Die neue Balkonfassade wertet "das architektonische Erscheinungsbild spürbar auf", heißt es. © Studio Gataric Fotografie
Die neue Balkonfassade wertet "das architektonische Erscheinungsbild spürbar auf", heißt es. © Studio Gataric Fotografie

Aufstocken statt Neubau: Genossenschaft saniert 60 Jahre alten Bestandsbau

Aufstocken statt Neubau: Genossenschaft saniert 60 Jahre alten Bestandsbau

Aufstocken statt Neubau: Genossenschaft saniert 60 Jahre alten Bestandsbau

Kompaktfassade, Fernwärme und Balkonverglasung für Mehrfamilienhaus in Zürich

Kompaktfassade, Fernwärme und Balkonverglasung für Mehrfamilienhaus in Zürich

Die Eisenbahner Baugenossenschaft Dreispitz Zürich hat einen 60 Jahre alten Bestandsbau an der Binzmühlestrasse 40 aufgestockt statt abgerissen – und das Mehrfamilienhaus von 1963 mit Kompaktfassade, Fernwärmeanschluss und dreiseitiger Balkonverglasung grundlegend saniert. Das Projekt zeigt, wie sich nicht mehr zeitgemäßer Wohnraum im städtischen Kontext verdichten und energetisch aufwerten lässt, ohne neue Flächen zu versiegeln.

Die Eisenbahner Baugenossenschaft Dreispitz Zürich hat einen 60 Jahre alten Bestandsbau an der Binzmühlestrasse 40 aufgestockt statt abgerissen – und das Mehrfamilienhaus von 1963 mit Kompaktfassade, Fernwärmeanschluss und dreiseitiger Balkonverglasung grundlegend saniert. Das Projekt zeigt, wie sich nicht mehr zeitgemäßer Wohnraum im städtischen Kontext verdichten und energetisch aufwerten lässt, ohne neue Flächen zu versiegeln.

Die neue Balkonfassade wertet "das architektonische Erscheinungsbild spürbar auf", heißt es. © Studio Gataric Fotografie
Die neue Balkonfassade wertet "das architektonische Erscheinungsbild spürbar auf", heißt es. © Studio Gataric Fotografie

Abgenutzte Fassade, uneinheitliche Fensterläden und Balkone, ein Erdgeschoss mit deutlichen Gebrauchsspuren: Der Bestandsbau an der Binzmühlestrasse entsprach weder heutigen energetischen noch gestalterischen Anforderungen. Das Gebäude stammte aus dem Jahr 1963 und zeigte sein Alter in allen Bauteilen.

Verdichtung als Strategie gegen Flächenknappheit

In Städten wie Zürich wächst der Bedarf an Wohnraum, während unversiegelte Flächen kaum noch zur Verfügung stehen. Aufstockungen und Bestandssanierungen bieten hier einen konkreten Hebel: Sie schaffen zusätzliche Wohnungen, ohne den Fußabdruck des Gebäudes zu vergrößern, und ertüchtigen gleichzeitig die vorhandene Bausubstanz energetisch.

Vor der Sanierung: Die Fassade wirkte abgenutzt und das Gebäude befand sich insgesamt in einem veralteten Zustand. © Foto: mainberger+spahr dipl. architekten eth
Vor der Sanierung: Die Fassade wirkte abgenutzt und das Gebäude befand sich insgesamt in einem veralteten Zustand. © Foto: mainberger+spahr dipl. architekten eth
Nach der Sanierung und Aufstockung präsentiert sich das Mehrfamilienhaus in Zürich Oerlikon mit modernisierter Fassade, neuem Attikageschoss und neuer Balkonverglasung. © Studio Gataric Fotografie
Nach der Sanierung und Aufstockung präsentiert sich das Mehrfamilienhaus in Zürich Oerlikon mit modernisierter Fassade, neuem Attikageschoss und neuer Balkonverglasung. © Studio Gataric Fotografie

16 Zentimeter Dämmung und ein neues Geschoss

Die Häring AG übernahm als Totalunternehmerin die Projektleitung. Im Zuge der Sanierung erhielt das gesamte Gebäude eine 16 Zentimeter starke Kompaktfassade. Anstelle des ursprünglichen Schrägdachs entstand ein Attikageschoss mit drei Wohnungen, die über eine Fußbodenheizung verfügen. Das Haus schlossen die Planer an das Fernwärmenetz an und ersetzten sämtliche Bestandsheizkörper. Photovoltaikmodule auf dem Dach ergänzen das Energiekonzept.

Dreiseitige Balkonverglasung gegen Lärm und Witterung

Ein zentrales Element des Umbaus bildet die Dreh-/Schiebeverglasung der Balkone. Die Glasscheiben lassen sich drehen und seitlich verschieben, sodass die volle Balkonfläche bei Bedarf offen nutzbar bleibt. Im geschlossenen Zustand schützt die Verglasung vor Zugluft, Regen und Lärm – ein relevanter Faktor angesichts der Nähe zum Bahnhof Zürich Oerlikon und stark befahrenen Verkehrsachsen. Der verglaste Balkon verlängert die Nutzungsdauer vom Frühjahr bis in den Spätherbst und erweitert den nutzbaren Wohnraum.

Das umfassend sanierte Gebäude prägt nun die stark frequentierte Kreuzung. © Studio Gataric Fotografie
Das umfassend sanierte Gebäude prägt nun die stark frequentierte Kreuzung. © Studio Gataric Fotografie

„Lärm reduzieren und mit einer Art Wintergarten vorhandenen Wohnraum bestmöglich nutzen – dies waren die Beweggründe für eine Balkonverglasung“, erklärt Titus Bosshard, Präsident bei der Eisenbahner Baugenossenschaft Dreispitz Zürich. „Unser genossenschaftliches Ziel ist es, guten und preiswerten Wohnraum anzubieten, jedoch ohne Abstriche bei Komfort und Gesundheitsschutz.“

Hintergrund: Laut einer aktuellen Studie leiden mehr als 100 Millionen Menschen in Europa unter gesundheitsschädlichem Umgebungslärm, der überwiegend vom Verkehr verursacht wird.

Bautafel

Bauvorhaben: Sanierung und Aufstockung eines Mehrfamilienhauses in der Binzmühlestrasse, Zürich Oerlikon, Schweiz
Bauherr: Eisenbahner Baugenossenschaft Dreispitz Zürich, Zürich, Schweiz
Totalunternehmer: Häring AG, Eiken, Schweiz
Architektur: mainberger+spahr dipl. architekten eth, Zürich, Schweiz
Balkonverglasung: Lumon Schweiz AG, Zürich, Schweiz
Installation Balkonverglasungen: Huber Kontech AG, Buttisholz, Schweiz
Bauzeit gesamt: 2023 bis 2024

Rahmenlos und wartungsarm

Technisch setzt die Verglasung auf Einscheibensicherheitsglas (ESG) und einen wartungsarmen Mechanismus. Das rahmenlose Design fügt sich in die überarbeitete Fassade ein und lässt Tageslicht weitgehend ungehindert in die Wohnräume. Die schlanke Konstruktion hält die Balkone optisch offen.

Elf Wohnungen, drei Ladenlokale, eine Praxis

Das Gebäude umfasst nach dem Umbau elf Wohnungen, drei Ladenlokale und eine Praxis. Das Zusammenspiel aus Aufstockung, energetischer Sanierung und Balkonverglasung demonstriert, wie Bestandsgebäude im urbanen Umfeld verdichtet und gleichzeitig in ihrer Nutzungsqualität aufgewertet werden können – ein Ansatz, der für vergleichbare Projekte in wachsenden Städten Orientierung bieten kann. (mb)

www.lumon.de

Die Dreh-/Schiebeverglasung schützt zuverlässig vor Witterung und Lärm. © Studio Gataric Fotografie
Die Dreh-/Schiebeverglasung schützt zuverlässig vor Witterung und Lärm. © Studio Gataric Fotografie

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