Berliner Siemensbahn kehrt nach 40 Jahren Stillstand zurück

Deutsche Bahn vergibt 4,5-Kilometer-Projekt nach Partnerschaftsmodell

Die Deutsche Bahn reaktiviert die Siemensbahn im Nordwesten Berlins und schafft damit eine 4,5 Kilometer lange S-Bahn-Verbindung zwischen Jungfernheide und Gartenfeld. Eine Arbeitsgemeinschaft aus Porr, Kemna Bau und MCE verantwortet als Vertragspartnerin das Vergabepaket 2 „KIB Neubau" im Rahmen des Partnerschaftsmodells Schiene.
Die Siemensbahn, ein historisches Wahrzeichen der Berliner Infrastruktur, wird nach über 40 Jahren Stillstand reaktiviert. © DB InfraGO AG
Die Siemensbahn, ein historisches Wahrzeichen der Berliner Infrastruktur, wird nach über 40 Jahren Stillstand reaktiviert. © DB InfraGO AG

Bereits 1929 nahm die ursprüngliche Strecke den Betrieb auf und erschloss die Siemensstadt, wo 1912/1913 rund 24.000 Menschen in einem der größten Industriestandorte Berlins arbeiteten. Nach dem Zweiten Weltkrieg und dem S-Bahn-Boykott im Zuge des Mauerbaus legte die Bahn die Strecke 1980 still. Über 40 Jahre blieb die Verbindung ungenutzt.

Das Projekt i2030 – Mehr Schiene für Berlin und Brandenburg belebt die Trasse nun wieder. Die Siemensstadt Square erhält damit eine direkte Anbindung an die Ringbahn mit schnellen Verbindungen zum Berliner Hauptbahnhof und zum Flughafen Berlin Brandenburg. Die Gesamtmaßnahme verläuft von Westhafen über die Jungfernheide durch den Bezirk Charlottenburg und die Siemensstadt bis nach Gartenfeld.

Umfangreiche Ingenieurbauwerke im Vergabepaket

Das Vergabepaket 2 „KIB Neubau“ umfasst die Herstellung sämtlicher Ingenieurbauwerke zwischen dem Bahnhof Westhafen und den Unteren Spreebrücken am Übergang zur bestehenden Hochbahnstrecke sowie im Bereich des Bahnhofs Gartenfeld. Dazu gehören Eisenbahnbrücken, Bahnhöfe, Fußgängertunnel, Lärmschutzwände und Stützbauwerke. Die Arbeitsgemeinschaft führt darüber hinaus Erd- und Tiefbauarbeiten durch und erschließt die Logistikflächen für die Gesamtmaßnahme.

Die Arbeiten an denkmalgeschützten Bestandsbauwerken und entlang bestehender Gleisanlagen erfordern exakte Logistik und Koordination. © DB InfraGO AG
Die Arbeiten an denkmalgeschützten Bestandsbauwerken und entlang bestehender Gleisanlagen erfordern exakte Logistik und Koordination. © DB InfraGO AG

Integrierte Planung nach neuem Vertragsmodell

Die Deutsche Bahn setzt bei der Siemensbahn auf das Partnerschaftsmodell Schiene in der Region Ost. Das Modell verzahnt Planung und Umsetzung von Beginn an fachübergreifend. Dies soll die Nutzung von Synergien ermöglichen und Qualität, Termine sowie Kosten verlässlich absichern.

Komplexe Bauausführung im laufenden Bahnbetrieb

Die Arbeiten finden im innerstädtischen Bereich statt, teilweise entlang bestehender und in Betrieb befindlicher Gleisanlagen. Dies erfordert eine präzise Logistikplanung. Zahlreiche Leistungen müssen die Beteiligten innerhalb enger Sperrpausen der Deutschen Bahn durchführen. Hinzu kommen Eingriffe in Bestandsbauwerke mit denkmalpflegerischen Anforderungen sowie Arbeiten im Bereich der Spree. Bereits in der Angebotsphase entstand ein BIM-Modell, um die komplexe Logistik frühzeitig zu berücksichtigen und eine effiziente Umsetzung sicherzustellen. (mb)

www.porr.de

Quelle: ALLPLAN Deutschland GmbH

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