20.05.2019 | Ausgabe 5/ 2019

Zentrales Wohnen zwischen Kunst und Kultur

KunstCampus in Berlin

Der „KunstCampus“ in Berlin vereint Wohnen und Kultur miteinander. Während sich in den oberen Geschossen Wohnungen befinden, werden im Erdgeschoss Kunstwerke ausgestellt. / Quelle: Hörmann

Ein prominenter Bauplatz, eine kristalline Fassade und ein anspruchsvolles Vermarktungskonzept: Der „KunstCampus“ in Berlins Europacity vereint hochwertigen Wohnungsbau mit ambitionierten Kunstgalerien  nd spricht ein großstädtisches Publikum an.

„Lage, Lage, Lage“ – so definierte der Hotelier Conrad N. Hilton einst den Wert einer Immobilie. Und wenn dies immer noch so ist, dann befindet sich der neue Wohnkomplex am KunstCampus von léonwohlhage Architekten tatsächlich in einer 1A-Lage der Hauptstadt. Direkt hinter dem „Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwartskunst“, drei Fußminuten vom Hauptbahnhof entfernt und an der Kaimauer des Berlin-Spandauer Schifffahrtskanals gelegen – so will er ein großstädtisches Publikum ansprechen. Wer das sein soll? Vermutlich jene Klientel, die außer „3-Zimmern- Küche-Bad“ vor allem ein kulturell anregendes Umfeld, eine ambitionierte Architektur, perfekte Verkehrsanbindung, eine zentrale Lage im Herzen Berlins schätzt – und daneben über das dazu passende Einkommen verfügt.

Recht unauffällig integriert sich das Sammelgaragentor in die Fassade. Bei genauerem Hinsehen erkennt man die
Abfahrt durch das Streckmetallgitter. / Quelle: Hörmann

Bindeglied zwischen Wohnen und Hochkultur
Der KunstCampus ist Teil der Berliner Europacity,  ie von ihren Investoren jedenfalls sogleich zur „neuen Mitte“ der Hauptstadt erklärt wurde. Auf dem Gelände an der ehemaligen Mauer, das jahrelang als Niemandsland galt und von Lagerhallen geprägt wurde, entsteht tatsächlich Berlins derzeit bedeutendstes Stadtentwicklungsprojekt. Und der KunstCampus soll  ufgrund seiner Lage ein Bindeglied sein, das zwischen der Hochkultur des Museums für Gegenwart „Hamburger Bahnhof“ und den weiter nördlich gelegenen reinen Wohngebieten vermittelt. Diese Zwittersituation äußert sich auch schon in der Nutzung des siebengeschossigen Riegels, denn im Erdgeschoss sind vorwiegend Räumlichkeiten für Kunstgalerien untergebracht.

Da die Brandabschnitte hier nicht durch Feuerschutztüren ablesbar sein sollten, fiel die Wahl auf Feuerschutz-Schiebetore. Praktisch unsichtbar in die Raumgestaltung integriert sind hier die „T30“ Feuerschutz-Schiebetore  on Hörmann, die die Brandabschnitte voneinander trennen. Im geöffneten Zustand sind sie nicht zu erkennen, da sie hinter Nischenklappen  liegen, die farblich an die Oberfläche der lurwände angepasst sind und somit kaum auffallen. Die Tore schließen sich im Brandfall  utomatisch, können aber durch eine Schlupftür von den Bewohnern weiterhin passiert und als Fluchtweg genutzt werden. Darüber liegen die Wohnungen – erreichbar nur vorbei am Concierge im Erdgeschoss, der ein wachsames  Auge darauf hat, wer dieses exklusive Anwesen etritt.

Die Wohnungen selbst haben recht tiefe Grundrisse, eine innen liegende Erschließung und verschaffen damit allen Bewohnern großzügige alkons mit entsprechend prominenten Ausblicken. Die einen blicken direkt auf den  Schifffahrtskanal und weiter nach Osten, die anderen schauen auf den Ausstellungstrakt  es Museums, in dem die Kunstsammlung des Industriellen Flick untergebracht ist, und weiter nach Westen Richtung Charlottenburg. Für die Bewohner befinden sich Pkw-Stellplätze in der Tiefgarage, die durch das Sammelgaragentor „ET 500“ von Hörmann erreicht wird. Im Gegensatz zu einem Schwingtor verfügt es über   eine geringe Ausschwenktiefe, sodass es direkt angrenzend zum Fußweg eingesetzt werden onnte. Die Torkonstruktion mit geringer Zargentiefe  ermöglicht es zusätzlich, den Platz irekt neben dem Tor als Stellplatz zu nutzen.

Kristalline Struktur
Durch die Faltung der Fassaden vergrößerten die Architekten auf raffinierte Weise die wertvolle Fensterfläche. Doch absolut prägend sind die davor angeordneten trapezförmigen Balkone, die das komplette Gebäude mit ihrer regelhaft unregelmäßigen kristallinen Struktur umhüllen. Im Inneren garantieren sie für das, was die Planer „grüne Zimmer“ nennen. Durch die Balkone mit ihren siebbedruckten Verglasungen erhält das Gebäude seine facettierteOberfläche. Sie reflektiert die Umgebung und sorgt für eine ständig wechselnde Wirkung der Fassade. Nach außen lassen sie den KunstCampus als architektonischen Solitär wirken.

Quelle: Hörmann