Tragende Wände aus massiven Brettsperrholzelementen übernehmen die Lastabtragung, während 700 Quadratmeter Fertigteildecken und 26 komplett ausgestattete Badmodule des Herstellers Dennert die Konstruktion ergänzen.
Gewichtsvorteil und schneller Baufortschritt
Die eingesetzten DX-Fertigdecken bringen rund 40 Prozent weniger Gewicht auf die Waage als aufbetonierte Filigrandecken – 330 Kilogramm pro Quadratmeter statt 550. Gleichzeitig sinkt die auf der Baustelle erforderliche Betonvergussmenge um 90 Prozent. Der Montageablauf folgt einem straffen Takt: Kranversetzung, Ausrichtung und Verschraubung der Elemente, anschließend Bewehrung der Fugen und Ringanker mit Verguss in C25/30-Beton. Bereits am Folgetag können die Arbeiten am nächsten Geschoss beginnen. Bei einer Plattenstärke von nur 20 Zentimetern überbrückt die DX-Decke je nach statischen Anforderungen Spannweiten bis zu sieben Metern. Andere Deckensysteme erfordern ab einer Spannweite von 5,20 Metern bereits eine Erhöhung der Deckenstärke um zehn bis 20 Prozent.
Badmodule ersetzen sechs Gewerke
Die Sanitärinstallation löste Dennert mit 26 komplett vormontierten und werkseitig gefliesten Badmodulen, die direkt in den Rohbau eingesetzt und lediglich noch an die Gebäudetechnik angeschlossen werden mussten. „Der serielle Ansatz ist die Antwort auf den Fachkräftemangel, auch die aufwendige Koordination verschiedener Gewerke wie Estrich, Trockenbau, Fliesen, TGA-Installation, Sanitär und Malerarbeiten entfällt“, betont Wolfgang Dempert von Dennert.
Weniger Lärm, weniger Sperrungen
Die 26 bereits vollständig vergebenen Wohnungen sollen im Juni 2026 bezugsfertig sein. Neben der Zeitersparnis wirkt sich der hohe Vorfertigungsgrad auch auf das unmittelbare Umfeld aus: Die Verlagerung wesentlicher Arbeitsschritte in die Produktionshalle reduzierte Lärm und Schmutz auf der Baustelle erheblich. Kürzere Montagezeiten verringerten zudem die Belastung für die Nachbarschaft und die Zahl der Straßensperrungen.
Skalierbarkeit für den Geschosswohnungsbau
Das Erlanger Projekt demonstriert, wie serielles Bauen den Anforderungen im Geschosswohnungsbau an Tempo und Skalierbarkeit gerecht werden kann. Angesichts des hohen Drucks auf den Wohnungsmarkt in Universitätsstädten zeigt das Vorhaben einen Weg, bezahlbaren Wohnraum innerhalb weniger Monate bezugsfertig zu realisieren. (mb)