Hilfe gegen Feinstaub, Stickoxide und Hitze

Begrünte Fassaden in den Städten

Foto: Chris Barbalis / Unsplash

Wissenschaftler von der Universität zu Köln und dem Forschungszentrum Jülich haben gezeigt, dass grüne Fassaden nicht nur das Hausklima positiv regulieren, sondern auch gesundheitsschädliche Stickoxide und Feinstaubpartikel absorbieren und filtern.  

Das Team um Professor Dr. Hans Georg Edelmann vom Institut für Biologiedidaktik der Uni Köln hatte die Tagestemperatur-Verläufe von Efeu-begrünten Fassaden im Vergleich zu klassischen, verputzten Hausfassaden sowie die fassadennahe Luftfeuchte über mehrere Wochen aufgezeichnet. Dabei zeigte sich, dass Efeu, wie auch andere (Kletter-)Pflanzen, im Sommer nachhaltig kühlend, im Winter wärmeisolierend auf die Fassaden wirkt: Es gab keine starken Temperaturunterschiede wie bei den unbegrünten Hausfassaden. So zeigte die bewachsene Fassade im Sommer im unteren Temperaturbereich Temperaturschwankungen von 10 bis 13 Grad Celsius am Tag, während die Temperatur der unbegrünten Hausfassade um bis zu 35 Grad Celsius schwankte. 

Zusammen mit dem Forschungsinstitut Jülich untersuchten die Kölner Forscher zudem die Wirkung von Efeu auf die Absorption von Stickoxiden (NOx) und die Adsorption (Bindung und Anreicherung von Stoffen an die Blattfächen) von Feinstaub mit einer durchschnittlichen Größe von 2,5 Mikrometern (PM 2,5). Sie konnten zeigen, dass Efeu die gesundheitsschädlichen Stickoxide absorbierte und den Feinstaub filtrierte. Zudem hat die Bepflanzung einen positiven Effekt auf die Absorption des Treibhausgases CO2.  

Städte sind durch sehr hohe Verkehrsdichten sowie intensive Bebauung gekennzeichnet. Den wenigen freien Grünflächen steht ein Vielfaches an Asphalt-, Beton- sowie Dachund Fassadenflächen gegenüber, die im Sommer intensiv aufgeheizt werden und im Winter recht schnell auskühlen. Das führt durch den Klimawandel neben anderen negativen Effekten (Stickoxidbelastung, CO2-Belastung) zunehmend zu einer Überhitzung der Städte und zu einer Konzentrierung von Feinstaubpartikeln, deren gesundheitsschädliche Wirkung im Zusammenhang mit Krebs, Diabetes, Asthma, Herzinfarkt und weiteren Krankheiten wie Demenzerkrankungen diskutiert wird. „Begrünte Fassaden stellen eine sehr sinnvolle Maßnahme zur Anpassung an den Klimawandel dar – nicht nur im Hinblick auf die Stadttemperatur, sondern auch hinsichtlich der Feinstaubproblematik“, erläutert Biologe Edelmann. Grundsätzlich trügen grüne Fassaden zu einer ganzen Reihe städteklimatisch vorteilhafter Eigenschaften bei, so Edelmann weiter: „Fassadenbepflanzung verbessert sowohl das Stadt- als auch das Raumklima, mindert Überhitzung und Smog, sie produziert Sauerstoff und trägt zur Erhaltung und Erhöhung der Artenvielfalt in der Stadt als Lebensraum für Fauna und Flora bei.“  

Edelmann beobachtet: „Leider haben mit Kletterpflanzen bewachsene Fassaden zumindest in der deutschen Gesellschaft bislang kein gutes Image. Sie werden von vielen Menschen als Indikator für Vernachlässigung und Verfall von Gebäuden und Kletterpflanzen als gebäudeschädigend und betreuungsintensiv angesehen.“ Im Kontext des Klimawandels und der zu erwartenden noch stärkeren Aufheizung der Städte sowie der anhaltenden Verschlechterung der Luftqualität vor allem durch Autoabgase scheine sich dieses Image jedoch zu ändern. 

Typische Fassaden-Kletterpflanzen sind der Efeu (Hedera helix) mit zahlreichen Sorten oder der Wilde Wein (Parthenocissus). Sie sind sehr anpassungsfähig und trockenheitsverträglich und gedeihen auch an verhältnismäßig schwierigen Standorten.  

Bessere Zusammenarbeit mithilfe von Allplan 2017-1

Die Firma Allplan hat Erweiterungen und Verbesserungen seiner BIM-Software „Allplan2017“ für Ingenieure vorgestellt. Die neue Version sorgt für eine...

Weiterlesen

Gestaltungsvielfalt für den Brandschutz

Die Brandschutztür „EI30“ aus dem Hause RWD Schlatter und Forster Profilsysteme hat viele Gesichter. Der Rahmen in Stahl oder Edelstahl lässt sich mit...

Weiterlesen

Zeit für neue Projekte mit ArCon Professional

„ArCon Professional“ ist ein 2D-/3D-CAD-Programm für die Konstruktion, Visualisierung, Kostenschätzung und Vermarktung von Bauvorhaben. Die intuitiv...

Weiterlesen

Messeauftritt im Zeichen aktueller Betonarchitektur

Zur BAU 2017 präsentiert sich Dyckerhoff Weiss mit einem neu gestalteten Stand. Eyecatcher bildet der auf der gesamten 200 m2 großen Fläche eingebaute...

Weiterlesen

Neue Dlubal-Zusatzmodule 2016

Auch in diesem Jahr wurden in die Statik-Software von Dlubal neue Zusatzmodule bzw. Einzelprogramme integriert. Auf der BAU in München werden diese...

Weiterlesen

Durchdringungsfreie Befestigung auf dem Flachdach

Eine durchdringungsfreie mechanische Befestigung von EPDM-Planen auf dem Flachdach für einen maximalen Schutz vor Nässe – das ist möglich mit...

Weiterlesen

Mit der Delta-City und neuen Produkten auf der BAU

Die Gestaltungslinie des Dörken-Messestandes ist angelehnt an die „Delta-City“, eine digitale Stadtlandschaft, die die Anwendungsmöglichkeiten der...

Weiterlesen

Neue Version 8 von California.pro

Das Münchener Unternehmen G&W Software präsentiert auf der BAU 2017 die neue Version der durchgängigen AVA- und Baukostenmanagementlösung...

Weiterlesen

Erweitertes Eingabekonzept für Statikprogramme

Eine Software für Statik und Tragwerksplanung muss sich effizient und einfach anwenden lassen. Nach dieser Vorgabe sind die Statikprogramme von Frilo...

Weiterlesen