Neue Möglichkeiten bei der Metalldachausführung

Unbelüftetes Warmdach von Foamglas

Zink- und Aluminiumdächer haben eine Lebensdauer von bis zu 80 Jahren, Kupferdächer kommen auf bis zu 200 Jahre. Metall überzeugt außerdem durch eine ansprechende moderne Optik und hohe Gestaltungs- und Einsatzvielfalt. Mit seinen besonderen Materialeigenschaften sowie den zahlreichen Falz- und Verbindungstechniken eignet es sich auch für komplexere Dachformen. Als natürlicher, recycelbarer Baustoff erfüllt Metall zudem ökologische Ansprüche.

Komplexe Dachformen (Foto: Deutsche FOAMGLAS GmbH)

Neben dem belüfteten Kaltdach werden Metalldächer heute vermehrt als unbelüftetes Warmdach ausgeführt. Bei der Planung und Ausführung sind bauphysikalische Aspekte besonders zu berücksichtigen, denn anders als das Kaltdach muss das Warmdach diffusionsdicht sein. Ist dies nicht der Fall, sind Feuchteschäden und ein beeinträchtigter Wärmeschutz die Folge. Sicherheit bietet Planern und Ausführenden das Foamglas-Metalldachsystem. Die Lösung mit Schaumglas kombiniert materialgegebene Dichtigkeit mit konstantem Wärmeschutz. Dabei kann auf eine Luftschicht verzichtet werden. Ferner zeichnet sich das System durch eine einfache Verarbeitung aus. Als wärmebrückenfreie Befestigung kommen verzinkte Krallenplatten zum Einsatz.

Von zentraler Bedeutung für eine lange thermische und bauphysikalische Lebensdauer und Wartungsfreiheit ist die Wahl des Dämmstoffes. Eine sichere Ausführungsmöglichkeit für einschalige, unbelüftete Metalldächer bieten verschiedene Systemlösungen mit Foamglas. Der Dämmstoff aus geschlossenzelligem Glas erfüllt in besonderer Weise die Anforderungen von Warmdachkonstruktionen mit Metalleindeckung. Hierzu zählen ein konstanter Wärmeschutz mit Lambdawerten von λD = 0,041 W / (m·K) (für Foamglas T4+) sowie Wasser- und Dampfdichtheit. Der Dämmstoff lässt sich universell einsetzen. Nach den Fachregeln des Klempnerhandwerks werden die Metallwerkstoffe Titanzink, Aluminium, Kupfer und Edelstahl auf Foamglas verarbeitet. Auch Spezialdächer mit unterschiedlichen geometrischen Formen sind problemlos realisierbar.

Dachaufbau und Verarbeitungsschritte (Fotos: Deutsche FOAMGLAS GmbH)

Foamglas-Platten als sicherer und wärmebrückenfreier Dämmstoff
Gegenüber klassischen Dämmmaterialien verbinden die aus geschäumtem Glas bestehenden Foamglas-Platten die Funktionen der Wärmedämmung und die der Dampfsperre. Mit ihren geschlossenzelligen Strukturen schließen die Platten ein Eindiffundieren von Wasserdampf von vornherein aus und schützen die Bausubstanz langfristig und zuverlässig vor Feuchteschäden. Eine Stoßfugenverklebung trägt zusätzlich zur Dichtigkeit bei. Ferner weist der Dämmstoff eine hohe Druckfestigkeit auf, wodurch er sich gut als Unterlage für die Metalleindeckung eignet.
Das Foamglas-Metalldach unterscheidet sich von einem konventionellen System nicht nur durch den Wegfall der Dampfsperre, sondern auch in der Befestigung der Metalleindeckung. Im traditionellen Warmdach mit Mineralfaser- oder Hartschaumdämmung wird die gefalzte Metalleindeckung mittels Verbindern beziehungsweise Distanzprofilen in der tragenden Konstruktion befestigt. Die dadurch entstehenden Unterbrechungen in der Dämmschicht sowie Perforierungen der Dampfsperre führen zu Wärmebrücken. Ein Durchfeuchten der Dämmung oder die Korrosion der Befestigungsmittel sind dabei nicht ausgeschlossen. Die Montage der Metalleindeckung – innerhalb des Foamglas-Warmdachs – erfolgt hingegen über sogenannte Krallenplatten in der Dämmschicht. Durch den Wegfall einer durchgehenden mechanischen Befestigung ist diese Konstruktion völlig wärmebrückenfrei.
Die einfache handwerkliche Verarbeitung ist dabei ein besonderer Vorteil des Foamglas-Warmdachs. Der Untergrund des Systems kann variabel aus Trapezblech, Holz oder Beton bestehen. Bei Beton ist zunächst ein Voranstrich, bei Holz eine Behelfsabdichtung erforderlich. Die Foamglas-Dämmplatten werden mit Heißbitumen oder Bitumenkaltkleber vollflächig und -fugig auf der Tragkonstruktion verklebt. Im Anschluss wird ein Heißbitumendeckabstrich auf die Dämmschicht aufgebracht. Im regelmäßigen Abstand werden die Krallenplatten in die Dämmschicht gesetzt. Durch Anflämmen des Deckbitumens unterhalb der Krallenplatte verflüssigt sich die Masse, sodass eine kraftschlüssige und auszugsfeste Haftung der Befestigung beim Andrücken entsteht. Anschließend wird eine Bitumen-Abdichtungsbahn abschnittsweise und Stoß an Stoß aufgeschweißt. Durch diese hindurch erfolgt die Verschraubung der Haften für die Metalleindeckung. Im letzten Schritt werden die Metallbleche als oberer Abschluss des Dachpakets montiert. Die Anzahl der Befestigungspunkte ist in der Fläche sowie im Rand- und Eckbereich an die Gebäudehöhe anzupassen.

Foamglas-Dämmstoff (Foto: Deutsche FOAMGLAS GmbH)

Korrosionsfrei, windfest, ökologisch und nicht brennbar
Die von Pittsburgh Corning entwickelten Krallenplatten haben ein Format von 15 mal 15 Zentimeter und sind in verzinktem Stahl oder auf Anfrage in Kupfer oder Edelstahl erhältlich. An zwei Seiten verfügen sie über Krallenkränze. Ihre Windlast-Auszugsfestigkeit ist nach UEATC geprüft und beläuft sich auf einen Wert von ≥ 400 Newton (N) pro Befestigungspunkt, der damit die Anforderung der Klempnerrichtlinie übertrifft. Hinsichtlich ihres Korrosionsverhaltens ist die Krallenplatte unbedenklich und für alle Arten von Metalleindeckungen geeignet, wie ein Gutachten des Materialprüfungsamtes in Dortmund (MPA NRW) bestätigt. Nicht nur unter verarbeitungstechnischen und bauphysikalischen, sondern auch unter ökologischen Gesichtspunkten überzeugt das Dämmmaterial Foamglas: Der Baustoff ist frei von umweltschädigenden Flammschutzmitteln sowie Treibgasen und besteht  zu über 60 Prozent aus hochwertigem Recyclingglas. Vorteilhaft sind auch die Materialeigenschaften im Hinblick auf den Brandschutz. Da der Dämmstoff aus reinem Glas besteht, ist er nicht brennbar und wird in die Euroklasse A1 eingestuft. Im Brandfall entwickelt das Material weder Qualm noch toxische Gase. Auch eine Feuerweiterleitung ist dadurch ausgeschlossen.

www.foamglas.de

 

 

 

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