Der überwiegende Teil der Einheiten erhält einen Balkon – eine Anforderung, die den Einsatz wirtschaftlicher Anschlusslösungen für vorgefertigte Bauteile in den Vordergrund rückt.
Die Bauunternehmensgruppe Glöckle aus Schweinfurt, die mit der Umsetzung des Projekts beauftragt ist, nutzte einen der Gebäude für den ersten Deutschlandeinsatz des Schöck Isokorb IQ. Zwei Balkone in der obersten Etage dienten als Testanordnung. In enger Abstimmung mit Schöck klärte Glöckle die Machbarkeit, passte die Ausführungsplanung für Geschossdecke und Fertigteile an und holte die Freigabe durch den Prüfstatiker ein.
Peter Pichler, der verantwortliche Oberbauleiter bei Glöckle, sah den entscheidenden Vorzug des Bauteils in der Planungsunabhängigkeit: Das System ermöglicht dank trockener Verschraubung erstmals den nachträglichen, wärmebrückenminimierenden Anschluss von Fertigteilbalkonen an Neubauten.
Trockene Verschraubung statt Ortbeton
Das Funktionsprinzip des Isokorb IQ basiert auf Zugstäben, die maßgenau in die Geschossdecke einbetoniert werden. Den vorgefertigten Balkon hebt der Kran ein und steckt ihn auf. Die Verschraubung von Balkon und Decke erfolgt über Aussparungen – je nach Produktvariante auf der Decken- oder Balkonseite (Variante A bzw. B). Der reine Anschluss dauert fünf Minuten; der Balkon ist sofort voll belastbar, ohne Abstützung oder Gerüst.
Das Prinzip erlaubt es, den Rohbau ohne Rücksicht auf Fertigteillieferungen zügig voranzutreiben und die Balkonmontage später gebündelt abzuarbeiten. Auch versetzte Balkongliederungen und Anschlüsse in großen Höhen – die Pressemitteilung nennt das 20. Stockwerk – bleiben ohne Gerüst realisierbar.
Der Probetag lieferte ein klares Ergebnis. „Alle waren vom Einbautempo überrascht. Innerhalb von 15 Minuten war vom Boden bis zur fertigen Montage alles angeschlossen“, sagt Peter Pichler, der den Isokorb IQ künftig bei passenden Projekten einsetzen möchte. Der Praxistest zeigt: Der Rohbau kann mit Schöck Isokorb IQ ohne Rücksicht auf die Lieferung von Fertigteilen zügig erstellt und die Balkonmontage später in einem Schwung durchgezogen werden – ohne Zeit- und Reibungsverluste. Damit positioniert sich das Bauteil als Lösung für serielles und modulares Bauen, das auf schnelle, entkoppelte Bauabläufe setzt. (mb)