Schwebende Eleganz

Filigran und schwerelos scheinen die neuen Dächer des Bahnhofs Korbach über den Bus- und Bahnanlagen zu schweben.

Als kragende Scheiben ohne Unterkonstruktion konnten die Leichtbeton-Dächer ausgeführt werden. / Quelle: NVV/Nils Klinger

Die beiden großzügigen, hellen Dachflächen sind das auffälligste Merkmal des neu gestalteten Bahnhofs der nordhessischen Kreis- und Hansestadt Korbach. Beim Busbahnhof entstand eine elliptische, 425 m2 große Freiform, die auf nur wenigen Säulen steht und die Haltestellen gleichsam schwebend überdacht. Diese Ausbildung findet sich auch bei dem Teil der insgesamt 815 m2 großen L-förmigen Bahnhofsüberdachung, der entlang des Bahnsteigs verläuft. 

Ein Highlight des Projekts sind die Öffnungen der Stützenköpfe. / Quelle: NVV/Nils Klinger

Beide Dachanlagen stehen in ergänzendem Dialog zu einander und erfüllen durch ihre geschwungene Form auch eine verkehrsleitende Funktion. Alle Dachflächen bestehen aus insgesamt rund 900 m3 Liapor- Leichtbeton vom Typ LC35/38D1.6 mit ca. 700 m3 F6.5 in weißer Sichtbeton-Optik. „Mit dem Leichtbeton ließ sich die Dachstützenkonstruktion als kragende Betonscheibe ohne zusätzliche Unterkonstruktion umsetzen“, erklärt Dipl.-Ing. Architekt Mario Schurbohm von BKS Architekten. „Die weiße Sichtbeton-Optik kontrastiert dabei bewusst mit den dunkelgrauen Stützen und verstärkt so  den schwebenden Charakter der Dachfläche.“ Dazu passt auch die besondere Ausbildung der Stützenköpfe mit einer im Durchmesser 1,50 m großen, glasbedeckten Öffnung am oberen Ende. Sie dient tagsüber als Lichtkuppel und ist im Dunkeln beleuchtet. Auch wenn die Dachkonstruktion filigran und leicht wirkt, weisen die Leichtbetonflächenvdoch immerhin eine Stärke von 25 cm auf. Diese Mächtigkeit gewährleistet, dass sich die Dachebene keinesfalls durch späteres Kriechen und Schwinden verformen kann. Eine umlaufende Aufkantung aus Leichtbeton versteift den Randbereich zusätzlich. Die verhältnismäßig hohe Dachstärke konnte hier auch problemlos gewählt werden, weil der Leichtbeton rund ein Drittel Gewichtsersparnis gegenüber Normbeton erzielte. Weiterer Vorteil: „Durch den geringeren E-Modul des Leichtbetons bauen sich etwa termperaturbedingte Zwängungsspannungen leichter als in Normalbeton ab beziehungsweise treten erst gar nicht auf“, erklärt Dipl.-Ing. Klaus Wittemeier von der Bockermann Fritze IngenieurConsult.

Die Neugestaltung bietet nun ein attraktives Eingangstor zur Stadt. / Quelle: NVV/Nils Klinger

Die Herausforderung beim Dachflächenbau lag darin, den Anschluss der Leichtbeton- Flachdecke an die Öffnung der Stützenköpfe umzusetzen. Dazu wurden Bewehrungsanschlusseisen an die Ränder der Stahlstützen montiert und die Anschlussflächen verzahnt ausgeführt. Nach der letzten Betonage im November 2017 wurde noch eine dünne Dämmung sowie die finale Abdichtung aufgebracht, ebenso wie die Aluminium- Abdeckung der Attika. „Das Ergebnis ist ein repräsentativer Empfangsort und attraktives Eingangstor zur Innenstadt, das auch einen reibungslosen Zug- und Straßenverkehr sicherstellt“, so das Fazit von Dipl.-Ing. Architekt Stefan Bublak, Leiter des Stadtbauamtes der Stadt Korbach.  

Leichtbeton-Thementag
Am 9. Mai 2019 lädt Liapor und das InformationsZentrum Beton zum Leichtbeton-Thementag nach Korbach ein.
Alle Infos zum Event und zur Anmeldung  finden sich unter http://liapor.com/de/news/48.html in der Rubrik Aktuelles.

Schnelllauf-Rolltor mit gutem Wärmeschutz

„Die Vorgaben für unsere Forschung und Entwicklung stammen von unseren Kunden und lassen sich in drei Hauptpunkten zusammenfassen: Entweder muss der...

Weiterlesen

Messestand in Gestalt einer Planelemente-Baustelle

Der Messestand der Firma Unika auf der diesjährigen BAU in München (16. bis 21. Januar) zog viele Kunden und Interessenten aus den Bereichen Rohbau...

Weiterlesen

Einsatz von Leichtputz als mineralische Wärmedämmung

Der Leichtputz „Tri-o-therm M“ von Schwenk Putztechnik hat eine niedrige Wärmeleitfähigkeit von 0,055 W/mK, ist rein mineralisch und ohne EPS...

Weiterlesen

BIM-Einsatzmöglichkeiten in der Schalungs- und Gerüsttechnik

Das Unternehmen Peri plant die Schalungs- und Gerüstlösung für den Bau der Filstalbrücke auf der Bahnstrecke Wendlingen – Ulm. Die Brücke wurde vom...

Weiterlesen

Widerstandsfähiges Wärmedämmverbundsystem

Beim Erreichen der Klimaschutzziele rückt, neben erneuerbaren Energien, auch die Energieeinsparung in den Fokus. Ein großes Potenzial liegt im...

Weiterlesen

Vorgefertigte Holz-Beton- Verbunddecken

Sie nutzt die bauphysikalischen Vorteile der beiden eingesetzten Baustoffe aus: die Holz-Beton-Verbunddecke (HBV-Decke). Das bauausführende...

Weiterlesen

Dämmung von begrünten und bekiesten Umkehrdächern

Die Vorteile eines Umkehrdachs liegen in der „umgekehrten“ Bauweise: Die Abdichtung wird direkt auf die tragende Konstruktion verlegt. Darauf folgt...

Weiterlesen

Mit einem Klick zum virtuellen Gebäuderundgang

Rundgänge durch neue Gebäude waren bisher erst gegen Ende eines Bauprojekts oder nach aufwendigen Arbeiten an einer 3D-Visualisierung möglich. Mit...

Weiterlesen

Nachhaltige Vereinfachung der BIM-Methode

Zunehmend gehören digitale Planungs- und Bauprozesse mit Building Information Modeling (BIM) fast wie selbstverständlich zum Planeralltag. In der...

Weiterlesen