Montage der Carbonbeton-Thermowände © Kahnt & Tietze GmbH
Montage der Carbonbeton-Thermowände © Kahnt & Tietze GmbH

Carbonbeton-Thermowände

Carbonbeton-Thermowände

Carbonbeton-Thermowände

Hybridkonstruktion für Wohnraumerweiterung

Hybridkonstruktion für Wohnraumerweiterung

In Markkleeberg bei Leipzig entstand die Erweiterung eines Einfamilienwohnhauses aus den 1930er-Jahren. Der Bauherr wollte die Wohnräume vergrößern und zeitgemäß gestalten, ein modernes, energetisch leistungsfähiges Gebäudevolumen schaffen und zugleich das Grundstück neu zonieren. Dafür ergänzt nun ein eingeschossiger, riegelförmiger Anbau mit insgesamt 59 qm Wohnfläche inklusive Hauswirtschaftsraum und 24 qm Garagennutzfläche das Bestandsgebäude. Zum Einsatz kam ein Thermowand-System gefertigt vom Syspro-Mitglied Betonwerk Oschatz.

In Markkleeberg bei Leipzig entstand die Erweiterung eines Einfamilienwohnhauses aus den 1930er-Jahren. Der Bauherr wollte die Wohnräume vergrößern und zeitgemäß gestalten, ein modernes, energetisch leistungsfähiges Gebäudevolumen schaffen und zugleich das Grundstück neu zonieren. Dafür ergänzt nun ein eingeschossiger, riegelförmiger Anbau mit insgesamt 59 qm Wohnfläche inklusive Hauswirtschaftsraum und 24 qm Garagennutzfläche das Bestandsgebäude. Zum Einsatz kam ein Thermowand-System gefertigt vom Syspro-Mitglied Betonwerk Oschatz.

Montage der Carbonbeton-Thermowände © Kahnt & Tietze GmbH
Montage der Carbonbeton-Thermowände © Kahnt & Tietze GmbH

Hybridkonstruktion als Systemlösung

Die Außenwandkonstruktion folgt einer Stahlbeton-/Carbonbeton-Hybridbauweise. Im Werk vorgefertigte Halbfertigteile kombinieren eine Carbonbeton-Außenschale mit einer Kerndämmschicht und der tragenden Innenschale aus Stahlbeton, die auf der Baustelle um einen Ortbetonkern ergänzt wird. Carbonbeton bietet im Vergleich zu klassischen Stahlbetonlösungen entscheidende Vorteile – die Bewehrung ist vollständig korrosionsfrei, ermöglicht geringere Wandstärken und reduziert das Bauteilgewicht.

Für das Projekt in Markkleeberg war die energetische Leistungsfähigkeit von besonderer Bedeutung. Die Thermowände mussten einen deutlichen energetischen Mehrwert erzeugen, um die Defizite des Bestandsgebäudes zu kompensieren. Die anthrazit eingefärbte Carbonbeton-Außenschale erreicht zudem absorptive Werte von 0,9 im kurzwelligen und 0,95 im langwelligen Bereich – ein Effekt, der die Oberflächen morgens rasch erwärmt, die Feuchtezeiten reduziert und so Algen- und Pilzbildung hemmt.

Baurechtliche Rahmenbedingungen machten eine komplexe Geometrie im Bereich der nördlichen Giebelwand nötig – dort knickt die Wand zum Dach hin ab. © Kahnt & Tietze GmbH
Baurechtliche Rahmenbedingungen machten eine komplexe Geometrie im Bereich der nördlichen Giebelwand nötig – dort knickt die Wand zum Dach hin ab. © Kahnt & Tietze GmbH
Zusätzliche Präzision war an den Stirnseiten der Thermowände im Bereich der Fenster erforderlich, wo schmale, filigrane Carbonbetonschalen kraftschlüssig in den Ortbeton eingebunden wurden. © Kahnt & Tietze GmbH
Zusätzliche Präzision war an den Stirnseiten der Thermowände im Bereich der Fenster erforderlich, wo schmale, filigrane Carbonbetonschalen kraftschlüssig in den Ortbeton eingebunden wurden. © Kahnt & Tietze GmbH

Präzisionsmontage trotz anspruchsvoller Geometrie

Obwohl der serielle Montageprozess im Werk und auf der Baustelle technisch klar definiert war, stellte der Anbau die Beteiligten vor einige Herausforderungen. Die Zufahrt im Wohn­gebiet war eng, die großformatigen Elemente mussten präzise eingehoben werden. Trotz dieser Bedingungen gelang es, sämtliche Wände innerhalb von rund vier Tagen zu stellen.

Die großen Fensterflächen zum Garten auf der Ostseite erforderten weit gespannte Sturzelemente, während baurechtliche Rahmenbedingungen eine komplexe Geometrie im Bereich der nördlichen Giebelwand nötig machten – dort knickt die Wand zum Dach hin ab, während die Carbonbeton-Außenschalen an den Längsseiten diesen Knick allein mit ihrer Plattenstärke elegant überdecken, um die gestalterische Kontinuität zu sichern. Zusätzliche Präzision war an den Stirnseiten der Thermowände im Bereich der Fenster erforderlich, wo schmale, filigrane Carbonbetonschalen kraftschlüssig in den Ortbeton eingebunden wurden. Die Attika wurde lediglich in der Stärke der Außenschale ausgeführt – für den oberen Bereich wurde diese von vier auf sechs Zentimeter aufgedickt, um die statischen Anforderungen zu erfüllen.

Die Attika wurde lediglich in der Stärke der Außenschale ausgeführt – für den oberen Bereich wurde diese von vier auf sechs Zentimeter aufgedickt, um die statischen Anforderungen zu erfüllen. © Kahnt & Tietze GmbH
Die Attika wurde lediglich in der Stärke der Außenschale ausgeführt – für den oberen Bereich wurde diese von vier auf sechs Zentimeter aufgedickt, um die statischen Anforderungen zu erfüllen. © Kahnt & Tietze GmbH

Förderfähig, dauerhaft und gestalterisch hochwertig

Das Projekt erfüllt die Kriterien für staatliche Förderungen – darunter den Bonus für serielle Sanierung sowie energetische Standards gemäß KfW 55. Die Thermowandkonstruktion trägt aufgrund ihrer hohen Dauerhaftigkeit und des niedrigen energetischen Herstellungsaufwands zu einer positiven Primärenergiebilanz bei.

Gestalterisch wird die klassische Fertigteilbauweise bewusst zurückgenommen – großformatige Elemente, ein reduziertes Fugenbild und die dunkel eingefärbten Carbonbetonschalen schaffen eine moderne, monolithische Fassadenwirkung.

Nach Abschluss der Rohbauphase entsteht ein kompakter und energetisch leistungsstarker Baukörper, der die Wohnqualität des Gebäudes deutlich erhöht und über Jahrzehnte wartungsarm bestehen wird – ein Ergebnis, das nicht zuletzt der integrierten Planung, Bauleitung und Bauüberwachung durch die Kahnt & Tietze GmbH zu verdanken ist.

Der Syspro-Gruppe Betonbauteile e. V. ist ein 1991 gegründeter Verbund größtenteils mittelständischer Hersteller von Betonfertigteilen zur Qualitätssicherung und Produktentwicklung. https://syspro.de

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