Die Ausstellerbeteiligung hat nach Angaben des Veranstalters Messe München alle Vorjahreswerte übertroffen. Gegenüber der Veranstaltung 2024 stieg die Zahl der Aussteller um acht Prozent, der Anteil international agierender Unternehmen außerhalb Deutschlands wuchs um 16 Prozent. Die Gesamtfläche der digitalBAU 2026 umfasste rund 17.000 Quadratmeter – ein Zuwachs von über sechs Prozent gegenüber der Vorveranstaltung. Die Besucherzahl lag um sieben Prozent über dem Wert von 2024 und markiert damit ebenfalls eine neue Bestmarke.
Dr. Reinhard Pfeiffer, Geschäftsführer der Messe München, zieht Bilanz: „Mit neuen Bestwerten unterstreicht die digitalBAU ihre Rolle als wichtiger Impulsgeber für die Bauwirtschaft. Hier entstehen Lösungen, die nicht nur Bauprozesse effektiver gestalten, sondern darüber hinaus einen entscheidenden Beitrag zum Wachstum der Baubranche entlang der gesamten Wertschöpfungskette leisten.“
Vier Leitthemen strukturieren das Angebot
Im Mittelpunkt der Messe standen die Leitthemen „Kreislaufwirtschaft im Bauwesen“, „Digitale Bauprozessoptimierung“, „Künstliche Intelligenz im Bauwesen“ sowie „Digitalisierung für den Bestand“. Projektleiterin Cornelia Lutz ordnet die Ausstellerbeteiligung ein: „Die starke Präsenz der Marktführer macht deutlich, dass die digitalBAU heute eine Schlüsselrolle für die Branche einnimmt. Sie ist der Ort, an dem sich die relevanten Akteure vernetzen und die digitale Zukunft des Bauens gemeinsam gestalten.“
KI als zentrales Gesprächsthema
Für Verbände und Aussteller gleichermaßen rückte Künstliche Intelligenz ins Zentrum der Fachdiskussion. Prof. Dr.-Ing. Joaquín Díaz, Vorstandsvorsitzender des BVBS Bundesverbands Software und Digitalisierung im Bauwesen, formulierte den Anspruch der Branche: „Die entscheidende Frage ist nicht mehr, ob die Digitalisierung des Bauwesens kommt, sondern wie wir ihre Umsetzung strukturiert, verbindlich und skalierbar organisieren.“
Jörg Reckhardt, Geschäftsführer BRZ Deutschland, berichtete aus den Standgesprächen: „Die digitalBAU ist und bleibt für uns ein wichtiger Termin im Messekalender. In den Gesprächen an unserem Stand ging es insbesondere darum, wie sich KI-Agenten für die Baupraxis nutzen lassen. Die gezielte digitale Transformation nimmt spürbar Fahrt auf.“
Die Nemetschek Group, die mit neun Marken auf einem Gemeinschaftsstand auftrat, präsentierte Softwarelösungen für den gesamten Gebäudelebenszyklus. CEO Yves Padrines fasste den Ansatz zusammen: „Die digitalBAU 2026 bot die ideale Gelegenheit, zu zeigen, wie wir als vertikaler KI‑Anbieter für die Bauindustrie effizientere und nachhaltigere Arbeitsprozesse unterstützen. Indem wir offene Standards mit KI‑gestützten Prozessen verbinden und die Menschen in den Mittelpunkt stellen, gestalten wir die Zukunft des digitalen Bauens.“
Hohe Fachbesucherqualität und junges Publikum
Das Meinungsforschungsinstitut Gelszus befragte die Besucher unmittelbar auf der Messe: 94 Prozent bewerteten die Veranstaltung mit ausgezeichnet bis gut, 93 Prozent gehen davon aus, dass die Bedeutung der digitalBAU für die Branche in den kommenden Jahren weiter zunehmen wird. Das Publikum war vergleichsweise jung: Das Durchschnittsalter lag bei 40 Jahren, rund 80 Prozent der Besucherinnen und Besucher waren zwischen 20 und 49 Jahre alt.
Dieter Schäfer, Vorsitzender des BAU-Fachbeirats, ordnet das Ergebnis in den Branchenkontext ein: „Die digitalBAU hat eindrucksvoll gezeigt, wie dynamisch die Digitalisierung der Bauwirtschaft voranschreitet. Als Plattform für Austausch, Innovationen und praxisnahe Lösungen bringt sie Planen, Bauen und Betreiben enger zusammen. Die große Resonanz und hohe Qualität der Messe unterstreichen: Die Branche gestaltet den digitalen Wandel aktiv.“
Rahmenprogramm: Foren, Preise und Start-up-Pitches
Auf vier Bühnen diskutierten Experten in rund 90 Vorträgen und Gesprächsrunden über digitale Trends – Künstliche Intelligenz nahm dabei eine tragende Rolle ein. Zu den Höhepunkten des Rahmenprogramms zählten die Verleihung des Deutschen Baupreises 2026 sowie die Auszeichnung der Gewinner von „Auf IT gebaut – Bauberufe mit Zukunft“. Rund 60 Start-ups präsentierten sich auf der Messe, darunter im Rahmen der Founders Fight Night, bei der Gründerinnen und Gründer ihre Ideen in Kurz-Pitches in einem Boxring vorstellten – das Publikum entschied per Handzeichen über den Gewinner.
Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen Baugewerbes (ZDB), benennt den Stellenwert solcher Formate: „Digitalisierung, KI und Robotik sind keine Zukunftsvisionen mehr. Sie sind bereits Realität und prägen entscheidend die Wettbewerbsfähigkeit von morgen. Mit der digitalBAU verfügt die Baubranche über eine einzigartige Plattform, auf der Innovationen erlebbar werden und zum Nutzen unserer Baubetriebe ganz konkrete Lösungen für die Baustelle der Zukunft entstehen.“
Ausblick: BAU 2027 und digitalBAU 2028
Im Rahmen der BAU 2027 vom 11. bis 15. Januar 2027 in München belegt der Ausstellungsbereich „Digitale Lösungen powered by digitalBAU“ die Halle C5 mit den Fokusthemen BIM, Robotik und Künstliche Intelligenz. Die nächste eigenständige digitalBAU findet vom 21. bis 23. März 2028 in Köln statt. (mb)