Vorbildliche Lösungen bei Bestandsbauten

Über 200 Einreichungen bei db-Wettbewerb

Einer der Preisträger des diesjährigen db-Wettbewerbs ist die Aufstockung des Gebäudes 4 der Erich-Kästner-Schule, Darmstadt. / Quelle: Rahel Welsen/prosa

213 Einreichungen aus Deutschland, Österreich,  Südtirol und der Schweiz – das war die Resonanz auf den dritten db-Wettbewerb. Der Preis der db deutsche bauzeitung zusammen mit Saint-Gobain Weber wird seit 2014 alle zwei Jahre vergeben und ist mit insgesamt 15.000 Euro dotiert. Ausgezeichnet werden Sanierungen, Umbauten und Erweiterungen, bei denen beispielhafte und über technisch etablierte Standards hinausgehende Lösungen umgesetzt werden und die zudem durch herausragende Gestaltqualitäten überzeugen. Die drei Preisträger sowie die sieben vergebenen Anerkennungen spiegeln dies wider und bilden zudem die Vielfalt der anfallenden Aufgaben beim Thema Bauen im Bestand ab. 

Vergeben wurden drei Preise, die jeweils mit 5.000 Euro dotiert sind, und sieben Anerkennungen:

Preis: Aufstockung Gebäude 4 der Erich-Kästner-Schule, Darmstadt, prosa Architektur + Stadtplanung Quasten Rauh Part, Darmstadt
Die Aufstockung des eingeschossigen Schulgebäudes aus den 70er-Jahren bietet zusätzliches Raumangebot mit hoher Funktionalität, überzeugt auch gestalterisch und trägt zur Aufwertung des bestehenden Schulbauensembles bei. Die Grundrissgestaltung sowie die Materialisierung und Detaillierung der Aufstockung lässt im Innern, trotz begrenzten Budgets, eine lichte Atmosphäre entstehen, die zum Lernen einlädt. Im Bereich der derzeit äußerst relevanten Bauaufgabe des Schulbaus hat das Projekt Vorbildcharakter. 

Preis: Umbau und Sanierung Schloss Wittenberg, Bruno Fioretti Marquez, Berlin
Die Gestaltungssprache von Umbau und Sanierung des Schlosses greift den monolithischen Charakter des Bestands auf und schreibt ihn unter Verwendung wertiger Materialien fort. Das Wechselspiel zwischen saniertem Bestand und den Ergänzungen überzeugt sowohl durch die Fügungen als auch durch die neuentstandenen vielfältigen räumlichen Beziehungen und Raumqualitäten. Beim Umbau des Gebäudes sind Alt und Neu zu einer vielschichtigen Einheit verschmolzen, die ein hohes Maß an Dauerhaftigkeit vermittelt. Das Projekt führt beispielhaft vor, dass auch eine respektvolle Aneignung eines Bestandsgebäudes neue bereichernde Sichtweisen auf das Vorgefundene ermöglicht. 

Preis: Umbau und Sanierung Kulturpalast Dresden, gmp Architekten von Gerkan, Marg und Partner, Berlin
Durch die sorgfältige Sanierung und den aufwändigen Umbau des baulichen Vermächtnisses wird sowohl der DDR-Moderne Respekt gezollt als auch das Nutzungsangebot für die Bürger erweitert. Die Großzügigkeit des Bestands wurde als Qualität erkannt und erhalten, um nach wie vor ihre Wirkung zu entfalten. Das Ergebnis veranschaulicht, dass beim Erhalt eines gesellschaftsgeschichtlich relevanten Gebäudes eine Kombination aus dem Erhalt bauhistorischer Substanz einerseits und dem Umbau andererseits – zur erweiterten Nutzung als Bibliothek und für einen Konzertsaal auf technisch zeitgemäßem Niveau – jede Mühe lohnt.  

Anerkennungen:

  • Haus Hunkeler, Sarnen (CH), Seilerlinhart Architekten, Luzern
  • Umbau und Sanierung Burg Bachem, Frechen, lüderwaldt architekten, Köln
  • Alte Kelter, Kirchheim am Neckar, lohrmannarchitekt, Stuttgart
  • Umbau und Modernisierung eines Reihenendhauses aus den 30er/50er-Jahren, Stuttgart, Amunt Nagel Theissen, Stuttgart
  • Generalsanierung Landtag Mecklenburg-Vorpommern Schloss Schwerin, Dannheimer & Joos Architekten, München
  • energetische und denkmalgerechte Sanierung Studentendorf Schlachtensee, Berlin, Brenne Architekten, Berlin
  • EVA (Eaux-Vétérinaire-Alimentaires) Umbau und Erweiterung des Autobahnbüros, Givisiez (CH), Bart & Buchhofer Architekten, Biel

Die Preise werden im Dezember in Stuttgart verliehen.

www.db-bauzeitung.de 

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