15.06.2018 | Ausgabe 06/2018

Nachträgliche Abdichtung erdberührter Bauteile - Der Teufel steckt im Detail

Quelle: Doyma GmbH

Quelle: Doyma GmbH

Insbesondere durch folgende Umstände kann eine nachträgliche Außenabdichtungerd berührter Bauteile erforderlich sein kann:
› Extreme Wetterlagen mit hohen Niederschlagsmengen
› Erhöhung des Grundwasserstandes durch Sanierung von Abwasserkanälen
› Versiegelung von Oberflächen
› Grundstücksnahe Versickerungen von Oberflächenwasser
› Bodenabsenkungen (z. B. Bergbaugebiete)
› Wasserwirtschaftliche Einflussfaktoren (Abstellen von Pumpen)
Aber auch die Abdichtung gegen das gesundheitsschädliche Bodengas Radon kann ein wichtiger und notwendiger Sanierungsfall sein. Nicht selten jedoch scheitert die dichte Ausführung an den Details der bestehenden Rohr- und Kabeldurchführungen (Durchdringungen).

Die Planung und Ausführung der nachträglichen Außenabdichtung regelt in erster Linie das WTA-Merkblatt 4-6-14/D – „Nachträgliches Abdichten erdberührter Bauteile“ [1], welche wiederum auf die DIN 18195 – „Bauwerksabdichtung“[2] und die DAfStb-Richtline – „Wasserundurchlässige Bauwerke aus Beton (WURichtlinie)“[3] verweist.
Weiterhin stehen für die Planung und Ausführung von Abdichtunge nmit kunststoffmodifizierten Bitumendick beschichtungen (KMB) [4], starren [5] und flexiblen Dichtungsschlämmen [6] (MDS)Richtlinien der Deutsche Bauchemie e. V. zur Verfügung.

Für die Abdichtung erdberührter Bauteile hat ein Normenwechsel stattgefunden. Die DIN 18195 ist im Juli 2017 durch die DIN 18533 ersetzt worden. Und eine weitere Neuerung: Erstmals ist mit dem Entwurf des Arbeitsblattes AGFW FW 419 – „Bauwerksdurchdringungen und deren Abdichtung für erdverlegte Ver- und Entsorgungsleitungen“ [8] ein Regelwerk im Juli 2015 beim AGFW erscheinen: Es befasst sich ausschließlich mit Durchdringungen. Geplant ist, dass dieses Regelwerk ebenfalls vom DVGW (GW390) und vom VDEFNN (VDE-AR-N 4223) erscheinen und nach der Einspruchsfrist gleichlautend veröffentlicht werden soll.

Quelle: Thomas Wagner

Beanspruchung

Der wichtigste Faktor für die Auslegung der Abdichtung ist die Höhe der Beanspruchung durch die Feuchte bzw. das Wasser. In der nachfolgenden Tabelle sind die verschiedenen Beanspruchungsklassen der oben aufgeführten Regelwerke für die erdberührte Abdichtung zusammengefasst:

Es sei angemerkt, dass in der DIN 18533 in seiner Wassereinwirkungsklasse W2-E nicht mehr nach einer zeitlichen Einwirkung differenziert, sondern nur noch nach der Höhe des Wasserdruckes. Somit muss bei der Planung und Ausführung einer Abdichtung von erdberührten Bauteilen differenziert werden, ob das Wasser einen hydrostatischen Druck (drückendes Wasser) ausübt oder nicht (nicht drückendes Wasser).

----

3 Seiten


Anzeige

Live und vernetzt: ISH digital // 22.–26.3.2021

Die Branche trifft sich digital…

Die Weltleitmesse für Wasser, Wärme und Klima bringt die weltweite SHK-Branche digital zusammen – mit Pro­dukt­inno­vationen und einem umfangreichen Kon­fe­renz­pro­gramm in Live-Streamings oder On-Demand-Übertragungen.

Jetzt Newsletter abonnieren und Ihr kostenfreies Ticket sichern!

Trends, Themen, Innovationen: ISH Energy

Der Green Deal und seine Klimaziele oder moderne Lüftungstechnologien im Kampf gegen Aerosole – die ISH digital 2021 greift die Themen auf, die die Branche aktuell bewegen.

Lesen Sie mehr…

Die Top-Themen ISH Water

Trends für die Badgestaltung, intelligente Sanitärkonzepte, Trinkwasserhygiene:
Freuen Sie sich auf Produktshows und Expertenvorträge und treten Sie direkt mit Ausstellern und Besuchern in Kontakt.

Lesen Sie mehr…