Als Materiallieferant war Holcim beteiligt, dessen Trockenmörtel TectorPrint 3D eigens auf die Anforderungen des 3D-Betondrucks abgestimmt ist.
Der Ort Selsingen im Landkreis Rotenburg ist Sitz des Bauunternehmens Matthäi. Auf dem Gelände des Tochterunternehmens Matthäi Schlüsselfertigbau hat das Unternehmen gemeinsam mit Holcim ein Bürogebäude realisiert, das in der norddeutschen Baubranche bislang ohne Vergleich ist: Das zweistöckige Haus entstand im 3D-Druckverfahren – und setzt damit einen Maßstab, der weit über den Standort hinausweist.

„Um bezahlbares Wohnen zu ermöglichen, Klimaschutz voranzutreiben und die ökologische Wende unserer Volkswirtschaft zu schaffen, transformieren wir uns und unsere Branche“, betont Fenja Josefin Thießen, Leiterin Vertrieb Binder Solutions bei Holcim Deutschland. „Dafür nutzen wir konsequent die Möglichkeiten nachhaltiger und digitaler Innovationen.“
Trockenmörtel mit spezifischen Anforderungen
Holcim lieferte für das Projekt die Produktfamilie TectorPrint 3D – Trockenmörtel und komplementäre Zusatzmittel für verschiedene 3D-Druck-Anwendungen. Das Besondere an dem Compound: Er ist auf die spezifischen Anforderungen des 3D-Betondrucks abgestimmt. Entscheidend sind dabei zwei gegenläufige Eigenschaften, die der Mörtel gleichzeitig erfüllen muss – gute Verarbeitbarkeit während des Druckprozesses und hohe Standfestigkeit unmittelbar nach dem Austritt aus dem Druckkopf.
„Mit dem Hochleistungs-Trockenmörtel TectorPrint 3D bieten wir einen Schlüssel für nachhaltiges, weil superschnelles und ressourceneffizientes Bauen an“, sagt Simon Liebl, Leiter Business Development bei Holcim Deutschland. „Wir führen dieses Produkt nun im deutschen Markt ein und freuen uns, mit visionären Architekt:innen und Bauschaffenden die Bauwende voran zu treiben.“
Präzision und Tempo als Argument
Gegenüber konventionellen Verfahren biete der 3D-Druck messbare Vorteile: Er beschleunigt den aufwendigen, manuellen Wandbau und arbeitet präziser als das Mauern oder Betongießen von Hand. Auch vorproduzierte Betonfertigteile, die ähnliche Präzisionswerte erzielen, haben einen Nachteil: Sie entstehen nicht vor Ort. Der 3D-Druck hingegen ermöglicht diese Qualität direkt auf der Baustelle – und senkt damit Transportkosten, Logistikaufwand und die Abhängigkeit von Lieferketten. Kürzere Bauzeiten reduzieren zusätzlich den Einsatz von Geräten und Maschinen sowie die Kosten für die Zwischenfinanzierung.

Werkstoff als Schlüsselelement
Damit der 3D-Druck seine Versprechen in der Praxis einlöst, steht und fällt alles mit dem eingesetzten Mörtel. Verarbeitbarkeit im Druckprozess und Standfestigkeit nach dem Druckkopf – diese Kombination ist die technische Kernforderung, die ein geeigneter Trockenmörtel erfüllen muss. Mit TectorPrint 3D bringt Holcim nun eine Produktfamilie in den deutschen Markt, die auf diese Anforderungen ausgelegt ist. (mb)
Nutzung: zweigeschossiges Bürogebäude
Architekt: Architekturbüro Schulenburg
Ausführende Ingenieure: Mense-Korte ingenieure+architekten, Ingenieurbüro Schiessl Gehlen Sodeikat
Bauunternehmer: Matthäi Schlüsselfertigbau GmbH
Produkte: TectorPrint 3D, der Trockenmörtel von Holcim für alle 3D-Druck-Anwendungen.
Besonderheiten: 3D-Druck-Technologie – PERI 3D Construction