Bidirektionales Laden, multifunktionale Interfaces und KI-gestützte Lichtsteuerung prägten das Ausstellungsgeschehen und markierten den nächsten Entwicklungsschritt für Gebäude, Städte und Lichtdesign. Insgesamt kamen 144.767 Besucher aus 143 Ländern nach Frankfurt. Die meisten internationalen Gäste reisten aus China, den Niederlanden, Italien, der Schweiz, Frankreich, Österreich, Belgien, Großbritannien, Spanien und Griechenland an. Einschränkungen im internationalen Flugverkehr sowie die geopolitische Lage im Nahen Osten – mit temporären Ausfällen wichtiger Drehkreuze, insbesondere in Dubai – verhinderten, dass ein Teil der angemeldeten Besucher tatsächlich anreisen konnte. Die Veranstaltung bestätigte gleichwohl ihre starke Verankerung in Deutschland sowie in Zentral- und Westeuropa.
„Die Light + Building 2026 hat mal wieder bewiesen, wie unglaublich innovationsstark und zukunftsorientiert diese Branche ist“, sagte Wolfgang Marzin, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe Frankfurt. „Gleichzeitig zeigt sich, wie wichtig die persönliche Begegnung und der direkte Austausch sind – gerade auch in Zeiten wie diesen. Die Light + Building wird ihrer Aufgabe gerecht: Sie bringt Menschen aus Industrie, Handwerk, Planung und Design zusammen und schafft damit die Grundlage für Dialog, Kooperation und neue Ideen. Dieser Austausch stärkt den Zusammenhalt der Branche und gibt wichtige Impulse für ihre weitere Entwicklung. Die Zukunft liegt in der Elektrifizierung.“
95 Prozent der Besucher zeigten sich mit dem Messebesuch insgesamt zufrieden, gaben an, ihre Besuchsziele erreicht zu haben, und bewerteten das Ausstellungsangebot positiv.
Gebäude als aktiver Knoten im Energienetz
Im Gebäudebereich zeichnete die Light + Building 2026 ein klares Bild: Gebäude entwickeln sich vom reinen Energieverbraucher zum aktiven Bestandteil eines intelligenten Energiesystems. Intelligente Energieverteilung, integriertes Last- und Lademanagement sowie bidirektionales Laden verknüpfen Gebäude, Netz und E-Mobilität zunehmend miteinander – mit direkten Konsequenzen für Energieeffizienz und Systemstabilität. Gleichzeitig rückt der Gebäudebestand stärker in den Fokus: Modulare, skalierbare Lösungen erleichtern die energetische Modernisierung und machen die Nachrüstung wirtschaftlich umsetzbar. Digitale Planungs- und Bedienkonzepte sowie multifunktionale Interfaces vereinfachen Installation und Betrieb, während sichere Ladeinfrastruktur und zuverlässige Systeme für kritische Anwendungen an Bedeutung gewinnen.
Beleuchtung als datenbasiertes, adaptives System
Im Lichtbereich entwickelt sich Beleuchtung zunehmend zu einem datenbasierten, adaptiven System. Sensorik, vernetzte Leuchten und KI-gestützte Steuerungen ermöglichen eine bedarfsgerechte Lichtverteilung, die sich automatisch an Anwesenheit, Tageslicht und Nutzungsszenarien anpasst. Über alle Anwendungsfelder hinweg – vom privaten Wohnraum über Hotellerie und Handel bis zu Industrie und urbaner Infrastruktur – standen vernetzte, skalierbare Lösungen im Mittelpunkt. Licht bleibt dabei ein zentrales Gestaltungselement der Innenarchitektur: Hochwertige Leuchten, vielfältige Designsprachen und fein abgestimmte Lichtfarben schaffen Atmosphäre, lenken die Wahrnehmung und steigern die Aufenthaltsqualität. Nachhaltige Materialien, langlebige Komponenten und kreislauffähige Produktdesigns unterstreichen die langfristige Ausrichtung der Branche.
KI, Nachwuchs und Designimpulse im Rahmenprogramm
Impulse lieferte auch das Eventprogramm. Die Design Plaza in Halle 3.1 bildete das Zentrum für Licht- und Designthemen: Aktuelle Entwicklungen im Lichtdesign, gestalterische Trends und zukunftsweisende Projekte – darunter ein Auftritt von „Women in Lighting“ – förderten den internationalen Fachaustausch. Das Elektrohandwerk legte in diesem Rahmen den Grundstein für die Initiative „ElektroHeldinnen“, die Frauen im Handwerk sichtbarer machen und gezielt vernetzen soll. Im Bereich „Young Design“ setzten ausgewählte Nachwuchsdesignerinnen und -designer mit experimentellen Leuchten und klaren konzeptionellen Ansätzen eigene Akzente. In Halle 9 zog die AI Lounge mit stark nachgefragten Sessions Aufmerksamkeit auf sich: Die Vorträge demonstrierten praxisnah, wie Künstliche Intelligenz Planung, Betrieb und Geschäftsmodelle in der Gebäudetechnik verändert. Die Sonderschau „The Living Light“ stellte Licht in den Kontext der Lebensbereiche Home, Education, Work und Communication und veranschaulichte, wie Beleuchtung Orientierung schafft, Stimmungen prägt und menschliche Interaktion sowie Konzentration beeinflusst.
Power Festival: Nachwuchsförderung und gesellschaftliches Engagement
Mit dem Power Festival baute die Light + Building ihr Engagement für den Branchennachwuchs im Elektrohandwerk aus. In der Galleria zwischen Halle 8 und 9 entstand ein Treffpunkt für Azubis, Gesellen, Meister und Industrie – mit Werkstattstraße, praxisnahen Challenges, Arbeitssicherheitsseminaren sowie Talks und Live-Content von Handwerks-Creatorn. Teil des Konzepts war eine Charity-Aktion: Auf drei Aktionsfahrrädern sammelten Besucher Kilometer für den guten Zweck. Die Light + Building rundete den gesammelten Betrag auf und spendete insgesamt 10.000 Euro an die Deutsche Kinderhilfsstiftung, um gerechte Bildungschancen zu fördern.
Die nächste Light + Building findet vom 5. bis 10. März 2028 in Frankfurt am Main statt. (mb)