Transparenz

Siemens Konzernzentrale in München

Fotos: Schörghuber / Hörmann

Siemens ist München! Jedenfalls seit 1947. Denn die Bayern-Metropole, die sich gerne als weltoffen und tolerant sieht, beheimatete den Berliner Technologiekonzern nach dem Zweiten Weltkrieg nur allzu gerne. Und dessen neu eröffnete Hauptverwaltung im Herzen der Stadt steht für die Siemens-Werte mindestens ebenso wie für das Credo Bayerns: modern, aber nicht kurzlebig modisch, mit DGNB und LEED Zertifizierung vorbildlich nachhaltig und vor allem offen und transparent. Diese Eigenschaften zeichnen auch die in dem Objekt verbauten Schörghuber und Hörmann Türen aus, die nicht nur Brandabschnitte schaffen, sondern Diskretion mit Transparenz vereinen und sich vom Design an die Innenarchitektur anpassen.

Der Industrieriese gehört zu Bayern, obwohl er eigentlich ein rein preußisches Gewächs ist. Doch nach dem Krieg und der Teilung Berlins nahmen die Münchner den Weltkonzern nur zu gerne mit offenen Armen auf. Und seither residiert das Unternehmen standesgemäß im Ludwig-Ferdinand-Palais von Leo von Klenze am Wittelsbacherplatz – einer der vornehmsten Adressen, die es in der bayerischen Landeshauptstadt gibt. Nach dem Einzug von Siemens verwandelte sich das Stadtquartier im Rücken des Palais dann nach und nach in eine administrative Version der Berliner Siemensstadt. Auch Richard Meier baute hier schon großflächig – und den vorerst letzten Baustein fügte nun im Sommer des vergangenen Jahres das dänische Büro Henning Larsen ein.

Transparenz
Wer nach einem Schlagwort sucht, mit dem sich Architektur, städtebauliche Einbindung und vor allem Bauherren-Ziele am besten beschreiben lassen, der kommt an der „Transparenz“ einfach nicht vorbei. Der Stadt München war daran gelegen, den ehedem reichlich monolithischen Gebäudeblock aufzubrechen und Passagen zwischen Innenstadt und Museumsbezirk zu bieten. Und nachdem Siemens einen der größten deutschen Korruptionsskandale ausgelöst hatte, war beim Konzern Offenheit und Transparenz zum kommunikativen Selbstzweck geworden. Während der Altbau noch für eine verschlossene Konzernkultur stand, sollten die neuen Bauten von Henning Larsen nun das Gegenteil beweisen. Gläsern, transparent und von öffentlichen Nutzungen geradezu perforiert, präsentiert sich nun der Neubau.

Referenz für nachhaltiges Bauen
Rund 1.200 „Siemensianer“ haben darin ihren Arbeitsplatz, und die Hauptverwaltung wurde gleichzeitig zum Referenzobjekt der konzerneigenen bautechnologischen Kompetenz. Es gab die höchstmöglichen Auszeichnungen von DGNB und LEED – und das Gebäude ist ein Schritt auf dem Weg zum Siemens-Ziel, 2030 der erste CO2 neutrale Industriekonzern der Welt zu sein. Nur das Allerbeste an Energie- und Elektrotechnik aus den Regalen der entsprechenden Siemens-Geschäftsbereiche ist hier verbaut. Die CO2-Bilanz wurde nach Siemens-Angaben um 90 Prozent reduziert, der Wasserverbrauch um 75 Prozent und die Energiebilanz um 90 Prozent. Auch die Standards der aktuellen EnEV werden um die Hälfte unterschritten – so Siemens weiter. Dass die LED-Beleuchtung von der Konzerntochter Osram stammt, versteht sich da von selbst – und außerdem sei es ein Anliegen gewesen, die Baustoffe wenn irgend möglich nicht aus aller Welt heranzukarren, sondern aus Münchens näherer Umgebung.

Understatement
Auch dieser geographischen Nähe dürften die überwiegend verwendeten Solnhofener Platten aus dem Altmühltal ihren Einsatz verdanken. Das gesamte Interior Design der Münchner Innenarchitekten Landau + Kindelbacher sollte die von Siemens gewünschte „understated elegance“ umsetzen. Sie setzten dabei – und dies ist nicht unbedingt überraschend – auf dauerhafte und authentische Materialien und handwerkliche Qualität. Denn Siemens ist schließlich kein Internetkonzern. Siemens repräsentiert langlebige deutsche Ingenieurskompetenz – und entsprechende Architektur.


Im Foyer zeigt sich die von Landau + Kindelbacher umgesetzte Innenarchitektur.

Funktion trifft Design
Für einen Weltkonzern wie das Technologie-Unternehmen Siemens ist es eine Selbstverständlichkeit, auf hochwertige und somit auch repräsentative Produkte zu setzen. In den repräsentativen Flächen der Münchner Firmenzentrale im Altbau fiel die Wahl bei einer Vielzahl von Türen, die hohe Anforderungen an Brand- und Schallschutz stellen, auf Schörghuber. Neben einigen Vollspantüren wurden vor allem Schallschutztüren mit einer Türblattstärke von bis zu 70 Millimetern und Nassraumtüren verbaut. Der Einsatz von Nassraumtüren empfiehlt sich vor allem dort, wo Türen direkter und langanhaltender Nässe ausgesetzt sind – beispielsweise in Küchen und Sanitärbereichen. Die holzwerkstofffrei hergestellten Türblätter halten Nässe und hoher Luftfeuchtigkeit dauerhaft unbeschadet stand und werden häufig mit Edelstahlzargen kombiniert. Eine weitere Besonderheit der in der Konzernzentrale verbauten Türlösungen stellt die zweiflügelige T90 Brand- und Schallschutz Massivholz-Rahmentür des Typs 92 dar, die mit einer Türblattstärke von 110 Millimetern sowie einer Höhe von 2770 Millimetern ungewöhnliche Ausmaße einnimmt. Sie ist ausgestattet mit einem Glaslichtausschnitt und verfügt über einen automatischen Drehflügelantrieb. Als Beispiel für die nahezu unbegrenzten Kombinationsmöglichkeiten der Schörghuber Türen vereint diese Lösung Barrierefreiheit, Bedienkomfort, Transparenz und Diskretion in Sachen Schallschutz sowie eine Brandschutzschutzfunktion, die im Brandfall bis zu 90 Minuten vor Ausbreiten des Feuers schützt. Einige der im Siemens Objekt verbauten Brandschutztüren wurden zudem als Nischentüren ausgeführt. Im geöffneten Zustand liegen diese Türen platzsparend in der Wand und schließen im Brandfall automatisch, um verschiedene Gebäudeteile voneinander abzutrennen. Eine Besonderheit ist die gegenläufige Brandschutz-Nischentür des Typs 26, bei der sich für einen noch schnelleren Fluchtweg linker und rechter Flügel im geschlossenen Zustand beidseitig öffnen lassen.


Die Schörghuber Schallschutztür stellt eine ruhige Arbeitsatmosphäre sicher.

Von Hörmann kommen unter anderem vollverglaste Feuerschutz Stahl-Rohrrahmenelemente. Diese erfüllen die baulichen Anforderungen des Brandschutzes, lassen Licht in sonst dunkle Flure und wurden im Fall der Siemens Konzernzentrale teilweise mit Sonderlackierungen versehen, um sich der Raumgestaltung optimal anzupassen. Zudem wurden feuerhemmende und feuerbeständige Stahlblechtüren sowie STS Edelstahltüren im Küchenbereich verbaut. Der Einsatz von Edelstahltüren empfiehlt sich in Bereichen mit besonders hohen Hygieneanforderungen. Die stumpf einschlagenden STS Türen von Hörmann sind flächenbündig zur Wand und sorgen somit für eine besonders hochwertige Türansicht. Aufgrund ihrer Edelstahloberfläche sind sie zudem besonders widerstandsfähig, leicht zu reinigen und neutral im Kontakt mit Lebensmitteln. Mit Lichtausschnitten versehen, sorgen die Türen auch hier für mehr Transparenz und ermöglichen Einblicke in angrenzende Räume.

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