Prof. Dr.-Ing. Dipl.-Wirt.-Ing. Michaela Lambertz, Technische Hochschule Köln, Jurymitglied des Deutschen Ingenieurbaupreises 2026 © privat
Prof. Dr.-Ing. Dipl.-Wirt.-Ing. Michaela Lambertz, Technische Hochschule Köln, Jurymitglied des Deutschen Ingenieurbaupreises 2026 © privat

Green Building Engineering – Entwicklungen in Praxis und Forschung

Green Building Engineering – Entwicklungen in Praxis und Forschung

Green Building Engineering – Entwicklungen in Praxis und Forschung

Interview zum Deutschen Ingenieurbaupreis 2026

Interview zum Deutschen Ingenieurbaupreis 2026

Der Deutsche Ingenieurbaupreis 2026 ist ausgelobt und Bewerbungen sind bis zum 6. März 2026 möglich. Jurymitglied Prof. Dr.-Ing. Dipl.-Wirt.-Ing. Michaela Lambertz, Technische Hochschule Köln, gibt in einem Kurzinterview mit dem Deutschen Ingenieurblatt Einblick in ihre Sicht auf Green Building Engineering, zirkuläres Bauen und Lebenszyklusdenken.

Der Deutsche Ingenieurbaupreis 2026 ist ausgelobt und Bewerbungen sind bis zum 6. März 2026 möglich. Jurymitglied Prof. Dr.-Ing. Dipl.-Wirt.-Ing. Michaela Lambertz, Technische Hochschule Köln, gibt in einem Kurzinterview mit dem Deutschen Ingenieurblatt Einblick in ihre Sicht auf Green Building Engineering, zirkuläres Bauen und Lebenszyklusdenken.

Prof. Dr.-Ing. Dipl.-Wirt.-Ing. Michaela Lambertz, Technische Hochschule Köln, Jurymitglied des Deutschen Ingenieurbaupreises 2026 © privat
Prof. Dr.-Ing. Dipl.-Wirt.-Ing. Michaela Lambertz, Technische Hochschule Köln, Jurymitglied des Deutschen Ingenieurbaupreises 2026 © privat

Welche aktuellen Entwicklungen im Green Building Engineering prägen derzeit die Praxis? Welche Forschungsansätze haben das Potenzial, den Markt in den kommenden Jahren grundlegend zu verändern?

Michaela Lambertz: „Nachhaltiges Bauen ist seit Jahren ein großes und relevantes Thema in der Projektentwicklung. Aktuell ist das Besondere, dass wir uns nun wirklich intensiv mit dem Gebäudebestand auseinandersetzen. Es wird häufiger diskutiert, ob ein Neubau auf der grünen Wiese vertretbar ist, und auch, ob ein Abriss wirklich zu rechtfertigen ist.

In den kommenden Jahren werden wir uns aus meiner Sicht verstärkt mit der Zielsetzung des zirkulären Bauens beschäftigen und – noch mehr als jetzt schon – die materialgebundenen Umweltwirkungen in den Fokus nehmen. (Digitale) Bauproduktpässe und Gebäuderessourcenpässe bilden hier die Grundlage.“

Wie gelingt es, wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Nachhaltigkeitsforschung effektiv in reale Bauprojekte zu überführen, ohne wirtschaftliche oder technische Restriktionen zu vernachlässigen?

Michaela Lambertz: „Restriktionen, die schwer zu durchbrechen sind, sind tatsächlich die wirtschaftlichen. Nachhaltig zu bauen ist allerdings bereits mittelfristig, und teilweise schon kurzfristig, völlig im Einklang mit wirtschaftlichen Interessen. Zukunftsfähige und zukunftsverträgliche Immobilien sind die werthaltigen Immobilien und es sind die Immobilien, die finanziert und nachgefragt werden.“

Welche Technologien oder Planungsmethoden sehen Sie als besonders vielversprechend, um Gebäude über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg klimaneutral oder ressourceneffizient zu gestalten?

Michaela Lambertz: „In Bezug auf die Technologien wünsche ich mir robuste Gebäude und das sind Gebäude, mit möglichst wenig Technik. „Einfach bauen“ ist aus vielerlei Hinsicht ein sinnvoller Grundsatz. In Bezug auf die Planungsmethode liegt die Herausforderung darin, die große Anzahl relevanter Daten, die über den Gebäudelebenszyklus generiert werden, für die unterschiedlichen Akteure verfügbar zu machen.

In der Forschung schauen wir uns Wertschöpfungsketten von einzelnen Bauprodukten intensiv an. Zur Förderung des ressourcenschonenden und kreislauffähigen Bauens ist der Aufbau einer IoT-basierten Prozessstruktur zur automatisierten Erfassung relevanter Prozessdaten entlang der Lieferkette wünschenswert. Die Entwicklung branchenspezifischer digitaler Produktpässe schafft anhand durchgängiger Daten mehr Transparenz und Effizienz.“

Michaela Lambertz: „Nachhaltiges Bauen ist seit Jahren ein großes und relevantes Thema in der Projektentwicklung. Aktuell ist das Besondere, dass wir uns nun wirklich intensiv mit dem Gebäudebestand auseinandersetzen. Es wird häufiger diskutiert, ob ein Neubau auf der grünen Wiese vertretbar ist, und auch, ob ein Abriss wirklich zu rechtfertigen ist.

In den kommenden Jahren werden wir uns aus meiner Sicht verstärkt mit der Zielsetzung des zirkulären Bauens beschäftigen und – noch mehr als jetzt schon – die materialgebundenen Umweltwirkungen in den Fokus nehmen. (Digitale) Bauproduktpässe und Gebäuderessourcenpässe bilden hier die Grundlage.“

Wie gelingt es, wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Nachhaltigkeitsforschung effektiv in reale Bauprojekte zu überführen, ohne wirtschaftliche oder technische Restriktionen zu vernachlässigen?

Michaela Lambertz: „Restriktionen, die schwer zu durchbrechen sind, sind tatsächlich die wirtschaftlichen. Nachhaltig zu bauen ist allerdings bereits mittelfristig, und teilweise schon kurzfristig, völlig im Einklang mit wirtschaftlichen Interessen. Zukunftsfähige und zukunftsverträgliche Immobilien sind die werthaltigen Immobilien und es sind die Immobilien, die finanziert und nachgefragt werden.“

Welche Technologien oder Planungsmethoden sehen Sie als besonders vielversprechend, um Gebäude über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg klimaneutral oder ressourceneffizient zu gestalten?

Michaela Lambertz: „In Bezug auf die Technologien wünsche ich mir robuste Gebäude und das sind Gebäude, mit möglichst wenig Technik. „Einfach bauen“ ist aus vielerlei Hinsicht ein sinnvoller Grundsatz. In Bezug auf die Planungsmethode liegt die Herausforderung darin, die große Anzahl relevanter Daten, die über den Gebäudelebenszyklus generiert werden, für die unterschiedlichen Akteure verfügbar zu machen.

In der Forschung schauen wir uns Wertschöpfungsketten von einzelnen Bauprodukten intensiv an. Zur Förderung des ressourcenschonenden und kreislauffähigen Bauens ist der Aufbau einer IoT-basierten Prozessstruktur zur automatisierten Erfassung relevanter Prozessdaten entlang der Lieferkette wünschenswert. Die Entwicklung branchenspezifischer digitaler Produktpässe schafft anhand durchgängiger Daten mehr Transparenz und Effizienz.“

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