie

Tradition ist keine Strategie

Eine HOAI für das moderne Planungswesen

Eine HOAI für das moderne Planungswesen

Die Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) ist seit Jahren Gegenstand politischer, rechtlicher und fachlicher Debatten. Spätestens seit dem EuGH-Urteil zur Verbindlichkeit der Mindest- und Höchstsätze ist klar: Die HOAI und die Sicht auf diese befindet sich im Wandel. Doch dieser Wandel sollte nicht von nostalgischen Rückblicken auf frühere Regelungsmodelle geprägt sein, sondern von der Frage, welchen praktischen Nutzen dieses Instrument heute – insbesondere für öffentliche Auftraggeber – tatsächlich erfüllt.

Die Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) ist seit Jahren Gegenstand politischer, rechtlicher und fachlicher Debatten. Spätestens seit dem EuGH-Urteil zur Verbindlichkeit der Mindest- und Höchstsätze ist klar: Die HOAI und die Sicht auf diese befindet sich im Wandel. Doch dieser Wandel sollte nicht von nostalgischen Rückblicken auf frühere Regelungsmodelle geprägt sein, sondern von der Frage, welchen praktischen Nutzen dieses Instrument heute – insbesondere für öffentliche Auftraggeber – tatsächlich erfüllt.

Sylvia Reyer-Rohde, Vizepräsidentin der Bundesingenieurkammer © BIngK
Sylvia Reyer-Rohde, Vizepräsidentin der Bundesingenieurkammer © BIngK

Die HOAI ist kein Selbstzweck. Sie ist weder Denkmalpflege für Planerhonorare noch bloßes Regelwerk zur Absicherung von Besitzständen. Ihr eigentlicher Wert liegt in ihrer Steuerungsfunktion. Sie schafft Transparenz, Vergleichbarkeit und Nachvollziehbarkeit von Leistungen und Kosten. Gerade im öffentlichen Sektor, wo Wirtschaftlichkeit, Gleichbehandlung, Prüfbarkeit und Transparenz zentrale Prinzipien sind, bleibt diese Systematik von hoher Relevanz.

Öffentliche Auftraggeber stehen vor der Herausforderung, Planungsleistungen fair auszuschreiben, Angebote sachgerecht zu bewerten und Budgets belastbar zu steuern. Die Leistungsbilder und Honorartafeln der HOAI liefern dafür eine gemeinsame Grundlage. Sie definieren, was konkret beauftragt wird, in welchem Umfang Leistungen wann zu erbringen sind und wie sich Honorare grundsätzlich zusammensetzen. Ohne diese Struktur drohen intransparentes „Preisraten“, schwer vergleichbare Angebote und eine dauerhafte Entkopplung von Preis und Leistungsqualität.

Gleichzeitig darf die HOAI jedoch nicht als starres Relikt verstanden werden. Bauprojekte werden komplexer und interdisziplinärer – Risiken verschieben sich. Digitale Planung, Nachhaltigkeitsanforderungen und neue Vertragsmodelle verändern die Rolle der Planerinnen und Planer. Wer hier lediglich die Vergangenheit konserviert, verkennt die Anforderungen der Zukunft. Tradition ist keine Strategie.

Stattdessen braucht es eine HOAI, die Orientierung gibt, ohne Innovation zu blockieren. Sie muss Wettbewerb ermöglichen, Qualität absichern und öffentliche Haushalte vor unkalkulierbaren Kostenentwicklungen schützen. Für Auftraggeber bedeutet das: Die HOAI bleibt ein wichtiges Werkzeug der transparenten Kostengestaltung – nicht als unnötiges und überflüssiges Zwangskorsett, sondern als Referenzsystem für sachgerechte, nachvollziehbare und faire Vergütung qualifizierter Planungsleistungen.

Die Weiterentwicklung der HOAI in diesem Sinne liegt im Interesse einer verantwortungsvollen Infrastruktur- und Wirtschaftspolitik. Politischer Gestaltungswille und ein klares Bekenntnis zur HOAI entscheidet darüber, ob diese auch künftig ein verlässliches Instrument für öffentliche Bauaufgaben bleibt.

Die HOAI ist kein Selbstzweck. Sie ist weder Denkmalpflege für Planerhonorare noch bloßes Regelwerk zur Absicherung von Besitzständen. Ihr eigentlicher Wert liegt in ihrer Steuerungsfunktion. Sie schafft Transparenz, Vergleichbarkeit und Nachvollziehbarkeit von Leistungen und Kosten. Gerade im öffentlichen Sektor, wo Wirtschaftlichkeit, Gleichbehandlung, Prüfbarkeit und Transparenz zentrale Prinzipien sind, bleibt diese Systematik von hoher Relevanz.

Öffentliche Auftraggeber stehen vor der Herausforderung, Planungsleistungen fair auszuschreiben, Angebote sachgerecht zu bewerten und Budgets belastbar zu steuern. Die Leistungsbilder und Honorartafeln der HOAI liefern dafür eine gemeinsame Grundlage. Sie definieren, was konkret beauftragt wird, in welchem Umfang Leistungen wann zu erbringen sind und wie sich Honorare grundsätzlich zusammensetzen. Ohne diese Struktur drohen intransparentes „Preisraten“, schwer vergleichbare Angebote und eine dauerhafte Entkopplung von Preis und Leistungsqualität.

Gleichzeitig darf die HOAI jedoch nicht als starres Relikt verstanden werden. Bauprojekte werden komplexer und interdisziplinärer – Risiken verschieben sich. Digitale Planung, Nachhaltigkeitsanforderungen und neue Vertragsmodelle verändern die Rolle der Planerinnen und Planer. Wer hier lediglich die Vergangenheit konserviert, verkennt die Anforderungen der Zukunft. Tradition ist keine Strategie.

Stattdessen braucht es eine HOAI, die Orientierung gibt, ohne Innovation zu blockieren. Sie muss Wettbewerb ermöglichen, Qualität absichern und öffentliche Haushalte vor unkalkulierbaren Kostenentwicklungen schützen. Für Auftraggeber bedeutet das: Die HOAI bleibt ein wichtiges Werkzeug der transparenten Kostengestaltung – nicht als unnötiges und überflüssiges Zwangskorsett, sondern als Referenzsystem für sachgerechte, nachvollziehbare und faire Vergütung qualifizierter Planungsleistungen.

Die Weiterentwicklung der HOAI in diesem Sinne liegt im Interesse einer verantwortungsvollen Infrastruktur- und Wirtschaftspolitik. Politischer Gestaltungswille und ein klares Bekenntnis zur HOAI entscheidet darüber, ob diese auch künftig ein verlässliches Instrument für öffentliche Bauaufgaben bleibt.

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Sylvia Reyer-Rohde
Dipl.-Geol., Vizepräsidentin der Bundesingenieurkammer

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